Hans-Purrmann-Preise


Bildmarke Hans-Purrmann-Preise
Die Bildmarke der Hans-Purrmann-Preise zeigt den Künstler in seinem Atelier in Paris


Der „Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst“ soll, so der ausdrückliche Wunsch von Hans Purrmann, an förderungswürdige junge Künstlerinnen und Künstler verliehen werden, die vergleichbar den Lebensstationen Hans Purrmanns (Geburt in der Pfalz, Lebens- und Arbeitsstationen in München, Berlin, Paris, Rom, Florenz, aber auch der Schweiz sowie dem Bodensee) einen europäischen Blick und Bezug, aber auch einen Bogen von europäischen Metropolen und ländlichen Räumen aufweisen. Jeder, der diese Bedingung erfüllt und das 35. Lebensjahr noch nicht überschritten hat, kann sich während der Ausschreibungsphase um den mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 € sowie einer eigenen Katalogpublikation dotierten Förderpreis bewerben. 

Der „Große Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer“ wurde von der Hans Purrmann Stiftung ins Leben gerufen. Für diesen mit 20.000 € dotierten Preis werden ca. 50 renommierte Künstlerinnen/Künstler, Kuratorinnen/Kuratoren und Kunstkritikerinnen/Kunstkritiker mit internationaler Erfahrung um einen Nominierungsvorschlag gebeten. Eine Selbstbewerbung ist nicht möglich.

Unter der Leitung von Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und Professor Dr. Andreas Bee wirken in der Jury Professor Leiko Ikemura (Berlin/Köln), Professor Karin Kneffel (Düsseldorf/München), Professor Martin Liebscher (Berlin/Offenbach), Professor Marcel Odenbach (Köln/Düsseldorf), Professor Ben Willikens (Stuttgart) und René Zechlin (Ludwigshafen) mit.

Im Anschluss an die Preisvergabe findet  im Kulturhof Flachsgasse regelmäßig eine Ausstellung mit den Arbeiten der Nominierten statt.

Hans-Purrmann-Preise 2021

Für den mit einem Preisgeld von 20.000 Euro sowie einer eigenen Katalogpublikation dotierten „Großen Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer“ ist eine Selbstbewerbung nicht möglich. Die Vorauswahl hierfür fand Anfang Dezember 2020 in München statt. Aus 54 Bewerbungen, die auf Vorschlag von 64 international renommierten Künstlerinnen und Künstlern, Kritikerinnen und Kritikern sowie Kuratorinnen und Kuratoren eingegangen waren, wählten die Juroren acht Finalist*innen aus.

Preisträger des „Großen Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer“ 2021: Jan Paul Evers

Bei der fünften Auflage geht der von der Hans Purrmann Stiftung ins Leben gerufene Preis an Jan Paul Evers. Der 1982 in Köln geborene Künstler studierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und wurde 2011 Meisterschüler bei Prof. Dörte Eißfeldt. 

Mit Jan Paul Evers prämiert die Jury einen Künstler, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, alternative Mittel und Wege zu finden, weiter in das fotografische analoge Bild im Labor einzugreifen. Ihn fasziniert das Medium der Fotografie deshalb, weil darin grundlegende Fragen zum Weltverhältnis sich gestalten lassen. Evers versteht sich zum einen als Evidenzkritiker, der auf der Projektionsfläche der Fotografie den Abbildcharakter der Welt nachspürt und im „mediatic space“ (Beat Wyss) der Fotografie die Aufgabe bewältigt, die Präsentation von Wirklichkeit zu leisten, um sie in ein bisher nicht gekannte Wirkweisen zu übersetzen. Dabei spielen Bildtitel eine ebenso große Rolle, wie das fotografische Dunkelkammer-Experiment oder die Appropriation digitaler Bildströme.

Mitte November 2020 hat die Vorjurierung für den Förderpreis „Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst“ stattgefunden. Insgesamt wurden für den Förderpreis 181 Bewerbungen eingereicht, aus denen die Jury zehn Künstler*innen für die Hauptauswahl eingeladen hat.

Wegen des insgesamt ungewöhnlich hohen Niveaus der Bewerbungen entschloss sich die Jury zwei Förderpreise zu vergeben. Die Auszeichnung „Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst“ erhalten die 1989 geborene Münchnerin Alina Grasmann und der 1987 in Hattingen geborene Philipp Valenta.

Preisträgerin des Förderpreis „Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst“ 2021: Alina Grasmann

Alina Grasmann studierte von 2009 bis 2017 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Karin Kneffel und an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Prof. Gabriele Rothemann. Von 2017 bis 2018 lebte sie in New York City, wo sie am Artist-in-Residence-Programm der NARS Foundation Brooklyn teilnahm.

Alina Grasmanns großformatige Malereien gleichen traumhaften Visionen. Sie entführt den Betrachter in eine rätselhafte Welt voller skurriler Andeutungen und zu Surrealismen. Die Arbeiten überzeugen durch ihre vielfältigen Andeutungen und Referenzen auf die Kunstgeschichte. Das bereits umfassende Œuvre der jungen Künstlerin lässt die Jury gespannt die weitere Entwicklung erwarten.

Preisträger des Förderpreis „Hans-Purrmann-Preis der Stadt Speyer für Bildende Kunst“ 2021: Philipp Valenta

Philipp Valenta studierte von 2007 bis 2012 an der Bauhaus-Universität Weimar bei Prof. Norbert Hinterberger sowie Prof. Elfi Fröhlich und absolvierte anschließend im Jahr 2014 ein Gastsemester an der Kunstakademie Münster in der Klasse der Professoren Maik und Dirk Löbbert. Nach einem Masterstudium im Bereich Metallgestaltung an der HAWK Hildesheim bei Prof. Georg Dobler wurde er Meisterschüler von Prof. Thomas Rentmeister an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Er lebt und arbeitet in Duisburg.

Philipp Valenta beschäftigt sich in seinen konzeptionellen Arbeiten vorwiegend mit Werten, Wertschöpfungsprozessen und Verhältnismäßigkeiten. Es entstehen Arbeiten aus den Themenbereichen Geld, Luxus, Religion und Politik. Themen aus dem Bereich Finanzmärkte herrschen vor, sie werden durch historische Bezüge sowohl aus der Kunstgeschichte, als auch aus antiken Erzählungen allegorisch mit aktuellen Ereignissen aus Gesellschaft und Ökonomie verknüpft.

Die Preisverleihung fand am 25. September 2021 im Historischen Ratssaal Speyer statt. Bis einschließlich 24. Oktober 2021 sind die Arbeiten aller Finalist*innen in der Ausstellung zum Wettbewerb im Kulturhof Flachsgasse zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Do - Fr 11 - 18 Uhr, der Eintritt ist frei. Tagesaktuelle Informationen zu den aktuell vor Ort gültigen Corona-Regelungen finden Sie hier

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger seit 1966 können hier eingesehen werden.