Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger


Preisträger 2018: Björn Kuhligk

Björn Kuhligk - Preisträger 2018
Björn Kuhligk erhielt den Arno-Reinfrank-Literaturpreis 2018 für sein Langgedicht „Die Sprache von Gibraltar.“ 

Björn Kuhligk wurde 1975 in Berlin geboren, wo er lebt und arbeitet. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunstpreis Literatur der Land Brandenburg Lotto GmbH (2013) sowie Arbeitsstipendien des Berliner Senats (2008 und 2015) und das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung (2015). Vor seinem Gedichtband Die Sprache von Gibraltar (2016) erschienen im Hanser Verlag bereits Es gibt hier keine Küstenstraßen (2001), Am Ende kommen Touristen (2002), Großes Kino (2005), Von der Oberfläche der Erde (2009) und Die Stille zwischen null und eins (2013).

Juryentscheid

Björn Kuhligks eindringliche Verse, das Ergebnis seiner Reise im Oktober 2015 nach Gibraltar, ans Ende Europas, Europas Ende, sei eine Poesie der Fakten im Sinne Arno Reinfranks, befindet die Jury. In gebundener Sprache in der Nähe zur Prosa spiegeln sich wechselseitig objektive Fakten und Impressionen, persönliche Sensibilität und Reflexion. „Kuhligks Langgedicht ist kritisch und selbstkritisch, angerührt und schuldbewusst – aber illusionslos, unpathetisch, abwechselnd ernsthaft und spielerisch-distanziert“, so die Jury.

Kuhligks Lyrik berührt Grenzen: die der Gesellschaft und die des poetisch Sagbaren. Angekommen in der Krise am Rande der Gesellschaft, sieht er sich als VISA-König, als einer der Satten und Sieger aus einer Überflussgesellschaft dem Elend der Ausgegrenzten gegenüber. Er hat es aufgegeben, hier zwischen Patrouillenbooten und Hügeln nach Schönheit zu suchen. „Und genau aus dieser Begegnung entsteht seine Poesie der Fakten“, resümiert die Jury.

Die Feier zur 5. Preisverleihung fand am 24. Oktober 2018 im Historischen Ratssaal Speyer statt.

Preisträgerin 2015: Svenja Leiber

Svenja Leiber - Preisträgerin 2015
Svenja Leiber erhielt den Arno-Reinfrank-Literaturpreis 2015 für ihren Bildungsroman „Das letzte Land" 

Svenja Leiber wurde 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und lebte einige Zeit in Saudi-Arabien. Heute wohnt sie in Berlin. 2005 erschien ihr Erzählungsband Büchsenlicht, 2010 der Roman Schipino und 2014 der Bildungsroman Das letzte Land. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Werner Bergengruen-Preis (2009), der Kranichsteiner Literaturförderpreis (2007) und 2014 den Kulturpreis Schleswig-Holstein „Neue Prosa“.



Juryentscheid

Die Jury zeichnet mit Svenja Leiber eine Autorin für ihre herausragende Prosakunst vor allem in ihrem „dystopischen“ Bildungsroman „Das letzte Land“ aus, der von Stärke und Würde im Scheitern handelt. Die Juroren hat der politische, „welthaltige“ Text, sowohl in dem, was er erzählt, als auch in seiner Sprache überzeugt: Die regional gefärbte Sprache, aus einem vergangenen Jahrhundert kommend, wirkt nie antiquiert; in lakonischer, oft karger Ausdrucksweise werden selbst aufwühlende Ereignisse im Präsens in einer nüchternen Sprache geschildert. „Die Symbolik, die Svenja Leiber durch die Genauigkeit ihrer Details ganz klar vermittelt, passt sowohl auf das verfehlte Leben des Helden als auch auf den Werdegang Deutschlands während der Zeit des Nationalsozialismus“, heißt es im Juryentscheid. Auch sei es der Autorin trefflich gelungen, die Psychologie der Mitläufer nachzuzeichnen: nicht nur Ideologen, sondern auch wohl intentionierte Personen werden durch die toxische Mischung aus Propaganda und Zwang aus der Bahn geworfen. Ein Thema, das auch Arno Reinfrank nicht fremd war.

Die Feier zur 4. Preisverleihung fand am 17. November 2015 im Historischen Ratssaal Speyer statt.

Preisträgerin 2012: Daniela Dröscher

v.l.n.r.: Stifterin Jeanette Koch, Preisträgerin Daniela Dröscher und der ehemalige Oberbürgermeister Hansjörg Eger bei der feierlichen Preisverleihung
Daniela Drescher erhielt den Arno-Reinfrank-Literaturpreis 2012 für ihren Debutroman „Die Lichter des George Psalmanazar" 

Daniela Dröscher wurde 1977 in München geboren. Aufgewachsen im rheinland-pfälzischen Becherbach bei Kirn besuchte sie das Gymnasium in Meisenheim am Glan und studierte Germanistik, Anglistik und Philosophie in Trier und London. An der Universität Potsdam promovierte sie mit einem poetologischen Thema. Heute lebt sie als freie Autorin in Berlin.




