Simbsler, Vincentia


Vincentia Simbsler

Sr. Vincentia kam 1768 zur Welt. Mit achtzehn Jahren trat sie bei den Dominikanerinnen im Kloster St. Magdalena ein. Drei Jahre später brach die Französische Revolution über Speyer herein. 1793 kamen die Franzosen nach Speyer und die Schwestern mussten fliehen. 1802 sollten schließlich alle Klöster der Stadt Speyer aufgehoben werden, so dass der Besitz des Klosters an Speyerer Bürger überging. Die "säkularisierten" Schwestern jedoch machten einen klugen Schachzug: Sie traten zunächst als Pächterinnen auf. Sr. Vincentia verfolgte den Plan, das Kloster rückzukaufen. Klug fädelte sie ein, dass ein Verwandter als Käufer fungierte und das Klosteranwesen auf seinen Namen eingetragen wurde. Eifrig trug sie durch geschicktes Netzwerken die Rückkaufsumme zusammen und rettete somit das Kloster St. Magdalena vor dem Untergang. Um die Schuldsummen in den kommenden Jahren zu tilgen, legten die Schwestern ihre Staatsrenten zusammen, vermieteten die Speicher an Tabakbauern und verkauften allerlei Handarbeiten und Gemüse aus dem Klostergarten. Nachdem 1813 die Franzosen Speyer wieder verlassen hatten, konnte Sr. Vincentia endlich das Projekt „Mädchenbildung“ in die Hand nehmen und eröffnete eine weibliche Erziehungsanstalt.

Sr. Vincentia wurde Oberin des wiedererrichteten Klosters St. Magdalena.

Im April 1838 starb Sr. Vincentia. Ihr ist es zu verdanken, dass die eigentliche Aufgabe der Ordensgemeinschaft, nämlich die Mädchenbildung, nach der Französischen Revolution wieder aufgenommen werden konnte. Bis heute sind die Schwestern im Magdalenakloster in der Erziehung und Bildung von Kindern aktiv.

Autorin: Monika Kreiner

Kloster St. Magdalena, Hasenpfuhlstr. 32

Torbogen zum Kloster St. Magdalena
Eingang zum Kloster St. Magdalena

Das Kloster St. Magdalena hat als einziges von den ursprünglich 60 Klöstern der Pfalz die Jahrhunderte überdauert. 1228 zog die Gemeinschaft von Reuerinnen aus dem rechtsrheinischen St. Leon nach Speyer, wo sie 1304 die Aufnahme in den Dominikanerorden erbat. Die Ordensfrauen widmeten sich seither der Mädchenbildung und unterhielten viele Schulen. Im weitläufigen Klosterbezirk wurde im frühen 18. Jahrhundert auf den Mauern des ursprünglichen gotischen Baus, die Kirche, ein sechsachsiges Langhaus, errichtet. Das ehemalige Schulhaus stammt von 1832.

Zwischen 1923 und 1931 war die Schule Wirkungsstätte der von den Nationalsozialisten ermordeten Philosophin und Karmeliterin Dr. Edith Stein, die 1922 vom Judentum zum Katholizismus übergetreten war.

Man betritt die Anlage durch einen spätgründerzeitlichen Torbau aus dem Jahr 1889. In der Mauer um die Klosteranlage sind noch alte Grabkreuze, meist aus dem 18. Jahrhundert, zu sehen.


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