Stadt Speyer und Deutsches Kinderhilfswerk planen Kinderrechtepfad


Beispiel eines Kinderrechtepfads aus Meckesheim


Das Konzept ist an die allseits bekannten „Trimm-dich-Pfade“ angelehnt und funktioniert in ähnlicher Weise: Spazierende stoßen auf ein in der Öffentlichkeit installiertes Schild und finden darauf raumbezogene, erlebnisorientierte Informations- und Spielangebote, in diesem Fall bezogen auf die Kinderrechte. Ausgewählte Kommunen können den Kinderrechtepfad kostenfrei beim Deutschen Kinderhilfswerk beziehen.

„Für die praktische Durchsetzung von Kinderrechten muss sich die Grundhaltung Kindern gegenüber ändern. Wir brauchen die gesamte Gesellschaft, damit Deutschland ein kinderfreundliches Land wird. Kinder sind nicht einfach nur unsere Zukunft, sondern vor allem sind sie ein existenzieller Bestandteil des Hier und Jetzt. Mit dem ‚Kinderrechtepfad‘ möchten wir gemeinsam mit der Stadt Speyer den Blick für die Kinderrechte schärfen und für die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention werben“, betont Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Eine familienfreundliche Stadt zeichnet sich auch dadurch aus, dass Kinder und Jugendliche im öffentlichen Raum mit ihren Bedürfnissen und Perspektiven selbstverständlich mitgedacht werden. Genau hier setzt der Kinderrechtepfad an: Er macht Kinderrechte sichtbar, lädt zum gemeinsamen Entdecken und Lernen ein und schafft einen niedrigschwelligen Zugang zu einem wichtigen Thema. Beteiligung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen sind für uns in Speyer ein wichtiger Bestandteil und spielen auch bei der Umsetzung des Kinderrechtepfades eine entscheidende Rolle“, betont Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.

Die einzelnen Stationen werden ansprechend und mit Wiedererkennungswert gestaltet und fest im öffentlichen Raum installiert, beispielsweise auf Spielplätzen oder in der Nähe von bedeutenden Einrichtungen in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. So soll ein dauerhafter Zugang zu den Lerninhalten entstehen, der jederzeit mit den Kindern besucht und vor allem sinnlich erlebt werden kann. Zugleich wird das Draußen-Sein pädagogisch aufgewertet und der Stadtpark- oder auch Spielplatzbesuch verwandelt sich in ein neues und lehrreiches Erlebnis für Kinder und Begleitende. Kommunen haben so die Möglichkeit, ein besonderes Zeichen für Kinder zu setzen. Jeder Pfad besteht aus mehreren Schildern, die sich auf das Gesamtthema Kinderrechte beziehen.

An jeder Station bieten die von Teresa Linke entworfenen Schilder eine kurze Einführung und ein Lernangebot zu kinderrechtlichen Fragen. Dabei steht der Spaß natürlich im Vordergrund, jedoch werden die Kinder vom Kleinkindalter bis hin zur Grundschule auch vor kleinere oder größere Herausforderungen gestellt. Durch das breite Schwierigkeitsspektrum soll jedes Kind bestärkende Erfolgserlebnisse verbuchen können. Die Aufgaben fordern Motorik, Sinneswahrnehmung, Erinnerungsvermögen, Fantasie, Kreativität, aber auch Achtsamkeit, Empathie und Rücksichtnahme. Zudem regen die Installationen dazu an, über die Ansprüche und Potenziale von Kinderrechten nachzudenken – und zwar so, wie sie im Lebensalltag der Menschen in der Kommune vorkommen.

Die Wahl des Standorts Speyer-West ist dabei ganz bewusst getroffen worden: Auf der sogenannten „Grünen Mitte“ macht der „Platz der Kinderrechte“ bereits heute die Rechte von Kindern sichtbar und bietet damit einen passenden Ausgangspunkt für den neuen Kinderrechtepfad. In unmittelbarer Nähe lädt das Haus der Familie K.E.K.S. als wichtige Anlauf- und Begegnungsstätte junge Familien zum Austausch und zur gemeinsamen Zeit ein. Durch seine vielfältigen Kontakte zu Institutionen und Initiativen im Stadtteil ist das Haus zudem gut vernetzt. Der Kinderrechtepfad knüpft an diese lebendigen Strukturen an und bringt das Thema Kinderrechte mitten in den Alltag: dorthin, wo Kinder spielen, Familien sich begegnen und Kinder ihren Stadtteil erleben.

„Kinderrechte dürfen kein abstraktes Thema sein, das nur in Büchern oder im Unterricht stattfindet. Kinder sollen ihre Rechte kennen, sie erleben und erfahren, dass ihre Meinung zählt. Mit dem Kinderrechtepfad schaffen wir dafür mitten in Speyer-West ein Angebot, bei dem Kinder und Familien gemeinsam entdecken, spielen und lernen können. Dass wir dabei an den bereits bestehenden ‚Platz der Kinderrechte‘ und das engagierte Netzwerk rund um das Haus der Familie K.E.K.S. anknüpfen können, macht diesen Standort für uns besonders wertvoll“, erklärt Bürgermeister Prof. Dr. Alexander Schubert.

Das Deutsche Kinderhilfswerk

Das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. setzt sich seit mehr als 50 Jahren für die Rechte von Kindern in Deutschland ein. Die Überwindung von Kinderarmut und die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen sie betreffenden Angelegenheiten stehen im Mittelpunkt der Arbeit als Kinderrechtsorganisation. Der gemeinnützige Verein finanziert sich überwiegend aus privaten Spenden, dafür stehen seine Spendendosen an ca. 40.000 Standorten in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk initiiert und unterstützt Maßnahmen und Projekte, die die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft oder Aufenthaltsstatus, fördern. Die politische Lobbyarbeit wirkt auf die vollständige Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland hin, insbesondere im Bereich der Mitbestimmung von Kindern, bei ihren Interessen bei Gesetzgebungs- und Verwaltungsmaßnahmen und der Überwindung von Kinderarmut. Ziel ist insgesamt die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe aller Kinder in Deutschland.

Für weitere Informationen oder Rückfragen stehen Ihnen folgende Ansprechpersonen zur Verfügung:

Uwe Kamp, Pressesprecher des Deutschen Kinderhilfswerks e. V.
Telefon: 030 308693-11
E-Mail: presse@dkhw.de

sowie die Pressestelle der Stadt Speyer
Telefon: 06232 14-2525 oder -2259
E-Mail: pressestelle@stadt-speyer.de


Medieninformation der Stadt Speyer und des Deutschen Kinderhilfswerk e. V. vom 2. September 2026