Stellungnahme der Stadt Speyer zur geplanten Einstellung der Produktion von TE Connectivity


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Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler dazu: „Innerhalb von drei Wochen ziehen sich zwei der größten Industriebetriebe Speyers nahezu zeitgleich aus ihrer hiesigen Produktion zurück. Mit MANN+HUMMEL ein deutsches Familienunternehmen, jetzt mit TE Connectivity ein US-Konzern. Beide begründen ihren Rückzug fast wortgleich: schwache Nachfrage in Westeuropa, Kosten- und Wettbewerbsdruck sowie Sicherung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit. Beide stellen klar, dass es nicht an der Leistung der Beschäftigten liegt. Was wir hier sehen, ist nicht mehr ein einzelner Fall, es gleicht einem System der Standortverlagerung.“

Die Oberbürgermeisterin kritisiert die Vorgehensweise der beiden Konzerne. „Wenn international agierende Konzerne Industrieproduktion aus Deutschland abziehen, weil die Bilanzlogik anderswo bessere Zahlen liefern soll, hinterlässt das Menschen, die hier ein Leben aufgebaut haben“, so Seiler. „Es hinterlässt Familien, in denen jetzt die Existenzfrage am Tisch sitzt. Und es hinterlässt eine Stadt, die seit Jahrzehnten zuverlässig die Voraussetzungen für industrielle Wertschöpfung geschaffen hat. Das ist kein Standortwettbewerb mehr, das ist die Abgabe der gemeinsamen Verantwortung für den Industriestandort Rheinland-Pfalz.“

Die Stadt Speyer stellt sich an die Seite der von beiden Entscheidungen betroffenen Beschäftigten. Hinter den Zahlen – 600 bei MANN+HUMMEL, 630 bei TE Connectivity – stehen Menschen, die seit Jahren oder Jahrzehnten zuverlässige Spitzenarbeit für ihre Unternehmen geleistet haben, betont die Oberbürgermeisterin.

„Ich stehe an der Seite jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedes einzelnen Mitarbeiters, die jetzt um ihren Arbeitsplatz bangen“, sagt Seiler. „Sie haben über Jahre und Jahrzehnte verlässlich dafür gesorgt, dass diese Unternehmen produktiv und gewinnbringend arbeiten konnten.“

Die Stadt Speyer fordert die Konzernleitungen beider Unternehmen auf, die Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung ergebnisoffen und auf Augenhöhe zu führen sowie alle Mittel und Optionen ernsthaft zu prüfen, bevor Verlagerungsentscheidungen als unumkehrbar gelten.

Die Oberbürgermeisterin richtet zudem ihren Appell an die Landesregierung und die Bundesregierung, die industriepolitische Dimension der Entwicklungen anzuerkennen und mit konkreten Instrumenten zu beantworten. Die kommunale Ebene allein könne den Strukturwandel, vor allem in der Automobilindustrie, die sich in plötzlicher Geschwindigkeit vollziehe, nicht abfangen.

„Speyer wird sich nicht damit abfinden, dass innerhalb von drei Wochen über 1.200 Industriearbeitsplätze auf der Streichliste stehen“, schloss Seiler. „Wir kennen unsere Verantwortung als Stadt, und wir werden sie wahrnehmen. Aber wir erwarten auch, dass Konzerne, die jahrzehntelang von Speyer und den Beschäftigten profitiert haben, ihrer eigenen Verantwortung gerecht werden.“


Medieninformation der Stadt Speyer vom 6. Mai 2026