Brücke über die B39 beim Priesterseminar


B39 aus der Luft mit Neubebauung am Priesterseminar
B39 aus der Luft mit der Neubebauung am Priesterseminar

Ende 2017 wurde auch der Stadtteil Speyer-Süd in das Städtebauförderprogramm "Soziale Stadt" aufgenommen.
Von Beginn an war eine zentrale Forderung der Bürgerschaft, die trennende Wirkung der B39 mit einer zusätzlichen Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer zu mindern. Schnell war klar: Eine Brücke sollte entstehen.

Für die neue Brücke sollte dabei nicht nur die Funktionalität der Wegeverbindung im Vordergrund stehen. Architektonische und gestalterische Qualität, eine gute Einbindung in das Umfeld, die Einhaltung planungs- und baurechtlicher Bestimmungen, Wirtschaftlichkeit und die Einhaltung eines begrenzten Budgets sollten Beachtung finden.

Im Sommer 2019 wurden, nach einer Vorauswahl von zehn renommierten Brückenbaubüros, drei ausgewählt, die Entwürfe für eine Brücke erarbeiten sollten. Die eingereichten Vorschläge wurden im Dezember 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. In mehreren Beratungen des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Konversion, sowie der Vorstellung im Gestaltungsbeirat der Stadt, wurde schließlich im August 2020 im Stadtrat eine Entscheidung getroffen: Den Zuschlag erhielt der Entwurf der Dr. Schütz Ingenieure aus Kempten im Allgäu.

Lageplan des Siegerentwurfs
Lageplan aus dem Siegerentwurf

Die Fachingenieure des Planers stellten im ersten Halbjahr 2021 die Entwurfsplanung fertig. Hierzu mussten Abstimmungen mit den im Gebiet vorhandenen Leitungsträgern sowie dem Landesbetrieb Mobilität wegen der B39 erfolgen. Parallel dazu lief das zur Erlangung von Baurecht notwendige, planfeststellungsersetzende Bebauungsplanverfahren. 

Im zweiten Halbjahr 2021 wurde dann die Ausführungsplanung erstellt und die Ausschreibung vorbereitet. Anfang Februar 2022 stimmte der Stadtrat der endgültigen Beschlussfassung des Bebauungsplans für den Bau der Fuß- und Radwegbrücke zu. Mitte Februar 2022 wurden die ersten Vorbereitungen in die Wege geleitet: Auf Höhe der Anschlussstelle Vogelgesang wurden ca. 60 m Böschung gerodet. Im Mai 2022 wurde dann die Baustelle eingerichtet, die Verkehrssicherung auf der B39 errichtet und mit den Erdarbeiten begonnen. 

Ende Juni 2022 erfolgte der Aufbau des Traggerüsts. Obwohl im Vorfeld des Traggerüsts mehrfach und mit gelben Blinklichtern auf die temporäre Höhenbegrenzung von 4,0 m hingewiesen wurde und zudem die zulässige Höhe von LKW im Regelfall maximal 4,0 m betragen darf, ignorierten einzelne LKW-Fahrer*innen diese Umstände. Die lichte Höhe unter dem Traggerüst betrug sogar 4,2 m (die eigentliche Brücke wird deutlich höher sein), dennoch kam es am Morgen des 28.06.2022 zu einer leichten Kollision eines dann unfallflüchtigen Sattelzugs. Diese Vorkommnisse machten einen umgehenden Abbau des Traggerüsts und eine Neuplanung erforderlich mit dem Ergebnis, dass das Traggerüst um 17 cm erhöht wurde und Mitte Juli 2022 erneut aufgebaut wurde. Die Bauarbeiten mussten währenddessen ca. 4 Wochen lang ruhen. Seit Mitte Juli läuft die Baustelle in Form von Schal- und Betonarbeiten wieder planmäßig.

Der Bau der Brücke wird frühestens im Januar 2023 abgeschlossen sein. Infolge des vorgenannten unplanmäßigen Baustopps kann sich die Fertigstellung insbesondere bei ungünstiger Witterung verzögern.

Die Stadt Speyer bittet die Verkehrsteilnehmenden und Anwohnenden um Verständnis für die Beeinträchtigungen.

Bei Fragen und Anregungen zum Projekt stehen wir Ihnen, unter nebenstehenden Kontaktdaten, gerne zur Verfügung.