Barrierefreie Bushaltestellen


Die Stadt Speyer beabsichtigt in 2022/ 23 die Umsetzung des barrierefreien Ausbaus von sechs Bushaltestellen. Folgende Haltestellen im Speyerer Stadtgebiet sollen umgestaltet werden:

·         Bushaltestelle „Eichenweg“ in der Spaldinger Straße (einseitig) [aktuell in Bau]

·         Bushaltestelle „Buchenweg“ in der Waldseer Straße (einseitig)

·         Bushaltestellen „Diakonissenkrankenhaus“ in der Paul-Egell-Straße (beidseitig) [abgeschlossen Anfang Juni 2022]

·         Bushaltestellen „Stadthalle“ in der Oberen Langgasse (beidseitig) [abgeschlossen Ende November 2022]

Unter Barrierefreiheit versteht man im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes § 4 folgendes: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“ 

Die rechtliche Verpflichtung zur barrierefreien Gestaltung von Verkehrsanlagen ergibt sich u.a. aus der UN-Behindertenrechtskonvention, dem Grundgesetz, dem Behindertengleichstellungsgesetz und dem Personenbeförderungsgesetz. Barrierefreie Verkehrsanlagen sind für Menschen mit Behinderungen von essenzieller Bedeutung, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Sie kommen jedoch auch mobilitätseingeschränkten Menschen (z.B. Menschen mit Gehhilfen, Kinderwagen oder schwerem Gepäck) und damit letztlich der gesamten Gesellschaft zugute. Zudem ist die Nutzbarkeit des öffentlichen Personenverkehrs für alle Menschen im Kontext des Klimaschutzes von wesentlicher Bedeutung. 

Bild einer barrierefreien Bushaltestelle in Speyer (Haltestelle Weisgerberstraße)


Seitens der Stadt Speyer wurden zunächst die ca. 200 vorhandenen Bushaltestellen im Stadtgebiet erfasst und eine erste Priorisierung mit Kostenschätzungen, unter Berücksichtigung der Fahrgastzahlen, Nutzergruppen und geplanten Straßen- und Stadtentwicklungsmaßnahmen, aufgestellt. Die Planung einer barrierefreien Haltestelle ist mitnichten eine triviale Aufgabe, denn jede Haltestelle ist ein Unikat. Häufig gilt es neben dem Ausbau der eigentlichen Haltestelle, geeignete barrierefreie Möglichkeiten zur Querung der entsprechenden Straße zu schaffen und die Haltestelle in benachbarte Knotenpunkte zu integrieren. Zudem sorgen meist Ansprüche des Radverkehrs, hoher Parkdruck, erhaltenswerter Baumbestand und unter dem Straßenkörper verborgene Leitungen für Konflikte, die es bei der Planung bestmöglich in Einklang zu bringen gilt. 

Die genannten Aspekte sorgen nicht nur für einen erhöhten Planungsaufwand, sondern auch für erweiterte Investitionskosten, da unter Umständen über die eigentliche Haltestelle hinaus der gesamte Straßenraum eines bestimmten Abschnittes umgestaltet werden muss. Die Gesamtkosten für den barrierefreien Ausbau der sechs Bushaltestellen betragen ca. 823.000 €. Das Vorhaben wird mit einer Zuwendung von 297.500 € vom Land Rheinland-Pfalz gefördert. 

Alle Planungen wurden mit der ehemaligen Behindertenbeauftragten der Stadt Speyer, Frau Brigitte Mitsch, abgestimmt. 

Übergabe des Förderbescheids im Oktober 2021: (Von links nach rechts) Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, ehemalige rheinland-pfälzische Umweltministerin Anne Spiegel, ehemalige Behindertenbeauftragte Brigitte Mitsch und ehemaliger Speyerer Verkehrsplaner Christian Lorenz


In den letzten Jahren wurden in Speyer bereits zehn Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut. Für zwölf weitere Bushaltestellen steht bzw. läuft bereits die Planung für eine barrierefreie Umgestaltung. Hierzu erfolgen zu gegebener Zeit weitere Informationen. 

Weitergehende Informationen zu den oben genannten sechs Bushaltestellen, unter anderem zu etwaigen Verkehrsbehinderungen, Ersatzhaltestellen und Beeinträchtigungen von unmittelbaren Anliegern, erfolgen kurz vor Beginn der jeweiligen baulichen Umsetzung. 

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Update vom 19.01.2023:

Der barrierefreie Ausbau der Bushaltestelle „Eichenweg“ sowie Leitungsarbeiten im Bereich des Jugendtreffs erfolgen in der zweiten Bauphase vom 23. Januar 2023 bis voraussichtlich 17. März 2023. Währenddessen wird die Spaldinger Straße auf Höhe des Eichenwegs auf ca. 50 m Länge für den Kfz-Verkehr vollgesperrt. Von Norden kommend ist für Anliegerverkehre die Zufahrt bis zum Ahornweg, vom Süden kommend bis zum Kiefernweg frei. Es wird eine Umleitung via Waldseer Straße und Nußbaumweg eingerichtet. 

Der Eichenweg wird im vorgenannten Zeitraum im Einmündungsbereich an der Spaldinger Straße für den Kfz-Verkehr voll gesperrt. Er wird als Sackgasse ausgewiesen und die Einbahnregelung aufgehoben. 

Der Fußverkehr kann den Baustellenbereich passieren, der Radverkehr muss absteigen. Lediglich der Verbindungsweg zwischen Spaldinger Straße und Fliederweg muss für den Fußverkehr gesperrt werden. Die Bedienung der Bushaltestellen entlang der Spaldinger Straße zwischen Nußbaumweg und neuer Feuerwache Nord entfällt. Die Linienbusse verkehren auf der Umleitungsstrecke. 

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Die Stadt Speyer bittet die Verkehrsteilnehmenden und Anwohnenden um Verständnis für die Beeinträchtigungen.

Bei Fragen und Anregungen zum Projekt stehen wir Ihnen, unter nebenstehenden Kontaktdaten, gerne zur Verfügung.