
Vorgeschichte und Idee
Die Idee zu einem Partnerschaftskaffee Speyer-Ruanda wurde 2019 im Rahmen der Fairen Woche geboren, die in Speyer das Partnerland von Rheinland-Pfalz zum Hauptthema hatte.
Mit dem Partnerschaftskaffee wollen wir die Verbindung von Fairem Handel und unserem Partnerland Ruanda herstellen mit besonderem Augenmerk auf die Situation der Frauen.
So kam es zu der Idee eines Partnerschaftskaffees für Speyer. Zwei wichtige Nachhaltigkeitsziele werden so in den Blick genommen: das Nachhaltigkeitsziel Nr. 5 „Gleichberechtigung der Geschlechter“ sowie das Nachhaltigkeitsziel Nr. 12 „Verantwortungsvoller Konsum“.
Kaffee ist ein Getränk, das jeden/jeder von uns in unserem Alltag begegnet und begleitet. Woher kommt der Kaffee, welchen Weg legt er zurück von der Bohne bis in die Kaffeetasse? Welche Rolle haben Frauen im Kaffeeanbau?
Nach ausführlichen Recherchen verschiedener Bezugsquellen von Ruandakaffees, wurde schließlich ein Kaffee von EL Puente aus der Kooperativen Kopakama ausgewählt. Die ruandische Kaffee-Kooperative hat ihren Sitz im Rutsiro District im Westen des Landes am Kivu-See. Hier bauen etwa 1000 Bäuer*innen Kaffee der Varietät Bourbon an.
Dieser Ruandakaffee ist fair gehandelt, bio-zertifiziert und klimaneutral (CO2-Kompensation über Projekte der Klimakollekte Berlin https://klima-kollekte.de/)
Ein besonderes Augenmerk der Kooperative liegt auf der der Förderung von Frauenprojekten und der Versöhnung der verschiedenen ruandischen Bevölkerungsgruppen. So wurde für den Partnerschaftskaffee Speyer – Ruanda der Name INSHUTI (Freundschaft)ausgewählt.
Lokale Identifikation in Speyer
Der Partnerschaftskaffee Speyer-Ruanda ist ein gemeinsames Projekt von „Speyer fairwandeln“ und der Kaffeerösterei Schramm Speyer in Zusammenarbeit mit der Stadt Speyer und EL Puente.
Wir konnten die Kaffeerösterei Schramms als festen Partner für das Projekt gewinnen. Für die Gestaltung eines eigenen Kaffee-Etiketts sowie weiteren Werbemitteln haben wir zusammen mit einer Kunstklasse des Edith-Stein-Gymnasiums zusammengearbeitet. Dieser lokale Bezug ist uns sehr wichtig.
Der Kaffee ist ab sofort in Schramms Kaffeerösterei (Gilgenstraße und Industriehof) zu erhalten.
Für die Gestaltung des Motivs des Kaffee-Etiketts haben wir mit einer Kunstklasse des Edith-Stein-Gymnasiums zusammengearbeitet. Die Mädchen reichten viele tolle Vorschläge ein und nicht nur das ausgewählte Motiv, das auf allen Kaffeepackungen zu entdecken ist, wurde verwendet - alle Entwürfe finden sich auf dem Rollup, mit dem der Kaffee beworben wird. Als Dank habe Sandra Gehrlein (Nachhaltigkeitsmanagement) und Anke Mertens (VHS) das Rollup mit den Motiven am 10.11.2022 an die Schulklasse übergeben.

Weitere Informationen finden Sie auf dem Flyer.
Bildungsreise nach Ruanda - "Land der tausend Hügel"

