Krieg, Else


Else Krieg

Geboren am 15. März 1884 in Kaiserslautern, hatte Else Krieg seit frühester Kindheit eine enge Verbindung  zur evangelischen Kirche: Ihr Cousin war Kirchenpräsident und ihr Vater bekleidete ab 1903 das Vorsteheramt der Diakonissenanstalt Speyer. Else Krieg arbeitete als seine Sekretärin und entschloss sich, 1909 selbst Diakonisse zu werden. Ihre ältere Schwester trat 1925 ebenfalls dem Orden bei. 1916 wurde Else Krieg zur Oberin gewählt. Erfolgreich bemühte sie sich um die staatliche Anerkennung der Ausbildung im Bereich Sozialpädagogik und Pflege. Ein Bereich, in dem damals wie heute vorwiegend Frauen beschäftigt sind. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Zahl der Diakonissen an, doch Else Krieg war konfrontiert mit der Armut und Arbeitslosigkeit der Nachkriegszeit und der Weltwirtschaftskrise, eine Zeit, in der viele Menschen auf die Hilfe der Kirchen angewiesen waren.

In der Zeit des Nationalsozialismus bewies Else Krieg Mut und kämpfte gegen die drohende Gleichschaltung des Diakonissenmutterhauses. Mit Hilfe anderer Mutterhäuser gelangt es ihr, diese erfolgreich zu verhindern. Für sie war der christliche Glaube unvereinbar mit der nationalsozialistischen Ideologie.  Als der Zweite Weltkrieg Deutschland erreichte, versorgte sie in Lazaretten die Verwundeten und versuchte den Soldaten Halt und Hoffnung zu geben. Nach 1945 war Else Krieg Mitglied vieler internationaler Gremien, sie wurde von ihren Kollegen*innen wegen ihres Charakters sehr geschätzt. Sie verband  Durchsetzungsvermögen und Idealismus mit Warmherzigkeit und Klugheit. Seit 1952 war sie Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.

Else Krieg starb am 4. Juni 1970 im Alter von 86 Jahren, von denen sie 47 Jahre Oberin der Diakonissenanstalt war.

Autorin: Katharina Müller

Diakonissenmutterhaus, Hilgardstr. 26

Das Diakonissenmutterhaus in der Hilgardstraße 16
Das Diakonissenmutterhaus in der Hilgardstraße 16

Im Jahr 1881 spendete Heinrich Hilgard 10 000 Mark zum Neubau des Diakonissenhauses. Hilgard war nach seiner Auswanderung in die USA zu Wohlstand gekommen.
Das Richtfest fand am 14. Juni 1884 statt und vier Wochen später erfolgte die Grundsteinlegung in Anwesenheit von Heinrich Hilgard. Zu Ehren von Hilgards Mutter und deren Schwester erhielt das Haus den Namen „Elisabeth-Anna-Haus“.  Am 21. Januar 1885 folgte die feierliche Einweihung des neuen Mutterhauses.


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