Schöffenwahl 2018: Stadt Speyer sucht Schöffen

Richterrobe, Foto © Stadt Speyer Rechtsamt

Im ersten Halbjahr 2018 werden bundesweit die Schöffen und Jugendschöffen für die Amtszeit von 2019 bis 2023 gewählt. Auch die Stadt Speyer sucht geeignete Kandidatinnen und Kandidaten für das Ehrenamt. Bewerbungsschluss ist der 26. März 2018.

 

Richterrobe, Foto © Stadt Speyer RechtsamtIn Vorbereitung auf die Schöffenwahl werden Frauen und Männer gesucht, die am Amtsgericht Speyer und am Landgericht Frankenthal als Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung in Strafsachen als ehrenamtliche Schöffen teilnehmen. 

Gesucht werden Bewerberinnen und Bewerber, die in der Stadt Speyer wohnen und am 01.01.2019 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein werden. Bewerben kann sich, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und die deutsche Sprache zur Ausübung dieses Ehrenamtes ausreichend beherrscht. Von der Wahl ausgeschlossen ist, wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen  den wegen einer Straftat ermittelt wird. Auch hauptamtlich in oder für die Justiz Tätige (Richter, Rechtsanwälte, Polizeivollzugsbeamte, Bewährungshelfer, Strafvollzugsbedienstete usw.) und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffen gewählt werden

Das Ehrenamt erfordert, die Rolle des Schöffen im Strafverfahren zu kennen, über dessen Rechte und Pflichten informiert zu sein. Sie sollten sich über die Ursachen von Kriminalität  und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Schöffen müssen bereit sein, Zeit zu investieren, um sich über ihre Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten weiterzubilden. Wer zum Richten über Menschen berufen ist, braucht Verantwortungsbewusstsein, sollte über soziale Kompetenz, Menschenkenntnis und Einfühlungsvermögen ebenso wie über logisches Denkvermögen verfügen. Objektivität und Unvoreingenommenheit müssen auch in schwierigen Situationen gewahrt werden.

In der Beratung mit den Berufsrichtern gilt es als Schöffe den eigenen Urteilsvorschlag standhaft vertreten zu können. Ihnen steht in der Hauptverhandlung das Fragerecht zu. Sie müssen sich verständlich ausdrücken, auf den Angeklagten wie andere Prozessbeteiligte eingehen können und an der Beratung argumentativ teilnehmen. Ihnen wird daher Kommunikations- und Dialogfähigkeit abverlangt.

Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit des Gerichts erforderlich. Gegen beide Schöffen kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil gleichgültig ob Verurteilung oder Freispruch – haben die Schöffen daher mit zu verantworten.

Interessenten für das Schöffenamt in allgemeinen Strafsachen können sich bis zum 26.03.2018 unter folgender Anschrift bewerben:

Stadtverwaltung Speyer
- Rechtsabteilung –
Große Himmelsgasse 10
67346 Speyer

Bewerbungsformular