Vom 6. bis 13. Juli 2025 führte eine Bildungsreise nach Ruanda unter dem Titel „Land der tausend Hügel“. Sie bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, ein Land zu erleben, das sich nach dem tragischen Genozid von 1994 zu einem modernen Staat entwickelt hat. Die Initiative zu dieser Reise ging von Beigeordneten Irmgard Münch-Weinmann der Stadt Speyer aus, und unter den Teilnehmenden waren auch Mitglieder der Steuerungsgruppe Speyer fairwandeln.
Ein Schwerpunkt der Reise lag auf Nachhaltigkeit und Frauenförderung, zwei Bereichen, die für Ruanda von zentraler Bedeutung sind. Ruanda gilt als weltweit führend bei der politischen Gleichstellung der Geschlechter, mit dem höchsten Frauenanteil in beiden Parlamentskammern. In Gesprächen mit Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Projektarbeit wurde deutlich, wie gesetzliche Gleichstellung mit konkreten Maßnahmen verbunden ist, gleichzeitig aber traditionelle Rollenbilder im Alltag weiterwirken.
Im Bereich Nachhaltigkeit beeindruckte Ruanda durch konsequente Umweltpolitik, etwa das landesweite Verbot von Plastiktüten, und durch nachhaltige Landwirtschaftsprojekte. Ein Höhepunkt war der Besuch der Kaffee-Kooperative Kopakama am Kivu-See, die von etwa 1.000 Bäuerinnen und Bauern betrieben wird und besonders Frauenprojekte, wie Ejo Hezo, unterstützt. In diesem Zusammenhang überreichte Frau Münch-Weinmann der Vorsitzenden von Ejo Heza den Partnerschaftskaffee Inshuti – ein Projekt, das im Rahmen der Fairen Woche 2022 initiiert wurde. Der Name „Inshuti“ bedeutet „Freundschaft“, und der fair gehandelte, bio-zertifizierte und klimaneutrale Kaffee trägt zur Verbindung zwischen Speyer und Ruanda bei. Er stammt aus der Kooperative Kopakama und rückt sowohl verantwortungsvollen Konsum als auch die Förderung von Frauen in den Fokus.
Insgesamt vermittelte die Bildungsreise eindrucksvoll, wie Ruanda Tradition, Erinnerung und Zukunftsgestaltung verbindet. Die Kombination aus politischem Austausch, nachhaltigen Praxisprojekten und authentischen Begegnungen vor Ort hinterließ nachhaltige Eindrücke und regte an, eigene Perspektiven auf Entwicklung, Gleichberechtigung und nachhaltiges Engagement weiter zu reflektieren
Gewinner beim Hauptstadt Wettbewerb des fairen Handels 2023
Die insgesamt 13 Kommunen wurden im Beisein der Parlamentarischen Staatssekretärin im Entwicklungsministerium, Dr. Bärbel Kofler, im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung am 5. Oktober 2023 in Fürth ausgezeichnet. Für die Stadt Speyer nahmen Anke Mertens, Leiterin des Bildungszentrums Villa Ecarius, und Stella Meinel, Leiterin der Speyerer Freiwilligenagentur, den Preis entgegen.

Seit 20 Jahren wird der Preis „Hauptstadt des Fairen Handels“ durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an Städte und Gemeinden verliehen. Alle zwei Jahre wird damit herausgehobenes lokales Engagement von Kommunen im Themenfeld Fairer Handel und Faire Beschaffung ausgezeichnet.
Insgesamt 125 Kommunen aus allen 16 Bundesländern reichten zum 20-jährigen Bestehen des Wettbewerbs ihre Bewerbungen ein. Erstmals wurde der begehrte und mit einem Preisgeld versehene Hauptstadttitel je an eine kleine, mittlere und große Kommune vergeben. Zusätzlich wurden erstmalig ein Sonderpreis zum Thema „Geschlechtergerechtigkeit und Fairer Handel“ und ein Publikumspreis verliehen.
„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, die das von vielen Speyerer Akteur*innen gelebte Engagement für den Fairen Handel vor Ort belohnt und für eine größere Öffentlichkeit sichtbar macht“, sagt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.
Auch Bürgermeisterin Monika Kabs zeigt sich sehr zufrieden: „Der Preis ist selbstverständlich auch Ansporn für kommende Projekte und Aktivitäten. Wir werden uns in unserer Stadt deshalb weiterhin für den Fairen Handel und für eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Produzentinnen und Produzenten vor Ort stark machen.“
Das Preisgeld für Speyer soll zum einen im nächsten Jahr anlässlich der Fußball-EM im Bereich „Fairer Sport“ eingesetzt werden, zum anderen dem Themenfeld „Geschlechtergerechtigkeit“ zugutekommen. Die genaue Umsetzung wird die Stadtverwaltung zusammen mit der Steuerungsgruppe Speyer fairwandeln noch entwickeln.
Weitere Informationen zum Wettbewerb sind unter https://skew.engagement-global.de/wettbewerb-hauptstadt-des-fairen-handels.html zu finden.
Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Speyer und der Engagement Global gGmbH vom 9. Oktober 2023



