Geschichte


Kriegerdenkmal
Kriegerdenkmal

Im Mittelalter wurden in Speyer, wie allgemein üblich, die Toten auf den um die Pfarrkirchen gelegenen Kirchhöfen bestattet, während die Juden nach 1084 einen Begräbnisplatz in der Vorstadt Altspeier besaßen. 1502 stellte Ratsherr Jost Thiel seinen in der Vorstadt Altspeier gelegenen Garten, heute als Adenauerpark bekannt, zur Anlage eines Friedhofs für Arme und Fremde zur Verfügung. 1597 wurde das Gelände des Friedhofs erweitert und diente der lutherischen Bevölkerung als Friedhof. Am 14.12.1835 beschloss der Speyerer Stadtrat diesen Friedhof auch als Begräbnisstätte für die Katholiken zu nutzen. Im Jahr 1881 wurde der Friedhof geschlossen.

Bereits 1880 wurde ein neuer Friedhof im Norden außerhalb der Stadt angelegt. Dieser befand sich auf der westlichen Seite, der nach Worms führenden Landstraße. Er bestand aus einem sich in nordsüdlicher Richtung erstreckenden Gelände, das durch ein Wegenetz in zwei mal vier Planquadrate aufgeteilt war. Der mittlere, vom Eingang an der Wormser Landstraße kommende Hauptweg wurde besonders breit angelegt.

Eine Gruppe von Kiefern auf dem Speyerer Friedhof
Eine Gruppe von Kiefern auf dem Speyerer Friedhof

Am 1.4.1881 konnte der Friedhof eröffnet werden. Die Besonderheit dieses Friedhofs bestand in seiner von Anfang an durchgeplanten gärtnerischen Gestaltung. Die einzelnen Wege wurden von Bäumen flankiert, die natürlich wirkende Zonen schaffen. Um die Zahl der Wege gering zu halten, wurde bei Pachtgräbern eine Kopf-an-Kopf Bestattung vorgenommen. 1888 fügte man auf der Westseite vier weitere Planquadrate hinzu und errichtete am Hauptweg, der sich zu einem kleinen Platz weitet, ein Friedhofskreuz, welches vom Bildhauer Gottfried Renn geschaffen wurde. Außerdem erhielt die jüdische Gemeinde an der Südmauer einen eigenen Friedhof.

Am 4.11.1888 wurde der jüdische Teil auf dem neuen Friedhof von Bezirksrabbiner Dr. Salvendi eröffnet und am gleichen Tag Aaron Mayer beigesetzt. 1910 war von Architekt Zeitler eine kleine Bethalle für den jüdischen Friedhof in neu-romanischen Formen entworfen worden. Diese konnte jedoch aus Kostengründen nicht errichtet werden.

1910 mussten auf der Westseite des Areals weitere vier Planquadrate hinzugefügt werden. 1924 wurde der Friedhof axialsymmetisch nach Westen bis zum Hertrichweg erweitert. Dort wurde nach Plänen des Stadtbaumeisters Karl Stoltz ein Haus für den Friedhofsaufseher errichtet. Weitergehende Planungen von Karl Stoltz zu einer Leichenhalle und Kapelle konnten nicht ausgeführt werden.

Birkenallee mit Kreuz im Hintergrund
Birkenallee mit Kreuz im Hintergrund

Die Friedhofshalle wurde als Abschluss der repräsentativen Mittelachse nach Westen in den Jahren 1930/31 nach Plänen des Stadtbauamtes unter Stadtbaumeister Stadtmüller errichtet. Hier dominiert die streng geometrische Formensprache, die dem Bauhaus verpflichtet ist. Drei Portale führen durch eine niedrige Vorhalle in die schlichte Trauerhalle, deren Stirnwand ein Fresko des auferstanden Christus zwischen zwei Engeln ziert. Dieses wurde vom Künstler Hans Fay (1880-1957) gestaltet. In den eingeschossigen Seitenflügeln sind Totenzellen und Nebenräume untergebracht.

Bis 1930 behielt der Friedhof seine strenge axialsymmetrische Gliederung bei, die nach Anlage der Kriegsgräberfelder für die 251 Gefallenen des Ersten Weltkriegs 1914/18 mit schlichten Sandsteinkreuzen vor der Leichenhalle dem Grundriss eines breit gelagerten Sakralbaus angenähert worden war. In dem Gräberfeld für die in Speyer stationierten französischen Truppen nach dem Ersten Weltkrieg liegen 33 Soldaten und 59 Kinder begraben. Die Erweiterungen nach 1945 geben dieses planvolle Schema auf und sind unregelmäßig angelegt, nutzen aber das vorhandene Gelände optimal aus. Hier befindet sich der Kriegsgräberfriedhof für die 398 in den Jahren 1939 bis 1945 Gefallenen. Ein anonymes Gräberfeld wurde 1985 angelegt.


Chronologischer Überblick über die Geschichte

1880

Nach Schließung des Friedhofs Adenauerpark Neuanlage des Friedhofs an der Wormser Landstraße
Fertigstellung der Gräberabteilung 01 bis 04

1881

Eröffnung am 1. April

1888

Eröffnung des jüdischen Friedhofs am 1. November
Errichtung des von Gottfried Renn geschaffenen Friedhofskreuzes aus Sandstein
Fertigstellung der Gräberabteilungen 05 bis 08

1910

Ausbau von vier Gräberabteilungen in westlicher Richtung

1923/24
Bau des Wohnhauses für den Friedhofsverwalter
1924
Erweiterung der Grabfelder bis zum Hertrichweg
1930/31

Bau der Friedhofshalle
Erste Trauerfeier am 02.09.1931

1958

Einbau der Orgel in der Trauerhalle
Bau der ersten Kühlzelle

1969

Nordwesterweiterung bis zur Landwehrstraße
Danach kontinuierlicher Ausbau bis zum heutigen Tag
Bau der zweiten Kühlzelle

1980/82
Erweiterung der Trauerhalle um fünf Aufbahrungsräume und eine weitere Kühlzelle
2002/03

Verlegung des Trauerhalleneingangs auf die Südseite
Umgestaltung des Trauerhallenvorplatzes

2007
Bau eines Glockenturms

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