Verkehrsversuch Postplatz/Gilgenstraße


Alle Infos kurz und bündig:

  • Warum soll etwas geändert werden?

    Wir möchten damit mehrere Ziele erreichen:

    • Verbesserung der Stadtgestaltung und Aufenthaltsqualität
    • Beitrag zur Klimawandelanpassung leisten (insb. Entsiegelung, Begrünung)
    • Förderung klimafreundlicher Verkehrsarten (z.B. Bus, Fahrrad)
    • Verlagerung des Verkehrs auf leistungsfähigere Straßen
    • Entwicklungsmöglichkeiten für Einzelhandel, Gewerbe und Gastronomie schaffen
  • Gibt es dazu einen politischen Beschluss? 

    Ja, der Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Konversion hat gemeinsam mit dem Verkehrsausschuss die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert und der Stadtrat in seiner Sitzung am 10. März 2022 unter TOP 6 für den Verkehrsversuch gestimmt. Die Vorlage 0972/2022/1 ist in der Infobox hinterlegt. 

  • Warum ein Verkehrsversuch? 

    Der Postplatz geht uns alle an und es gibt vielfältige Vorstellungen davon, wie der Bereich in Zukunft genutzt werden soll. Durch einen Verkehrsversuch werden die realen Auswirkungen der angepassten Verkehrsführung erlebbar und messbar. Die gewonnen Erfahrungen machen Anpassungen möglich und der Stadtrat kann im Anschluss eine abschließende Entscheidung treffen. Ziel des Verkehrsversuchs ist es, gemeinsam die beste Lösung für alle zu finden.

  • Wie sieht das aus?

    Der Verkehrsversuch ist in drei Stufen unterteilt:

    • Stufe 1 (aktuell): ist-Zustand (alle Fahrzeuge dürfen mit 30 km/h den Postplatz und die Gilgenstraße befahren)
    • Stufe 2 (ab Ende Januar 2023): Verkehrsberuhigung
    • Stufe 3 (ab Januar 2024): Fußgängerzone (Busverkehr, Taxen, Radfahrende, Anwohnende, Einsatzfahrzeuge und Lieferverkehr sind – wie auf der Maximilianstraße – frei) 
    • Endgültige Entscheidung: ab Januar 2025
  • Was bedeutet verkehrsberuhigt? 

    • Es gilt Schrittgeschwindigkeit 
    • Bereich weitgehend frei von Beschilderung 
    • Gegenseitige Rücksichtnahme 
    • Parken grundsätzlich nicht erlaubt 
    • Rechts vor links an Einmündungen Mühlturmstraße und Postplatz 
    • Abschaltung der beiden Lichtsignalanlagen am Postplatz 
  • Um welchen Bereich geht es genau?

    Der verkehrsberuhigte Bereich wird durch die folgenden fünf Zufahrten begrenzt:

    • Bahnhofstraße, Höhe Hausnummer 9 
    • Gilgenstraße, Höhe Hausnummer 6 
    • Karmeliterstraße, Höhe Hausnummer 1 
    • Übergang zur bestehenden Fußgängerzone in Richtung Altpörtel 
    • Mühlturmstraße, Höhe Hausnummer 1
  • Wann soll der Postplatz umgestaltet werden? 

    Die Entscheidung fällt 2025 im Stadtrat, danach ist ein Wettbewerbsverfahren vorgesehen. Die Umplanung des Postplatzes ist für das Jahr 2026 angedacht, bevor es ab 2027 an die Umsetzung geht.
    Erst wenn klar ist, wie die die Verkehrsführung in Zukunft am Postplatz und in der Gilgenstraße aussehen wird, können wir die Umwandlung des Postplatz angehen. Allerdings möchten wir die Zeit des Verkehrsversuch bereits nutzen, um den Postplatz mit kleineren Aktionen zu bespielen, um sein Potential besser auszuschöpfen und um zu testen, wie er in Zukunft genutzt werden kann. Wir freuen uns dazu auf Ihren Input. 

Postplatz_Pinnwand


Ihre Beteiligungsmöglichkeiten:


Es wird über die gesamte Dauer des Verkehrsversuchs Bürgerbeteiligungsformate zur Bespielung des Postplatzes und zur Nutzung des Brezelhäuschens geben, über die wir auf dieser Seite informieren. Ihre Anregungen, Ideen und Fragen sammeln wir, werten sie aus und veröffentlichen Sie hier. 

