
„Die Vollsperrung der B 9 trifft Speyer an einer empfindlichen Stelle. Das wird für unsere Unternehmen, für die vielen Menschen, die täglich nach Speyer einpendeln, und für den Wirtschafts- und Schwerlastverkehr eine erhebliche Herausforderung. Auch Rettungs- und Einsatzkräfte sowie Handel, Gastronomie und Tourismus werden von der veränderten Verkehrssituation betroffen sein.
Gleichzeitig steht für mich fest, dass bei massiven Schäden an Brückenbauwerken die Sicherheit der Menschen an erster Stelle stehen muss. Deshalb ist die Entscheidung des Landesbetriebs Mobilität, die Strecke zu sperren, nachvollziehbar. Wichtig ist jetzt, dass schnell Klarheit darüber geschaffen wird, wie es weitergeht. Ich erwarte vom Land eine verbindliche Zeitschiene und die notwendige Priorität bei der Instandsetzung. Speyer muss schnellstmöglich wieder eine leistungsfähige Verbindung über die B 9 bekommen.
Bis dahin müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass die Folgen der Sperrung so weit wie möglich abgefedert werden. Die Stadt wird ihren Beitrag leisten und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Mobilität in Speyer aufrechtzuerhalten. Dazu gehört für mich ausdrücklich auch, den Umstieg auf Bus und Bahn zu erleichtern und uns beim Land für zusätzliche Kapazitäten im Schienenpersonennahverkehr einzusetzen. Gerade für die vielen Pendlerinnen und Pendler brauchen wir jetzt verlässliche Alternativen zur Straße“, erklärt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.
Erhebliche Auswirkungen auf Wirtschaft und Pendler
Speyer ist mit rund 32.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort ein Standort mit einem deutlichen Einpendlerüberschuss von rund 22.500 Beschäftigten. Die B 9 stellt dabei eine zentrale Nord-Süd-Verbindung dar. Ihr Ausfall wird sich insbesondere auf Berufspendlerinnen und -pendler, den Wirtschafts- und Schwerlastverkehr zu den Gewerbegebieten und zum Hafen sowie auf Betriebe auswirken, in denen mobiles Arbeiten nicht möglich ist. Auch Handel, Gastronomie und Tourismus werden von der veränderten Verkehrssituation betroffen sein.
Die Wirtschaftsförderung der Stadt Speyer hat die Unternehmen bereits über die aktuelle Verkehrslage informiert und wird in den kommenden Tagen die betriebliche Betroffenheit abfragen. Zugleich bittet die Stadt die Unternehmen, gemeinsam mit ihren Beschäftigten kurzfristig nach Möglichkeiten zu suchen, die Auswirkungen auf die täglichen Arbeitswege abzufedern. Dazu können – soweit es die betrieblichen Abläufe zulassen – beispielsweise Homeoffice, flexible Arbeitszeiten oder die Bildung von Fahrgemeinschaften beitragen.
Auch die Stadtverwaltung geht hier mit gutem Beispiel vor: Für ihre Mitarbeitenden werden kurzfristig pragmatische Lösungen umgesetzt, etwa durch eine vorübergehende Ausweitung von Homeoffice-Möglichkeiten und flexiblere Arbeitszeiten, soweit dies dienstlich möglich ist.
Neben den Berufspendlerinnen und -pendlern betrifft die veränderte Verkehrssituation auch Schülerinnen und Schüler, die aus dem Umland nach Speyer kommen. Als Schulstandort ist die Stadt auf eine verlässliche Erreichbarkeit angewiesen und hat daher auch die Auswirkungen auf die Schülerbeförderung im Blick.
Stadt bittet um Unterstützung: Wenn möglich auf Bus und Bahn umsteigen
Um die Belastung des Straßennetzes zu begrenzen, bittet die Stadtverwaltung alle Bürgerinnen und Bürger, Pendlerinnen und Pendler sowie Besucherinnen und Besucher, wann immer möglich auf Bus und Bahn umzusteigen. Auch die Bildung von Fahrgemeinschaften und der Verzicht auf nicht notwendige Autofahrten können dazu beitragen, die Verkehrsbelastung zu reduzieren. Je weniger zusätzliche Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, desto besser können die notwendigen Verkehrswege für den verbleibenden Verkehr sowie für Rettungs- und Einsatzkräfte freigehalten werden.
Eine konkrete Maßnahme, um das Pendeln und den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu erleichtern, konnte bereits vereinbart werden: Der Shuttle der Linie 561 kann von Dienstag, 22., bis Freitag, 25. September 2026, kostenfrei genutzt werden. Eine kurzfristigere Umsetzung ist nach Angaben des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) nicht möglich.
Darüber hinaus hat sich die Stadtverwaltung bei den zuständigen Partnern für eine kurzfristige Stärkung des Schienenpersonennahverkehrs eingesetzt. Im Mittelpunkt stehen zusätzliche Kapazitäten auf den relevanten Verbindungen von und nach Speyer, insbesondere in den morgendlichen und nachmittäglichen Hauptverkehrszeiten. Geprüft werden sollen unter anderem zusätzliche Fahrten sowie der Einsatz längerer beziehungsweise kapazitätsstärkerer Züge.
Die Regionalbuslinien und der Stadtbusverkehr verkehren weiterhin. Aufgrund des zusätzlichen Verkehrs ist allerdings mit abschnittsweisen Verzögerungen zu rechnen. Für kurze Wege im Nahbereich empfiehlt die Stadt, soweit möglich, das Fahrrad zu nutzen.
Umleitungen nutzen und mehr Zeit einplanen
Der LBM richtet für die gesperrte B 9 großräumige Umleitungsstrecken ein. Die Stadtverwaltung bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, diese ausgewiesenen Umleitungen zu nutzen und für ihre Wege entsprechend mehr Zeit einzuplanen.
Insbesondere in den ersten Tagen ist mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und längeren Fahrtzeiten zu rechnen. Wenn möglich, sollten Fahrten außerhalb der morgendlichen und nachmittäglichen Stoßzeiten geplant werden.
Für die konkreten Umleitungsstrecken und die aktuelle Verkehrslage wird auf die Informationen des Landesbetriebs Mobilität verwiesen: lbm.rlp.de/grossprojekte/regionale-projekte/b-9-/-l-528-vollsperrung-der-umgehung-speyer
Bürgertelefon eingerichtet
Für Fragen rund um die Auswirkungen der B 9-Vollsperrung hat die Stadt Speyer ein Bürgertelefon eingerichtet. Dieses ist unter der Rufnummer 06232 14-1312 erreichbar.
Der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) hat als zuständige Behörde eine E-Mail-Adresse für Bürgeranfragen eingerichtet. anfragen@lbm.rlp.de
Die Stadtverwaltung wird die Entwicklung der Verkehrssituation eng begleiten und fortlaufend bewerten. Soweit möglich, wird die Stadt weitere Maßnahmen zur Entlastung des Straßennetzes ergreifen. Dazu gehört auch die Prüfung, ob anstehende Baumaßnahmen im Straßennetz zeitlich verschoben werden können, um zusätzliche Belastungen der Verkehrsachsen möglichst zu vermeiden. Über wichtige Änderungen und weitere Maßnahmen wird die Stadtverwaltung fortlaufend informieren.
Medieninformation der Stadt Speyer vom 18. September 2026


