
Dramatischer Einbruch der Statik
Der Zustand des Baumes (Stammumfang: knapp 4 Meter, Höhe: über 28 Meter) wird von der Stadtverwaltung bereits seit mehreren Jahren messtechnisch überwacht. Während bei den Untersuchungen in den Jahren 2023 und 2024 vor allem die Standsicherheit der Wurzelplatte infolge von Pilzbefall abnahm, hat sich die Situation inzwischen drastisch verschärft.
Bei einer erneuten messtechnischen Untersuchung am 25. Juni 2026 stellten die Fachleute fest, dass holzzersetzende Schadpilze den Stammfuß inzwischen massiv geschädigt haben. Erstmals ist nun auch die Bruchsicherheit des Stammes erheblich beeinträchtigt. Zudem zeigt der Baum deutliche Absterbeerscheinungen in der Krone und verfügt aufgrund seiner stark nachgelassenen Vitalität über keine ausreichenden biologischen Abwehr- oder Kompensationskräfte mehr. Das erforderliche baumstatische Sicherheitssoll wird in allen Bereichen deutlich unterschritten.
Sicherheit der Kinder hat oberste Priorität
Das Fachgutachten zeigte als theoretische Zwischenlösung einen drastischen Kronenrückschnitt um sechs Meter auf, um die Fällung bis in den Spätherbst zu verschieben. Aufgrund des sensiblen Standortes unmittelbar am beliebten und stark frequentierten Spielplatz „Spinne“ hat sich die Abteilung Stadtgrün entschieden kein Risiko einzugehen und zeitnah zu fällen. Ein Teilrückschnitt würde die akute Gefahr für spielende Kinder und Passanten nicht zuverlässig und dauerhaft bannen. Der Baum ist fachlich nicht mehr zu retten.
„Die Fällung dieser markanten Blutbuche schmerzt uns sehr. Sie prägt den unteren Domgarten seit vielen Jahrzehnten. Doch die Sicherheit der Menschen – insbesondere der vielen Kinder und Familien am Spielplatz ‚Spinne‘ – hat für uns oberste Priorität“, betont Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler. „Die Ergebnisse des Fachgutachtens sind eindeutig und lassen uns keine andere verantwortbare Entscheidung. Deshalb müssen wir jetzt handeln. Zugleich werden wir mit einer Ersatzpflanzung dafür sorgen, dass der Charakter des Domgartens auch in Zukunft erhalten bleibt.“
Umfassende Prüfung des Artenschutzes
Die Fällung eines so prägenden Großbaums mitten in den Sommermonaten ist eine tiefgreifende, aber unvermeidbare Maßnahme. Selbstverständlich wird vor Beginn der Arbeiten eine umfassende artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt. Dabei wird der Baum intensiv auf eine aktuelle Nutzung durch besonders geschützte Tierarten, etwa brütende Vögel oder Fledermäuse, untersucht, um sämtliche rechtlichen Vorgaben strikt einzuhalten.
Die genauen Fälltermine in den kommenden Wochen werden rechtzeitig bekannt gegeben, da es während der Arbeiten zu temporären Absperrungen im Bereich des Spielplatzes kommen kann. Eine adäquate Ersatzpflanzung an gleicher Stelle ist bereits fest eingeplant, damit der Charakter des unteren Domgartens langfristig erhalten bleibt.
Medieninformation der Stadt Speyer vom 17. Juli 2026


