Gruppenbild: OB Eger, Wirtschaftsministerin Lemke, Vertreter ICLEI, © Wirtschaftsministerium RLP

In Speyer wird global gedacht

Gruppenbild: OB Eger, Wirtschaftsministerin Lemke, Vertreter ICLEI, © Wirtschaftsministerium RLP
Speyer zählt zu den Kommunen in Rheinland-Pfalz, die sich eine nachhaltige Entwicklung zum Ziel gesetzt haben und das Angebot des Wirtschaftsministeriums einer kostenfreien Beratung durch das internationale Städtenetzwerk ICLEI nutzen. Oberbürgermeister Hansjörg Eger berichtet auf Einladung des Wirtschaftsministeriums beim heutigen Pressetermin in Mainz über die Praxis zur nachhaltigen Entwicklung der Fair Trade Stadt Speyer.
 
 

Nach dem Erstellen des Nachhaltigkeitsberichtes, gelte es Maßnahmen von der nachhaltigen Beschaffung über Mobilität und Wirtschaften bis zur Umwelterziehung weiter voranzutreiben, Vernetzungen und Fortbildungen zu intensivieren, den Nachhaltigkeitsprozesse kritisch zu begleiten und gegebenenfalls zu modifizieren.

Lokal handeln

„Die lokale Ebene ist entscheidend für eine nachhaltige und damit zukunftsgerechte Entwicklung. Hier wird der Alltag geprägt, hier können Bürgerinnen und Bürger am stärksten mitbestimmen“, unterstrich Wirtschaftsministerin Eveline Lemke und verwies auf die ICLEI Vorzüge: „Kommunen, die Aspekte von Nachhaltigkeit, etwa in der Stadtplanung, bei Bürgerbeteiligung oder im Umgang mit endlichen Ressourcen, aufgreifen wollen, erhalten fachliche Begleitung. Langfristiges nachhaltiges Handeln muss in die Verwaltungsprozesse eingehen, um erfolgreich zu sein. Dafür braucht es Strukturen, die Innovationspotentiale vorantreiben und aus Ideen ganzheitliche Prozesse werden lassen.“

Global denken

Ministerin Lemke verweist auf wichtige Entscheidungen, die in diesem Jahr Nachhaltigkeit betreffen: Im Herbst werden von der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York globale Nachhaltigkeitsziele verabschiedet, im Dezember soll bei den Welt-Klimaverhandlungen in Paris eine neues globales Klimaschutzabkommen erzielt werden. „Ziel nachhaltiger Entwicklung ist es, Vorsorge für die Zukunft zu treffen ohne die Gegenwart aus dem Auge zu verlieren. Die neuen globalen Nachhaltigkeitsziele werden zwar in New York und Paris verhandelt, über die Bundes- und Landespolitik haben sie dann aber großen Einfluss auf die kommunale Ebene“, so Lemke. Sie dienen als Wegweiser und Orientierung für die Bewältigung kommunaler Herausforderungen. Gleichwohl dürfe man die Kommunen nicht darauf reduzieren, die Ideen anderer auszuführen.

Auf dem diesjährigen Klimagipfel in Paris liegen laut Lemke besonders hohe Erwartungen, man müssen endlich ein erfolgreiches Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu schaffen. „Der Gipfel im Dezember 2015 in Paris muss ein Erfolg werden, doch klar ist auch, dass die Rolle von Regionen und der lokalen Ebene für den globalen Klimaschutz immer wichtiger wird. Rheinland-Pfalz schreitet hier ambitioniert voran. Tatsächlich entscheidet sich in der Praxis, was nachhaltig wirkt. Die Kommunen sind deshalb ein wichtiger Impulsgeber für Nachhaltigkeit.“ Die Kommunen wirkten überdies auch beim Klimaschutzkonzept mit, so die Ministerin, und seien im stetigen Austausch mit Experten der Energieagentur über die Versorgung mit Erneuerbaren Energien.

ICLEI

ICLEI - Local Governments for Sustainability (Kommunen für Nachhaltigkeit) ist ein weltweiter Verband von rund 2000 aktiven Städten und Gemeinden, die sich der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet haben. Auf der globalen Bühne vertritt ICLEI die Kommunen auf UN-Konferenzen und in vielen internationalen Gremien. Gleichzeitig engagiert sich ICLEI vor Ort und begleitet Kommunen auf Ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Das deutsche Büro in Freiburg berät seit Ende der 1990er Jahre auch rheinland-pfälzische Kommunen im Programm „Nachhaltigkeit kommunal“. Im Angebot von ICLEI sind zum Beispiel Informationen zur Lokalen Agenda 21 und zur Verstetigung des Agenda-Prozesses. Hinzu kommen Weiterbildungsmaßnahmen zur Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit.

 Von den Vor-Ort-Angeboten im Rahmen der Beratung durch ICLEI, für die das Land in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 80.000 Euro zur Verfügung stellt, haben in den vergangenen Jahren über 100 rheinland-pfälzische Städte und Gemeinden profitiert. An den Weiterbildungsveranstaltungen haben rund 50 Kommunen teilgenommen. Beispiele für Kommunen in Rheinland-Pfalz mit einem Nachhaltigkeitsmanagement, das auf Beratungsleistungen von ICLEI aufbaut: Kreise Mayen-Koblenz und Südwest-Pfalz, die Städte Koblenz, Ludwigshafen, Trier, Speyer, Zweibrücken, Bad Kreuznach und Osthofen, die Verbandsgemeinden Hauenstein, Kandel, Langenlonsheim, Neuerburg / Südeifel und Wörrstadt sowie die Ortsgemeinden Ober-Olm, Göllheim und Geiselberg.

 
Kontakt

Sandra Gehrlein

Nachhaltigkeitsmanagement

Tel. (0 62 32) 14 2490

E-Mail