Workshop in der IGS mit Robert Koenig

eine Schülerin schlägt mit dem Holzklüpfel auf den Stechbeitel, Foto © Stadt Speyer

Zum Ausklang des Schuljahres haben 39 Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Georg Friedrich Kolb an einem Holzworkshop mit dem britischen Künstler Robert Koenig teilgenommen, dessen Kunstprojekt Odyssey noch bis 6. August das Bild der Innenstadt prägen.

 

Mit Stechbeitel und Bildhauerklüpfel

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Robert Koenig im Gespräch mit einer Schülerin, Foto © Stadt SpeyerJule ist fasziniert vom Werkstoff Holz, Katharina findet das Alternativprogramm zu Malen und Basteln „cool“ und André ist eh ein Fan von Kunst und hat sich ohne zu zögern für den Holzworkshop mit dem britischen Künstler Robert Koenig angemeldet. Zum Ausklang des Schuljahres haben 39 Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Georg Friedrich Kolb das Angebot genutzt. Die Teilnehmer der 7. bis 11. Klasse hatten sich alle freiwillig gemeldet und waren entsprechend hochmotiviert und konzentriert bei der Sache. Selbst nach dem Pausenklingeln wurden Stechbeitel und Holzklüpfel nicht aus der Hand gelegt, schließlich wollte jeder seine Hand im Relief in der Gruppenarbeit verewigen, dafür nimmt Fritz auch eine Blase am Finger in Kauf. Insgesamt entstanden vier Gruppenarbeiten aus Birken- und Lindenbrettern, die in der Schule auf Dauer installiert werden.

„Ohne die Unterstützung unseres Fördervereins unter Vorsitz von Lucia Gerlak, der sich die Workshopkosten mit der Stadt geteilt hat, hätten die Kinder und Jugendlichen diese wertvolle Erfahrung nicht machen können“, bringt Schulleiter Rüdiger Nauert seine Dankbarkeit zum Ausdruck. Auch Ulrike Miehlbradt, didaktische Koordinatorin an der IGS, freut sich, dass man beim Förderverein mit zusätzlichen Angeboten in den Bereich Musik, Darstellendes Spiel oder Bildende Kunst immer auf offene Ohren stoße. „So wird Schule zu einem Ort, an dem wir bilden und nicht nur ausbilden“, ist sie mit Kunsterzieherin Sabine Geeck einig. Dem Bildhauer der Odyssey habe man die Erfahrung mit Gruppenarbeit angemerkt, attestiert ihm Geek. Nach einer Einführung im Umgang mit den Werkzeugen zur Holzbearbeitung, habe er den Jugendlichen die Symbolkraft der Hand verdeutlicht und sich danach zurückgenommen. Er spüre, wer wann einen Impuls brauche, um die eigene Hand aus dem Holz herauszuarbeiten. „Ich habe eine neue Welle in ihrem Leben angestoßen“, zeigt sich Robert Koenig überzeugt und spricht von einer entspannten Atmosphäre im Werkraum und Arbeitsergebnissen, die die Vielfalt der Schülerinnen und Schüler widerspiegle und deren Arbeitsweise etwas über die Persönlichkeit der Teilnehmer verrate. Und dass die Kinder und Jugendlichen den Mut hatten, ihre Englischkenntnisse praktisch anzuwenden, rundet die Erfolgsbilanz des Workshops ab.

Odyssey – Ein mobiles Monument gegen das Vergessen

OB Hansjörg Eger begrüßt gemeinsam mit IGS-Schulleiter Rüdiger Nauert den englischen Künstler Robert Koenig, Foto © Stadt SpeyerBegeistert waren die IGSler nicht nur vom Workshop selbst, sondern auch von der Persönlichkeit Robert Koenigs, der einige Tage vor dem Workshop die Schule besuchte, um sich und sein Odysseyprojekt vorzustellen. Auch hier war die Unterrichtssprache Englisch und die Aufmerksamkeit bei seinen Reflektionen über Krieg, Vertreibung und Heimat hoch. Die Odyssey ist für Robert Koenig ein mobiles Monument für seine Mutter, die 1942 als Zwangsarbeiterin Nr. 1129 zu den Flugzeugwerken Saarpfalz (heute PFW Aerospace) nach Speyer verschleppt wurde, und für alle Zwangsarbeiter und alle Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes. Der Bildhauer hat sich auf die Reise begeben, um die Lebensstationen seiner Mutter nachzuverfolgen. So war die erste Station seines Kunstprojektes das polnische Dorf Dominikowice. Die ersten Figuren hat Koenig entlang der Straße aufgestellt, die seine Mutter ging, als sie zur Zwangsarbeit aufbrach. „Ihr Vater stand auf der Liste derer, die zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden. Er war alt und schwach, hätte das nicht überlegt. So ging meine Mutter ohne Abschied zu nehmen, denn der Vater hätte dieses Opfer niemals akzeptiert“, schildert Koenig ein erschütterndes Kapitel seiner Familiengeschichte. In den Jahren 1996 bis 2001 reiste der Künstler in die mütterliche Heimat, wählte vor Ort Lindenbäume aus, um daraus 23 überlebensgroße Holzfiguren zu schaffen. Bei der grün/braunen Farbgebung, ließ er sich von der Landschaft inspirieren. „Ich habe den Bäumen ein neues Leben gegeben, als Wächter der Erinnerung“, erklärt er seinem aufmerksamen Publikum in der IGS-Mensa. Er sei dankbar, dass sich mit der Station Speyer nun der Kreis vom Geburtshaus seiner Mutter bis zu ihrem Grab geschlossen habe.

Und warum investiert er nach wie vor so viel Energie und Lebenszeit in dieses Skulpturenprojekt, anstatt Ausstellungen zu machen, die Geld einbringen, fragt ein Schüler und erhält zur Antwort. „Neben der Odyssey meiner Mutter möchte ich den Fokus auf das menschliche Schicksal aller Heimatlosen und Vertriebenen rücken. Wir alle sehen täglich die Bilder von Flucht und Vertreibung, Migranten werden erniedrigt und entwürdigt. Deshalb bin ich in Europa unterwegs, um mit meinem Odyssey-Figuren im Dialog dafür werben, dass deren Leid nicht aus dem Blick gerät.“

Medieninformation der Stadt Speyer vom 20.7.2017