  • Bereits am Donnerstag, den 20. Oktober 2022 fand ein Runder Tisch für Gewerbetreibende im Stadtratssitzungssaal statt, bei dem über den Verkehrsversuch informiert und die Anwesenden nach Ihren Ideen zur Bespielung des Postplatzes und zur Nutzung des Brezelhäuschens in den kommenden zwei Jahren gefragt wurden. Die Vorschläge befinden sich aktuell in der Auswertung. 
  • Seit Mittwoch, den 16. November 2022 zeigen wir im Erdgeschoss der Postgalerie eine Ausstellung zur Entwicklung des Postplatz und zum Verkehrsversuch. Dabei besteht die Möglichkeit Anregungen zum Projekt zu geben. Die Ausstellung ist bis Januar 2023 geöffnet. Alle, die es innerhalb der Öffnungszeiten nicht in die Postgalerie schaffen, haben hier die Gelegenheit sich zu beteiligen: 
    • Abstimmung: Was soll mit dem Brezelhäuschen auf dem Postplatz passieren? 
      Soll es auf dem Postplatz bleiben und wieder genutzt werden oder nur der Pavillon verwendet werden und das Glashäuschen weg? Wäre ein anderer Standort innerhalb der Stadt denkbar oder brauchen wir das Brezelhäuschen gar nicht mehr? Stimmen Sie hier ab. 
    • Ideensammlung: Welche Aktionen können auf dem Postplatz in den nächsten zwei Jahren veranstaltet werden?
      Das Ziel dahinter ist, den Postplatz mit kleineren Aktionen zu bespielen und zu beleben. Dadurch können verschiedene Möglichkeiten für den Platz getestet werden, die einen Beitrag zur späteren Umgestaltung des Platzes leisten. Wir sind auf Ihre Ideen gespannt, die Sie uns hier mitteilen können. 
    • Als Anwohnerinnen oder Anwohner: Werden Sie Teil der Begleitgruppe!
      Die Stadt Speyer sucht interessierte Anwohnerinnen und Anwohner, die sich gerne in der Begleitgruppe engagieren möchten. Die Begleitgruppe ist ein Arbeitskreis aus Verwaltung, Politik, ansässigem Einzelhandel und Gastronomie, Vertretenden der Jugendlichen, Senioren, Beeinträchtigen sowie der Anwohnerschaft. Ziel der Begleitgruppe ist es Erfahrungen zum Verkehrsversuch auszutauschen, die Erkenntnisse in die Gruppe rückzukoppeln und gemeinsam neue Ideen für die nächsten Monate zu entwickeln. Die Gruppe trifft sich 2023 und 2024 dreimal pro Jahr (je nach pandemischer Lage auch digital). Selbstverständlich ist die Teilnahme freiwillig und kann demnach jederzeit beendet werden. Wünschenswert wäre jedoch die konstante Teilnahme über beide Jahre. Bei mehreren Anmeldungen entscheidet das Los. Interessierte melden sich bitte hier.
  • Für Mitte Januar ist ein Treffen zum Austausch mit Anwohnenden geplant. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.
  • Weitere Beteiligungen sind in Planung und werden an dieser Stelle rechtzeitig veröffentlicht.


Alle Infos zum Verkehrsmodell und zur Verkehrszählung: 

  • Was ist ein Verkehrsmodell? 

    In der Verkehrsplanung sind Verkehrsmodelle ein wichtiges Arbeitsinstrument, die die Wirklichkeit des Straßenverkehrs digital abbilden. Dabei werden nicht nur die Menge der Fahrzeuge, Fahrräder und des Fußverkehrs auf den Straßen dargestellt, sondern auch die Routen und Wege, die sie nehmen. Um den Verkehr möglichst gut planen zu können, haben viele Städte ein solches Verkehrsmodell – auch wir in Speyer. Das Ziel eines Verkehrsmodells ist eine bestmögliche Übereinstimmung mit der Realität, doch eine exakte Abbildung wird dabei nie möglich sein. Verkehrsversuche wie zum Postplatz und zur Gilgenstraße helfen, belastbare Entscheidungen treffen zu können.

  • Wie entsteht ein Verkehrsmodell?

    Die Erstellung eines Verkehrsmodells ist sehr aufwendig und teuer. Für den Aufbau muss zunächst der Ist-Zustand erfasst werden. Hierzu werden Verkehrszählungen und teilweise Verkehrsbefragungen an wichtigen Punkten einer Stadt durchgeführt. Die Informationen werden schließlich im digitalen Modell miteinander verknüpft und durch die Berechnungen entsteht ein Verkehrsmodell mit dem auch die Auswirkungen von Veränderungen im Verkehrsnetz simuliert werden können. Um das Modell zu eichen, werden Berechnungen so lange wiederholt und mit der Wirklichkeit abgeglichen, bis sie möglichst an die tatsächlichen Messwerte herankommen. 

  • Was ist eine Verkehrserhebung?