Juryentscheid

Die Jury zeichnete mit Daniela Dröscher erneut eine Wahlberlinerin mit Pfälzer Wurzeln für den Arno-Reinfrank-Literaturpreis aus. Die Jury lobt die Autorin für ihre herausragende Prosa, die sie in ihren Erzählungen und vor allem in ihrem Debütroman „Die Lichter des George Psalmanazar“ veröffentlicht hat. Die Literaturkritik hob dabei ihren somnambul zarten und feinsinnig illuminierten Stil wie auch ihre „Dialektik der Aufklärung“ hervor, vor allem in ihrem Roman, der im 18. Jahrhundert in London spielt. In zum Teil tiefsinnigen, zum Teil absurd-komischen Szenen werden Aberglaube, Scharlatanerie und Wissenschaft in ein dynamisches Wechselspiel gebracht. In diesem Roman - eine Geschichte des Lebens und der Liebe - treffen sich die Intentionen von Daniela Dröscher und Arno Reinfrank, zum Beispiel in der Theorie der „Poesie der Fakten“, als auch in der Prosa wie dem Roman „Solly und die 99 Engel“. Daniela Dröschers Theaterstück “Hundert Blumen”, das 2009 in Mainz uraufgeführt wurde, versteht sich als „ein modernes Sozialdrama, das weder larmoyant noch einseitig das krisengeschüttelte Prekariat beschreibt, vielmehr stellt es beherzt die Frage nach Wert und Würde des Menschen.“ Mit ihrer poetisch-heiteren, melancholisch-trotzigen Sprache und einem zutiefst empathischen Blick auf die Verlierer unserer Zeit schildere Daniela Dröscher die Welt der kleinen Leute – da ist es nicht falsch, an Arno Reinfranks in Koblenz uraufgeführtes Theaterstück „Das Manöver findet bei Straubs auf der Veranda statt" zu denken, um nur wenige Beispiele zu nennen, warum Daniela Dröscher den Arno-Reinfrank-Literaturpreis verdient.

Die Feier zur 3. Preisverleihung fand am 23. Oktober 2012 im Historischen Ratssaal Speyer statt.

Preisträgerin 2009: Monika Rinck

Monika Rinck - Preisträgerin 2009
Monika Rinck erhielt den Arno-Reinfrank-Literaturpreis 2009, da sie zu den wichtigsten Stimmen ihrer Generation gehöre

Monika Rinck, geboren 1969 in Zweibrücken, studierte nach dem Abitur in ihrer Heimatstadt in Bochum, Berlin und Yale Religionswissenschaft, Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft. Sie lebt als Autorin in Berlin. Zu ihren Veröffentlichungen gehören Neues von der Phrasenfront (1998), Begriffsstudio (2001), die Gedichtbände Verzückte Distanzen (2004) und Zum Fernbleiben der Umarmung (2007) sowie die Essays Ah, das Love-Ding (2006) und das Hörbuch Pass auf, Pony! (2008).


Juryentscheid

Zweite Preisträgerin ist die 1969 in Zweibrücken geborene und in Berlin lebende Lyrikerin Monika Rinck, eine Lyrikerin, die zu den wichtigsten Stimmen ihrer Generation gehöre, so die Jury. So rühme die Literaturkritik, die Gedichte ihres 2004 erschienenen Gedichtbandes „Verzückte Distanzen“ seien als „entrückte Perspektiven“ zu verstehen, wobei die Autorin die kleinen großen Verschiebungen beherrsche, die einem guten Gedicht die entscheidende Wendung gäben. So vielschichtig sei auch ihr 2006 erschienener Text „Ah, das Love-Dings“, den man als Essay verstehen könne, der aber in Wirklichkeit sowohl Roman als auch Gedicht und wissenschaftliche Untersuchung oder philosophische Abhandlung in einem sei, wobei die Autorin mühelos von theoretischen Höhen in die Niederungen des Alltags eintauche, fröhlich Uni- und Kunstwelt parodiere oder ins Lyrische gleite – dies sei Anlass genug für interessante Vergleiche beider Dichtungen, betonte Bürgermeister Brohm.

Die Feier zur 2. Preisverleihung fand 2012 im Historischen Ratssaal Speyer statt.

Preisträger 2006: Jan Wagner

v.l.n.r.: Stifterin Jeanette Koch, Premieren-Preisträger Jan Wagner und der ehemalige Oberbürgermeister Werner Schineller auf dem Rathausbalkon
Stifterin Jeanette Koch und der ehemalige Oberbürgermeister Werner Schineller mit dem Premieren-Preisträger Jan Wagner

Erster Preisträger des Arno-Reinfrank-Literaturpreises ist der Lyriker Jan Wagner.
Er wurde 1971 in Hamburg geboren, hielt sich längere Zeit in Dublin auf und lebt seit 1995 als Schriftsteller, Herausgeber und freier Literaturkritiker in Berlin. Als Übersetzer englischsprachiger Lyrik erhielt er den Übersetzerpreis der Stadt Hamburg. 2001 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband Probebohrungen im Himmel, 2004 folgte der Lyrikband Guerickes Sperling.


Juryentscheid

Für die Jury zeigte die Lyrik Jan Wagners, der als „virtuosester Formenspieler seiner Generation“ gilt, eine deutliche Affinität zu Reinfranks „Poesie der Fakten“. Mythologische Symbolstätten werden wie triviale Gegenstände der Alltagswelt ausschnitthaft, aber mikroskopisch genau in Augenschein genommen und dabei suggestiv in einen sinnhaften Zusammenhang einbezogen. Jan Wagner entwickele dabei eine unprätentiöse Artistik der Sprache, die noch mit den inhaltlichen Motiven wie den sprachlichen Formen zugleich virtuos und spielerisch umgehe. Was Jan Wagner schließlich mit Arno Reinfrank verbinde, sei die enge Beziehung zur angelsächsischen Kultur und auch hier wieder vor allem zur Lyrik.

Die Feier zur 1. Preisverleihung fand am 14. September 2006 im Historischen Ratssaal Speyer statt.


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