KWP | Stand 06.07.2026

Kommunale Wärmeplanung der Stadt Speyer


Die Stadt Speyer macht sich auf den Weg zu einer zukunftsfähigen, sicheren und klimafreundlichen Wärmeversorgung. Die kommunale Wärmeplanung ist dabei ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2040. Gleichzeitig soll sie dazu beitragen, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdgas und Heizöl zu verringern.

Wärme wird in Speyer heute vor allem zum Heizen von Gebäuden, für Warmwasser und in Betrieben benötigt. Die zentrale Frage lautet daher:

Wie kann die Wärmeversorgung in Speyer künftig sicher, bezahlbar und klimafreundlich gestaltet werden?

Die kommunale Wärmeplanung soll hierfür eine fachliche Orientierung geben. Sie zeigt auf, welche Wärmeversorgungsoptionen in welchen Teilen der Stadt grundsätzlich möglich und sinnvoll sein können – zum Beispiel dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder zentrale Lösungen wie Wärmenetze.

Die kommunale Wärmeplanung ersetzt keine individuelle Energieberatung und begründet für einzelne Gebäude zunächst keine unmittelbare Pflicht zum Anschluss an ein Wärmenetz oder zum Austausch einer Heizung. Sie schafft jedoch eine wichtige Planungsgrundlage für Stadt, Stadtwerke, Eigentümerinnen und Eigentümer, Unternehmen und die Öffentlichkeit.

  • 1. Warum ist die kommunale Wärmeplanung wichtig

    Eine erfolgreiche Wärmewende beruht im Wesentlichen auf zwei Bausteinen:

    • Wärmebedarf senken

    Gebäude sollen künftig möglichst wenig Energie benötigen. Dazu gehören zum Beispiel energetische Sanierungen, bessere Dämmung, effiziente Heiztechnik und ein bewusster Umgang mit Energie.

    • Verbleibenden Wärmebedarf klimafreundlich decken

    Der verbleibende Wärmebedarf soll zunehmend durch erneuerbare Energien, Umweltwärme, Geothermie, Abwärme oder klimaneutrale Wärmenetze gedeckt werden.

    Für Speyer kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Die Stadt liegt in einer klimatisch besonders belasteten Region. Gerade bei austauscharmen Wetterlagen ist es deshalb wichtig, auch lokale Luftbelastungen im Blick zu behalten. Lokal emissionsarme oder lokal emissionsfreie Heizlösungen können deshalb einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz, Gesundheitsschutz und Lebensqualität leisten.

  • 2. Was ist kommunale Wärmeplanung?

    Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Planungsprozess.

    Sie untersucht, wie die Wärmeversorgung im gesamten Stadtgebiet langfristig klimaneutral entwickelt werden kann. Dabei werden unter anderem folgende Fragen bearbeitet:

    • Wie hoch ist der heutige Wärmebedarf in Speyer?
    • Welche Energieträger und Heizsysteme werden aktuell genutzt?
    • Wo gibt es bestehende oder mögliche Wärmenetze?
    • Welche Potenziale gibt es für erneuerbare Wärme, Geothermie, Umweltwärme, Solarthermie oder Abwärme?
    • In welchen Quartieren sind eher dezentrale Lösungen wahrscheinlich?
    • Wo könnten zentrale Wärmenetze technisch und wirtschaftlich sinnvoll sein?
    • Welche Maßnahmen sind notwendig, um die Wärmeversorgung Schritt für Schritt umzubauen?

    Die kommunale Wärmeplanung wird von der Stadt Speyer mit Unterstützung des Planungsbüros plan[neo] GmbH durchgeführt.

  • 3. Aktueller Stand in Speyer

    Die kommunale Wärmeplanung der Stadt Speyer ist im Juni 2026 gestartet.

    Derzeit werden die Grundlagen für die Bestandsanalyse und die Potenzialanalyse erarbeitet. Dabei werden Daten zum Gebäudebestand, zum heutigen Wärmebedarf, zu vorhandenen Infrastrukturen und zu möglichen erneuerbaren Wärmequellen gesammelt und ausgewertet.

    Sobald Zwischenergebnisse vorliegen, werden diese auf dieser Seite veröffentlicht.

  • 4. Ablauf der kommunalen Wärmeplanung

    Der Ablauf der kommunalen Wärmplanung umfasst folgende vier großen Bestandteile:

    1. Bestandsanalyse


    In einem ersten Schritt werden die heutigen Wärmebedarfe und Wärmeverbräuche im Stadtgebiet untersucht. Dabei werden unter anderem Gebäudebestand, Heizsysteme, Energieträger und bestehende Infrastrukturen betrachtet.

    2. Potenzialanalyse


    Anschließend werden lokale Potenziale für erneuerbare Wärmequellen untersucht. Dazu können zum Beispiel Umweltwärme, Geothermie, Solarthermie, Abwärme oder Wärmenetze gehören.

    3. Zielszenario bis 2040


    Auf Basis der Analysen werden realistische Ziele für die zukünftige Wärmeversorgung entwickelt. Dabei wird betrachtet, wie eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 erreicht werden kann.

    4. Maßnahmen und Umsetzung


    Aus den Ergebnissen werden Maßnahmen abgeleitet. Diese sollen zeigen, welche Schritte notwendig sind, um die Wärmewende in Speyer praktisch umzusetzen.

    Information und Beteiligung


    Für eine solide und realistische Wärmeplanung ist die Einbindung von Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümern, Gewerbetreibenden sowie Bürgerinnen und Bürgern wichtig. Deshalb lädt die Stadt Speyer regelmäßig zu Informationsveranstaltungen ein und bittet um aktive Mithilfe, zum Beispiel durch die Teilnahme an der Umfrage zur kommunalen Wärmeplanung.

  • Welche Auswirkung hat der Wärmeplan auf die Bürger?

    • Es entstehen keine sofortigen Verpflichtungen, z.  B. zur Heizungsumstellung.
    • Die Wärmeplanung schafft Transparenz und unterstützt langfristige Entscheidungen.
    • Eigentümer:innen erhalten Orientierung, welche Technologien für ihr Quartier geeignet sind.
    • Beteiligung wird großgeschrieben – z.  B. über Infoveranstaltungen und Rückmeldemöglichkeiten.


Weitergehende Informationen rund um das Thema


Die Energieagentur RLP begleitet den Prozess mit umfangreichen Arbeitshilfen:

Die Wärmewende allgemein

Die kommunale Wärmewende

Hintergrundpapier/Hintergrundwissen kommunale Wärmeplanung

geopfalz GmbH & Co. KG

Stadtwerke Speyer Wärmeversorgung