
„Unsere Leihgaben machen sichtbar, wie eng jüdische Gemeinden schon im Mittelalter miteinander verbunden waren und wie Menschen zwischen den Städten migrierten. Zugleich zeigen sie, welchen besonderen Wert die Bewahrung und Vermittlung unseres gemeinsamen kulturellen Erbes hat. Es ist für die Stadt Speyer eine Ehre, zur Ausstellung in Trier beitragen zu können“, sagt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.
Das Stadtarchiv Speyer stellt als Leihgabe zwei historische Urkunden aus dem 14. Jahrhundert. Die Urkunde „1U 1393 Januar 25“ dokumentiert die Zuwanderung von Juden aus Trier nach Speyer. Sie macht damit Migration und die Verbindungen jüdischer Gemeinden im Mittelalter anhand eines konkreten historischen Dokuments greifbar.
Eine zweite Urkunde, „1U Nr. 247“, gibt Einblick in die Funktion des Speyerer Judenrats als politisches Vertretungsorgan der jüdischen Gemeinde und vermittelt damit einen Eindruck von der Organisation jüdischen Gemeindelebens.
Besonders aussagekräftig sind beide Dokumente durch ihre hebräischen Vermerke. Auf der Rückseite beziehungsweise auf einem beiliegenden Schriftstück finden sich Bestätigungen von Mitgliedern der Speyerer jüdischen Gemeinde. Damit geben die Quellen zugleich einen unmittelbaren Einblick in die Perspektive der damaligen Gemeindemitglieder.
Das Museum SchPIRA leiht für die Ausstellung unter anderem ein Kapitell aus der mittelalterlichen Mikwe sowie ein Doppelbogenfenster aus dem rituellen Bad. Die archäologischen und architektonischen Zeugnisse machen die Orte jüdischen Lebens im mittelalterlichen Speyer unmittelbar erfahrbar.
Ergänzt werden die Speyerer Leihgaben durch weitere Objekte aus dem Historischen Museum der Pfalz Speyer und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz.
Damit entsteht in Trier ein facettenreiches Bild jüdischen Lebens im mittelalterlichen Speyer: Urkunden erzählen von Menschen, Migration und Gemeindestrukturen, archäologische Zeugnisse von den Orten, an denen jüdisches Leben stattfand.
Die Sonderausstellung „Jüdisches Leben im Mittelalter“ ist vom Sonntag, 11. Oktober 2026, bis Sonntag, 4. April 2027, im Stadtmuseum Simeonstift Trier zu sehen.
Digitalisate der Urkunden bei Monasterium:
https://www.monasterium.net/mom/DE-StaASpeyer/1U/0239_h/charter und https://www.monasterium.net/mom/DE-StaASpeyer/1Uchron/1031/charter
Das Kapitell:
https://rlp.museum-digital.de/singleimage?imagenr=6864#map=1.82/514.71/249.04/0
Medieninformation der Stadt Speyer von Samstag, 3. Oktober 2026


