
Die Wiederöffnung des ehemaligen westlichen Stadttors ist für Speyer in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung. Spätestens seit der Schließung im Jahr 2020 ist deutlich geworden, welch besondere Beziehung die Speyererinnen und Speyerer zu „ihrem“ Altpörtel haben. Immer wieder erreichten die Stadtverwaltung Nachfragen zur Wiedereröffnung – verbunden mit persönlichen Erinnerungen und prägenden Erlebnissen, insbesondere aus der Kindheit.
„Das Altpörtel ist weit mehr als ein historisches Bauwerk. Es ist ein Stück Speyer, mit dem viele Menschen ganz persönliche Erinnerungen verbinden. Umso wichtiger ist es, dass dieses Wahrzeichen unserer Stadt nach den umfangreichen Sanierungsarbeiten nun wieder für die Speyererinnen und Speyerer sowie für unsere Gäste zugänglich ist und die heutigen Anforderungen an den Brandschutz erfüllt“, betont Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler.
Gleichzeitig stellt die Wiedereröffnung eine wichtige Aufwertung für den Tourismus dar. Als eines der ältesten und prominentesten Gebäude der Stadt bietet das Altpörtel nicht nur einen besonderen Einblick in die Geschichte Speyers, sondern auch einen einzigartigen Blick über die Stadt und die Region. Von oben eröffnen sich unter anderem Perspektiven auf die Gedächtniskirche, den Rhein und das Technik Museum Speyer. Auch die Verbindung zur Weinstraße wird durch den Blick in Richtung Villa Ludwigshöhe und Hambacher Schloss sichtbar.
„Mit der Wiederöffnung des Altpörtels gewinnt Speyer eine besondere touristische Attraktion zurück. Die Aussichtsgalerie eröffnet unseren Gästen neue Blickwinkel auf die Stadt und ihre Umgebung und lädt dazu ein, Speyer aus einer ungewohnten Perspektive zu entdecken", betont Bürgermeister und Tourismusdezernent Prof. Dr. Alexander Schubert.
Brandschutz umfassend ertüchtigt
Voraussetzung für die Wiedereröffnung waren umfangreiche brandschutztechnische Maßnahmen, die auf Grundlage des genehmigten Brandschutzkonzepts umgesetzt wurden. Zu den wesentlichen Maßnahmen zählen die Installation einer Brandmeldeanlage sowie einer Not- und Sicherheitsbeleuchtung. Zudem wurden auf der Kassen-, Glocken- und Ausstellungsebene Rauchschürzen eingebaut. Auf der Galerie-Ebene wurde eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage (RWA) über die bestehenden Türen installiert und eine entsprechende RAS/RWA-Zentrale eingerichtet. Die bestehende Trockensteigleitung und die Türen wurden gemäß den Vorgaben des Brandschutzkonzepts ertüchtigt.
Im Zuge der Arbeiten wurde zudem der Dachstuhl umfassend gereinigt und von Taubendreck befreit. Die bisherige Heizung des Trausaals und die Teeküche wurden zurückgebaut. Der ehemalige Putzraum wurde zur Brandmeldezentrale umgebaut.
Die brandschutztechnische Sanierung machte auch eine Überarbeitung der Elektrik und Leitungsführung sowie der Beleuchtung des Altpörtels erforderlich. Grundlage für die Planung war der beschlossene Lichtmasterplan. Die vorhandene Beleuchtung einschließlich der Leitungsführung wurde demontiert und durch eine neue Beleuchtung mit entsprechender Steuerungstechnik ersetzt. Dabei wurden unter anderem LED-Lichtleisten im Fensterbereich installiert und entsprechende Schreinerarbeiten an Fenstern und Decken durchgeführt. Ergänzend erfolgten Arbeiten an Fassadendurchführungen und Öffnungen sowie Maler- und Verputzarbeiten im gesamten Gebäude.
Die Gesamtkosten für die Sanierung des Altpörtels einschließlich der Fachplaner belaufen sich auf rund 495.000 Euro.
Besuch künftig mit Zeitfenstern und verschiedenen Angeboten
Aufgrund von Brandschutzvorgaben ist die Zahl der gleichzeitig anwesenden Besucherinnen und Besucher künftig auf maximal 15 Personen begrenzt. Um den Besuch entsprechend zu steuern, erfolgt der Zutritt über feste Zeitfenster.
Grundsätzlich stehen drei verschiedene Besuchsangebote zur Verfügung: der Individualbesuch mit dem Schwerpunkt auf dem Altpörtel als Aussichtsturm, öffentliche Führungen mit Erläuterungen zur Geschichte und Bedeutung des Bauwerks sowie Gruppenbuchungen mit Führung.
Das Altpörtel ist grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Je nach Jahreszeit gelten unterschiedliche Besuchszeiten und Angebote. Von April bis Oktober sind beispielsweise individuelle Besuche ohne Führung mittwochs und freitags am Nachmittag sowie samstags am Vormittag möglich. Führungen finden samstags am Nachmittag sowie sonntags und feiertags statt. Die individuellen Besuche sind auf 30 Minuten pro Zeitfenster begrenzt, Führungen dauern jeweils 45 Minuten.
Tickets können online über visitspeyer.de oder in der Tourist-Information gebucht werden. Ein spontaner Besuch ist nur möglich, wenn noch freie Kapazitäten vorhanden sind. Um den Zugang zum gewünschten Termin sicherzustellen, wird eine frühzeitige Ticketbuchung empfohlen.
Der Preis für einen individuellen Besuch beträgt 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Ermäßigungen gelten für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Schwerbehinderte sowie Inhaberinnen und Inhaber einer Ehrenamtskarte. Die Familienkarte kostet 13,50 Euro und umfasst zwei Erwachsene mit familienzugehörigen Kindern bis einschließlich 16 Jahre. Für die Teilnahme an einer Führung beträgt der Eintritt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro; die Familienkarte kostet 19 Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahre haben freien Eintritt.
Mit der Wiedereröffnung des Altpörtels beginnt auch der Verkauf des nunmehr dritten Speyerer Null-Euro-Scheins. Der beliebte Souvenir- und Sammelartikel zeigt das Wahrzeichen aus der Perspektive der Maximilianstraße und ist ebenfalls ab Mittwoch, 2. September 2026, in der Tourist-Information erhältlich.
Weitere Informationen zu Öffnungszeiten, Führungen und Tickets sind unter visitspeyer.de sowie bei der Tourist-Information Speyer erhältlich.
Medieninformation der Stadt Speyer vom 26. August 2026


