Wohnungsmarktkonzept


Vorgehen

Das Wohnungsmarktkonzept setzt sich aus drei aufeinander bauenden Bausteinen zusammen

  • Baustein 1 – Rahmenbedingungen und Wohnungsmarktsituation in Speyer
  • Baustein 2 – Wohnungsmarktprognose 2030
  • Baustein 3 – Handlungskonzept

Die genannten Bausteine wurden nacheinander bearbeitet. Jeder der Bausteine wurde in der dafür gegründeten Arbeitsgruppe Wohnen (AG Wohnen), bestehend aus Verwaltung, Vertretern der Fraktionen, Wohnungsbauunternehmen, Banken und Immobilienmaklern vorgestellt und gemeinsam diskutiert.

Baustein 1 – Rahmenbedingungen und Wohnungsmarktsituation in Speyer

Im ersten der drei Bausteine des Wohnungsmarktkonzeptes wurden die Daten zu allge-meinen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die Nachfragesituation und die Ange-botssituation des Wohnungsmarktes in der Stadt Speyer erhoben.

Zusammengefasste Ergebnisse der 1. AG Wohnen:

  • stabile Bevölkerungsentwicklung
  • gute wirtschaftliche Entwicklung in Speyer
  • niedrige Arbeitslosenzahlen
  • hoher Einpendlerüberschuss
  • Demografischer Wandel , der Anteil der ab 45-Jährigen ist gestiegen
  • Zahl der Haushalte ansteigend , Singularisierung der Haushalte
  • hohe Eigentumsquote
  • hoher Anteil alter Wohnungen in der Altstadt sowie Einfamilienhäuser aus den 1950er – 1970er Jahren
  • geringe Neubautätigkeit in den letzten Jahren
  • bisher kaum frei verfügbares Wohnbauland

Baustein 2 – Wohnungsmarktprognose 2030

Bestandteil des 2. Baustein des Wohnungsmarktkonzeptes, war eine Analyse des preisgünstigen Wohnraumes und eine Erarbeitung einer Wohnungsmarktprognose mit den Schwerpunkten Bevölkerungs- und Haushaltsprognose, sowie dem Neubau- und Flächenbedarf in der Stadt Speyer.

Zusammengefasste Ergebnisse der 2. AG Wohnen:

  • Haushaltsprognose: 2016 - 25.120 Haushalte , 2030 - 26.150 Haushalte
  • Nachfrageüberhang bei kleinen, preisgünstigen Wohnungen für Ein- und Zweizimmerhaushalte
  • ausreichend große, preisgünstige Wohnungen, jedoch häufig Fehlbelegungen
  • steigende Kaufpreise bei Einfamilienhäusern (von 2010 bis 2017 um 55%) und Eigentumswohnungen (von 2010 bis 2017 um 43%)
  • steigende Angebotsmieten (von 2010 bis 2017 um 26%)

Für die Stadt Speyer ergibt sich nach dem Wohnungsmarktkonzept folgender Neubaubedarf bei Ein- und Zweifamilienhäusern (EZFH) und Mehrfamilienhäusern (MFH):


2016
2022
2030
EZFH
100
520
840
MFH
170
840
1.350
Gesamt
270
1.360
2.190

Auf Grundlage des Neubaubedarfes wurde eine Prognose des Wohnbauflächenbedarfs bis in das Jahr 2030 durchgeführt:

Ein- und Zweifamilienhäuser

27,8 ha
Mehrfamilienhäuser
13,1 ha
Gesamt
40,9 ha


Baustein 3 – Handlungskonzept

Im dritten Baustein des Wohnungsmarktkonzeptes wurden die Ziele auf Grundlage der bisher erhobenen Daten für eine zukünftige Wohnungsmarktentwicklung in der Stadt Speyer formuliert. Mithilfe von aufgeführten Maßnahmen sollen die drei Leitziele für den Speyerer Wohnungsmarkt umgesetzt werden. Um den Herausforderungen des Wohnungsmarktes gerecht zu werden, müssen alle drei Leitziele mit der gleichen Priorisierung betrachtet werden. Die aufgeführten Leitziele decken die unterschiedlichsten Ebenen des identifizierten Wohnungsmarktes ab. Mithilfe der genannten Maßnahmen, sollen die Leitziele erfolgreich umgesetzt werden.

Leitziel 1 - Wachsen in bestehenden Strukturen! Fokus Innenentwicklung, Siedlungserweiterung zulassen

  • Ausgeglichene Entwicklung des Wohnungsmarktes erreichen
  • Bestandsentwicklung fortführen
  • Wohnungsneubau forcieren
  • Kooperation mit Akteuren der Wohnungswirtschaft
  • Aktivierung von Bauflächen
  • Architektonische und städtebauliche Qualität erhalten und neu schaffen

Leitziel 2 - Wohnen in starken Quartieren! Zukunftsfähige Weiterentwicklung gewachsener Strukturen

  • Sicherung von Quartieren
  • Sozialverträgliche Quartiersentwicklung
  • Mischung unterschiedlicher Wohn- und Lebensphasen
  • Generationenwechsel in Bestandsquartieren unterstützen

Leitziel 3 - Zielgruppenspezifische Angebotssicherung- und Verbesserung

  • Preisgünstigen Wohnraum für Geringverdiener sichern
  • Angebote für Familien in der Stadt schaffen
  • Seniorengerechte Angebote im Bestand und Neubau schaffen
  • Neue Wohn- und Lebensformen schaffen.

Schlüsselmaßnahmen

Die genannten Leitziele lassen sich nur durch gezielte Maßnahmen umsetzten. So wurden 13 Schlüsselmaßnahmen formuliert um die  genannten Leitziele nachhaltig und vollständig umsetzen zu können.

  • M1 – Baulandstrategie
  • M2 – Flächenprogramm Wohnen
  • M3 – Preisgünstiges u. effizientes Bauen – Modellprojekt Mausbergweg
  • M4 – Neue Wohn – und Lebensformen – insbesondere Baugemeinschaften
  • M5 - Potenzialermittlung im Bestand – Baulückenkataster
  • M6 – Außenbereichssatzung
  • M7 – Monitoring Wohnungsmarkt
  • M8 - Monitoring Sozialer Wohnraum
  • M9 – Monitoring Ferienwohnung – Milieuschutzsatzung
  • M10 – Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme
  • M11 – Konzeptvergabe und Einheimischenmodell
  • M12 – Dialogplattform fortführen und gegebenenfalls ausbauen
  • M13 – Gestaltungsbeirat

Die Verwaltung ist bereits dabei einzelne Maßnahmen zu bearbeiten und umzusetzen.


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