    In der Verkehrserhebung wird die Verkehrsmenge innerhalb einer bestimmten Zeit erfasst. Das bedeutet, es wird darstellbar wie viele PKWs, LKWs, Busse, Radfahrenden sowie Fußgängerinnen und Fußgänger zu den jeweiligen Zeiten die Messtellen passiert haben. Mit den Verkehrserhebungen können wir das Verkehrsaufkommen am Postplatz und den umliegenden Straßen in den verschiedenen Stufen des Verkehrsversuchs miteinander vergleichen. Die Veränderungen, die sich durch die geänderte Verkehrsführung ergeben, werden so objektiv messbar und wir können erkennen, wohin sich der Verkehr verlagert. 

  • Mit welchen Methoden wird die Verkehrserhebung durchgeführt?

    Die Verkehrserhebung wird mit zwei verschiedenen Methoden durchgeführt: 

    • Querschnittzählung:
      • Seitenradargeräte erfassen die Zeit und die Anzahl von Personen sowie Fahrzeugen, die den Messpunkt ("Querschnitt") passieren
      • Die Messung erfolgt durchgängig für eine ganze Woche

    • Knotenpunktzählung:
      • Kameras erfassen die Zeit, die Anzahl und die Richtung von Personen sowie Fahrzeugen auf einer Kreuzung
      • Die Auswertung der Daten ist aufwändiger als die der Querschnittszählung  und deutlich teurer 
      • Die Messung erfolgt jeweils an einem Tag vormittags und nachmittags für je vier Stunden
  • Ist die Verkehrserhebung datenschutzkonform?

    Ja, die Verkehrserhebung ist datenschutzkonform. Bei beiden Erhebungsmethoden erfolgt die Datenerfassung anonymisiert und somit sind keinerlei Rückschlüsse auf Personen möglich.

  • Wird es auch eine Messung der Lärm- und Schadstoffemission geben?

    Nein, auf eine solche Messung wird während des Verkehrsversuchs verzichtet, da sie zu aufwendig und teuer ist und zusätzlich die Messstationen einen zu großen Platzbedarf für unsere Standorte haben. Allerdings lassen sich aus den im Verkehrsversuch gewonnenen Erkenntnissen Rückschlüsse auf die Lärm- bzw. Schadstoffbelastung ziehen und bei Bedarf könnte am Ende des Versuchs ein Büro mit der Auswertung beauftragt werden.

  • Wann werden die Erhebungen stattfinden?

    Folgende Erhebungen sind geplant: 

    • Makro-Erhebung (Gesamtstadt)
      • Erhebung nur zu Projektbeginn (September 2022)
      • Ziel: Aktualisierung des gesamtstädtischen Verkehrsmodells

    • Meso-Erhebung (Zwischenebene)
      • Eine Erhebung je Stufe (Juni 2023, Juni 2024)
      • Ziel: Analyse der Auswirkungen und unmittelbarer Betroffenheiten im Innenstadtgebiet

    • Mikro-Erhebung (Projektgebiet mit Umfeld)
      • Insgesamt fünf Erhebungen (September 2022, Februar und September 2023, Februar und September 2024)
      • Ziel: großräumige Betrachtung der veränderten Verkehrsströme; Identifikation bislang nicht bekannter  Ausweichrouten)

    Den Plan mit den Erhebungsstellen finden Sie in der Infobox.

    Zwischen 2022 und 2024 werden acht Verkehrsmessung durchgeführt. Hinsichtlich des Kosten-Nutzen-Verhältnisses ist diese Anzahl ideal. Grundsätzlich ist zwar für den Verkehrsversuch nur eine Messung je Stufe notwendig, doch mehrere Erhebungen liefern ein eindeutigeres Gesamtbild. Denn sie decken unterschiedliche Jahreszeiten, Witterungen und Baustellensituationen ab und zeigen somit ein besseres Bild der Realität. 
    Die Erhebungen sollten nicht innerhalb der Ferien in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg oder in Wochen mit Feiertagen bzw. städtischen Großveranstaltungen durchgeführt werden. Dadurch steht je Stufe nur ein begrenzter Zeitraum für die Messungen zur Verfügung. 
    Ergänzend zu den reinen Zählungen werden an den Tagen der Erhebung noch weitere Daten erfasst, die Einfluss auf das Erhebungsergebnis haben können. Dazu gehören das Wetter, relevante Baustellen und Straßensperrungen im weiteren Umfeld, Verkehrsbehinderungen auf der B9 bzw. B39 oder Ähnliches. Mit den gewonnenen Erkenntnissen wird geprüft, ob die gemessenen Zahlen korrekt sein können und bei Bedarf werden die Messungen wiederholt.