OB Hansjörg Eger, Christa Benz, Anette Schmidt, Sr. Isabelle Wien, Sibylle Deege, Isolde Wien, Ursula Wörn, Kirchenpräsident Christian Schad, Foto © Stadt Speyer

Isolde Wien für ihre Verdienste in der Hospizarbeit geehrt

OB Hansjörg Eger, Christa Benz, Anette Schmidt, Sr. Isabelle Wien, Sibylle Deege, Isolde Wien, Ursula Wörn, Kirchenpräsident Christian Schad, Foto © Stadt Speyer

Empathie gibt es nicht für Geld
„In einer Gesellschaft, in der alle jung, schön, gesund und leistungsoptimiert sein sollen, sind Krankheit, Sterben und Tod tabu. Der Tod, ja der sterbende Mensch selbst wird an den Rand gedrängt. Vor diesem Hintergrund reifte in den 1980er Jahren der Entschluss in Speyer das erste stationäre Hospiz in Rheinland-Pfalz eröffnen zu wollen“, erinnert Isolde Wien.

 

Als Initiatorin des „Hospizes im Wilhelminenstift“ ehrte sie heute Oberbürgermeister Hansjörg Eger gemeinsam mit Sozialgerichtspräsidentin Anette Schmidt und Kirchenpräsident Christian Schad auch namens Bischofs Karl-Heinz Wiesemanns. Als Jury zur Vergabe des Ehrenamtspreises der Stadt Speyer 2016 hatten sie sich darauf verständigt, Isolde Wien angesichts ihrer Verdienste bei der Einrichtung des Hospizes im Wilhelminenstift eine gesonderte Ehrung zukommen zu lassen.

„Für unermüdliches Engagement und vorbildhaftes Verhalten für eine menschliche Stadt“ wurden auch Ursula Wörn, die seit 1997 im Hospiz im Wilhelminenstift ehrenamtlich Dienst tut, sowie Christa Bentz und Sibylle Deege als ehrenamtliche Kräfte des ambulanten Hospiz-und Palliativberatungsdienstes der Ökumenischen Sozialstation, geehrt. Da sie beim Neujahrsempfang verhindert waren, überreichte ihnen der OB in seinem Dienstzimmer die Urkunde zum Ehrenamtspreis. „Sie alle geben ehrenamtlich und unbezahlbar Zeit, Zuwendung und Empathie. Sie stehen den sterbenden Menschen und den Angehörigen hilfreich zur Seite, schenken Licht und Geborgenheit“, so OB Eger in seinem Dank, dem sich Jurymitglieder und Oberin Isabelle Wien anschlossen, verbunden mit dem Wunsch für viel Kraft und ein tragendes Fundament zur Ausübung dieses anspruchsvollen Ehrenamtes in der Hospizbewegung.

Zurück zu den Anfängen in den 1980er Jahren. Pfarrerin Isolde Wien hatte die Hospizbewegung gepackt, deren jüngere Tradition in England von der Ärztin und Sozialarbeiterin Cicely Saunders begründet wurde und im deutschsprachigen Raum von Elisabeth Kübler-Ross Verbreitung fand. Doch bevor sich ihr Herzensanliegen und das ihre Mitstreiter, ein stationäres Hospiz in Trägerschaft der damaligen Diakonissenanstalt, erfüllen konnte, mussten viele Hürden genommen werden. Gemeinsam mit ihrem Mann Pfarrer Karl-Gerhard Wien, fast drei Jahrzehnte Leitender Direktor der heutigen Diakonissen Speyer-Mannheim, skizziert sie beim Pressetermin den steinigen Weg zum Ziel: 1989 positiver Beschluss von Vorstand und Verwaltungsrat der Diakonissenanstalt, Mitarbeit der 1990 gegründeten Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz, 1994 Gründung des Fördervereins für das „Hospiz im Wilhelminenstift“, Vorbereitungskurs von ehrenamtlichen Mitarbeitern, Vorträge über Hospizgedanken und-arbeit in den Kirchengemeinden in Stadt und Land, zähe Verhandlungen des Trägers mit den Kassen und dem Mainzer Sozialministerium. Nach sieben Jahren der Planung und Verhandlung konnte am 26. Februar 1996 das „Hospiz im Wilhelminenstift“ als erstes stationäres Hospiz in Rheinland-Pfalz Einweihung feiern.

„Es ist ein Segen, dass es neben der ambulanten Hospizhilfe in unserer Stadt das stationäre Hospiz als gleichwertiges Angebote gibt, in dem hauptamtliche und ehrenamtliche Helferinnen und Helfern sterbenskranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase und ihren Angehörigen beistehen“, sind sich die Jurymitglieder einig.

Medieninformation der Stadt Speyer vom 16.2.2017