Spatz, Margarethe


Zeichnung Federkiel

Die Tochter des Pfarrers Johann Friedrich Wilhelm Spatz, die nach dessen Tod 1803 unversorgt war, errichtete eine private Schule für Mädchen aus wohlhabenden Familien.

Obwohl die Jungfer Spatz keine förmliche Prüfung - wie für Schulmeister üblich - abgelegt hatte, genoss sie ein hohes Ansehen bei Schulrat Butenschoen. Ihr Unterricht galt als niveauvoll und so erhielt Demoiselle Spatz 1808 die Zulassung ihrer Schule.

Dass sie dies erreichte, mag sowohl an ihrem anspruchsvollen Unterricht als auch daran gelegen haben, dass es für evangelische Mädchen kein alternatives Angebot gab und die Mädchenschule von St. Magdalena zumindest für manche evangelische Familien nicht in Frage kam. Eigentlich sollten in dieser Zeit die kleinen „Winkelschulen“ (Zwergschulen) geschlossen werden. In dieser privaten Schule wurde aber erfolgreich Deutsch, Französisch, Rechnen, Erdbeschreibung, Religion sowie Handarbeiten unterrichtet. 

1819 nahm die Schulgründerin noch eine Hilfslehrerin zu sich, so dass zu Beginn der 20-er Jahre 30 bis 40 Mädchen unterrichtet wurden. Katharina Louise Lohr übernahm 1826 den Schulbetrieb und führte die Schule bis kurz vor Gründung der städtischen Höheren Mädchenschule 1841 weiter. Diese „Töchterschule“ wurde Vorgängerin des heutigen Hans- Purrmann-Gymnasiums.

Autorin: Dr. Lenelotte Möller

Weitere historische Spuren der Mädchenbildung in Speyer

Lebkuchengasse
Lebkuchengasse

Doctrix puellarum ‒ Mädchenlehrerin

Ohne Namensangabe ist sie erwähnt im Seelbuch des Georgenhospitals um 1300, gemäß diesem Eintrag schuldet sie dem Hospital zu St. Martin 20 Denare und einen Kapaun.

Ort: Lebkuchengasse, hinter dem Haus Zum Greifen


Heydenreichstraße
Heydenreichstraße

Elle, „lerfrawe zu Spire“

Elle wird erwähnt in einem Mietvertrag vom 13. Mai 1362, wonach sie zur lebenslangen Miete ein Haus in der Jacobsgasse erhält, das sie mit ihren Hausgenossen nutzen will. Unter den Hausgenossen sind möglicherweise Schülerinnen zu verstehen. In Schulen dieser Art unterrichteten Frauen Mädchen, manchmal auch Jungen, in Lesen und Schreiben in der Muttersprache, vielleicht auch im Rechnen.

Ort: Heydenreichstraße, frühere Jacobsgasse



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