Badeverbot im Steinhäuserwühlsee

Bildhinweis: Alle Bildausschnitte angeboten von Microsofts Bing mit freundlicher Genehmigung der Simmons; verbessert im Kontrast.)

Aufgrund von schwankenden Konzentrationen von Vinylchlorid in der Badezone (0–3 m) des Steinhäuserwühlsees wurde im April 2015 aus Vorsorgegründen entschieden, trotz der fortlaufenden Tiefenwasserbelüftung im See, am Badeverbot festzuhalten. Dieses Badeverbot gilt bis auf Weiteres.

 

Im Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz ist der Steinhäuserwühlsee für die Badesaison 2016 als gesperrt aufgeführt.

Vinylchlorid gilt als krebserregender und erbgutverändernder Stoff. Festgestellt wurde die kanzerogene Wirkung von Vinylchlorid Mitte der 70er Jahre bei Arbeitern in Betrieben, die über Jahrzehnte dem Stoff (PVC-Produktion) über mehrere Stunden am Tag direkt ausgesetzt waren. Wie bei allen toxischen Stoffen kann die Reaktion des einzelnen Organismus sehr unterschiedlich ausfallen. Daher kann auch bei geringen Dosierungen ein Risiko nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Insbesondere bei Kindern unter 10 Jahren ist ein erhöhtes Risiko einer Krebserkrankung anzunehmen. Der vom Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht (LUWG) sowie vom Gesundheitsamt Rhein-Pfalz-Kreis festgelegte Maßnahmenwert von 1,5 µg/l VC in der Badezone konstatiert bei Einhaltung des Werts ein minimales zusätzliches Krebsrisiko bei einer Exposition über 60 Jahre, 50 Tage/Jahr und 3 Stunden/Tag sowie einer angenommenen Lebenszeit von 70 Jahren.

Die Anordnung der Wasser- und Bodenschutzbehörde gilt bis auf weiteres:

Im Steinhäuserwühlsee ist das Baden verboten!

Siehe hierzu Allgemeinverfügung

Die Messungen im Steinhäuserwühlsee finden weiterhin monatlich statt. Die aktuellen Messwerte für 2016 finden Sie hier.

Die Werte des Vorjahres können Sie nebenstehendem Archiv entnehmen.

Auch im Wammsee wurde durch Analysen von Wasserproben der Stoff Vinylchlorid im oberflächennahen Bereich bestätigt. Die Konzentration von VC ist im Wammsee allerdings deutlich niedriger als im Steinhäuserwühlsee. Der Wammsee ist kein offizielles Badegewässer und befindet sich in Privatbesitz.

Mehr Informationen können Sie auf unserer Download-Seite einsehen. Dort finden Sie eine kurze Historie über den Grundwasserschaden im Industriegebiet Speyer-West, die Dokumentation zum Grundwassermonitoring vom Mai diesen Jahres, die TIBEAN-Prüfberichte für 2015 sowie die Berichte zu den Seeluft-Emissionsmessungen. Diese Seite wird bei Bedarf immer wieder aktualisiert.

Bitte beachten Sie auch den Artikel „Information Brunnen“.

Grundwassersanierung im Zustrom zum Steinhäuserwühlsee beginnt

Die Firma CDM Smith hat im Auftrag der Fairma Siemens mit der Sanierung des Grundwasserschadens im  Zustrom zum Steinhäuserwühlsee (Sanierungszone 3) begonnen. Die Sanierung erfolgt mit dem so genannten Pump & Treat-Verfahren. Bei diesem Verfahren wird das Grundwasser mit 13 Pumpbrunnen gefördert, gereinigt, und wieder in den See geleitet.

Der Testbetrieb der Anlage wurde am 19. Mai aufgenommen. Wenn dieser erfolgreich ist, kann der Regelbetrieb Anfang Juli beginnen.

Das Badeverbot bleibt bis auf weiteres bestehen. Über den Fortschritt der Sanierung werden wir Sie an dieser Stelle zeitnah unterrichten.

Der Verzehr von Fischen aus dem Steinhäuserwühlsee  gefahrlos möglich.

Um potenzielle Vinylchlorid-Gefährdungen durch den Verzehr von Fischen aus dem Steinhäuserwühlsee beurteilen zu können, forderte das LUWG, Mainz, zusammen mit dem Umweltamt der Stadt Speyer eine Untersuchung zu dieser Fragestellung. Die Siemens AG veranlasste über CDM Smith Consult GmbH eine Befischung und anschließende Analyse der gewonnenen Fischproben. Die Befischung fand am 20.07.2015 durch einen Berufsfischer mit Hilfe des Angelvereins unter Aufsicht des LUWG statt. Anschließend wurden die insgesamt acht Fischfleischproben vom beauftragten Labor, dem SGS Institut Fresenius, Taunusstein, auf Vinylchlorid (VC) analysiert.

Das Ergebnis ist eindeutig: In allen untersuchten Fischproben (roh und gekocht) konnten keine VC-Verunreinigungen nachgewiesen werden.

Obwohl zum Zeitpunkt der Probennahme Spuren von VC im Seewasser vorhanden waren (0,5 ug/l bis 3,9 ug/l), wird dieser leicht flüchtige Schadstoff nicht im Fischfleisch eingelagert. Eine Gefährdung des Menschen durch Verzehr von Fischen aus dem Steinhäuserwühlsee ist daher nicht zu besorgen.

Den vollständigen Bericht zur Fischuntersuchung finden Sie auf unserer Download-Seite.

 
Kontakt
Abteilung Umwelt und Forsten
Maximilianstraße 12
67346 Speyer
Tel. (0 62 32) 14 27 85
E-Mail 
Archiv
Messwerte