Löwenherz und Eleonore © Nibelungenlied-Gesellschaft Worms e.V.

Begleitprogramm zur Löwenherz-Ausstellung

Löwenherz und Eleonore © Nibelungenlied-Gesellschaft Worms e.V.

Inszenierung von Richard Löwenherz in der Artustradition im Alten Stadtsaal.

In einer szenischen Lesung im Alten Stadtsaal am Samstag, dem 24. Februar 2018 um 19 Uhr bereitet Dr. Ellen Bender den historisch-literarischen Hintergrund von Richard Löwenherz und dem Artusmythos auf.

 

Das Ensemble ‚Wundersvil‘ der Nibelungenlied-Gesellschaft Worms e.V. präsentiert Spielszenen im mittelalterlichen Kolorit; das Duo ‚Wormez‘ sorgt mit gesungenen Strophen aus Bernart de Ventadorns „Lerchenlied“, dem von Richard in der Gefangenschaft gedichteten Lied „Ja nus hons pris“, mit bretonischen Liedern und Instrumentalkompositionen für die passende musikalische Begleitung.

Die Königsdynastie der Anjou-Plantagenêts in England förderte im 12. Jahrhundert Literatur und Geschichte um den mythischen König Artus. Damals hatte Geoffrey von Monmouth eine Geschichte der Könige von Britannien verfasst und König Artus/Arthur als Stammvater aller keltischen Fürsten erfunden. Er dichtete ihnen eine antike, trojanische Abstammung an. Um 1155 übersetzte Robert de Wace Geoffreys Geschichte in das Anglonormannische. Jetzt konnte der anglonormannische König mit Artus einen legendären Vorfahren aufweisen; die höfische Feudalgesellschaft in Poitiers und Winchester sonnte sich im Glanz der arthurischen Dichtung.

Als Nachfolger des idealen Herrschers Arthur behauptete König Richard I. Löwenherz für sich den Besitz des berühmten Schwertes Excalibur. Warum schenkte er dieses symbolträchtige Schwert der populären Artussage ausgerechnet Tankred von Sizilien?

Richard war darauf bedacht, seine eigenen dynastischen Interessen zu sichern. Er nutzte bei festlichen Anlässen die Zurschaustellung königlicher Macht als Mittel der Propaganda. Seine Krönung 1189 wurde mit großem Prunk und Kleiderluxus gefeiert. Richard wusste seine Auftritte selbst zu inszenieren, sei es als Troubadour, mutiger Kämpfer oder roi-chevalier – ganz im Stil der Artustradition. Löwenherz förderte geistliche und weltliche Autoren, die in historiografischen oder literarischen Werken seine Person verherrlichten. Die Propagandabemühungen im angevinischen Reich zur Glorifizierung des Herrschers und zur Entwicklung eines Heldenmythos erwiesen sich als erfolgreich. Bis in die Neuzeit hinein blieb trotz der heftigen Kritik am Monarchen, der aus seinem Land immense Geldsummen presste, das Bild Richards als ‚Idealkönig‘ der ritterlichen Gesellschaft im Stil des mythischen Artuskönigtums erhalten.

Es spielen unter anderem Arnulf Kaju Kienast (Richard Löwenherz), Rüdiger Glaser (Tankred von Sizilien), Petra Riha, Torben Hebing und das Duo ‚Wormez‘ mit Stephanie Salm (Sopran, Laute, Dudelsack, Drehleier, TinWhistle) und Tom Salm (Bariton, Psalter, Bodhran, Davul, Percussion). Kostüme von Gerlinde Schidrich, Hut und Robe, Nibelungenfestspiele Worms und aus eigener Herstellung.

Eintrittskarten zum Preis von 10,- € sind nur an der Abendkasse erhältlich. 

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der Stadt Worms statt und nimmt Bezug auf die aktuelle Landesausstellung „Richard Löwenherz. König – Ritter – Gefangener“ im Historischen Museum der Pfalz Speyer, die noch bis zum 15. April 2018  zu sehen ist.       


Medien-Information der Stadt Speyer vom 19.01.2018

 
 
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