Lebensraum Friedhof


Insektenfreundliches Beet auf dem Friedhof Speyer
Insektenfreundliches Beet auf dem Friedhof Speyer


Der Titel mag auf den ersten Blick befremden, aber er ist mit Bedacht gewählt: In unserer Kultur ist der Friedhof Ort für Trauer und des Gedenkens – auch für Begegnung und Trost. Menschen in den schwersten Phasen ihres Lebens suchen ihn auf und hoffen dort mit lieben Verstorbenen, mit Vergangenem in Verbindung zu bleiben, ohne die Verbindung zum eigenen weiterlaufenden Leben zu verlieren.

So wird der Friedhof zu einem besonderen Raum in unserem Leben, Lebensraum. Wir finden darin viele Symbole des Lebens und der Verwandlung – in künstlerischen Darstellungen an den Gräbern aber auch in der grünen Natur des parkartigen Friedhofs mit seinem alten Baumbestand und großen offenen Grünflächen.

Als größter Park mitten in der Stadt ist der Speyerer Friedhof natürlich Lebensraum auch für Tiere und Pflanzen und zwar mit beachtlichem ökologischen Potential. Die große Wiesenfläche im südöstlichen Bereich und die sich anschließende Saumvegetation bieten mit einer Vielzahl an Kräutern und Wildstauden Nahrungs- und Nistraum für Schmetterlinge Wildbienen und viele andere Insekten – Nahrungsgrundlage wiederum für Eidechsen, Vögel, Kleinsäugetiere. Mit anderen Worten: eine Chance für Biodiversität in der Stadt.

Diese Chance bleibt aber nur bei entsprechender Pflege erhalten. Mähen und Mulchen – sieht für das ordnungsgewohnte Auge vielleicht sauber aus – ist aber der Tod des vielfältigen Lebens. Deshalb unterstützt die Bieneninitiative die Friedhofsgärtner bei der Wiesenpflege: Mähen mit dem Balkenmäher und Abräumen des Mähguts. 2018 und 2019 organisierte sie dafür den ehrenamtlichen  Einsatz. Auch im Herbst 2020 sind wieder Helfer*innen auf der Friedhofswiese willkommen.

Als Versuch einer naturnäheren Gestaltung und Aufwertung einer eintönigen Rasenfläche legten die Friedhofsgärtner am Girlsday 2018 mit der Bieneninitiative ein „Wildes Staudenbeet“ an. Kirschlorbeer und Rasensoden mussten blühenden Stauden weichen, die nun im Sommer Mensch und Insekt mit ihrem Blütenreichtum erfreuen. Die trockenen Stängel mit Samenständen bleiben über Winter stehen und bieten einen bizarren Anblick: Rühmliches Zeichen einer naturbewusster handelnden Gärtnerhand. Wir hoffen auf die Anerkennung der Friedhofsbesucher.


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