Oberbürgermeister Hansjörg Eger unterzeichnet den Partnerschaftsvertrag mit der chinesischen Stadt Ningde

Ningde: Neuer Partner in China

Oberbürgermeister Hansjörg Eger unterzeichnet den Partnerschaftsvertrag mit der chinesischen Stadt Ningde
Partnerschaftsvertrag mit der chinesischen Stadt Ningde unterzeichnet.

 

Liebe Freundinnen und Freunde von SPEYER.DE,

wer Kontakte nach China sucht, der muss sich auf andere Dimensionen einstellen, nicht nur was die Größe der Städte angeht. Das ist bei meinem ersten Besuch in China im Oktober sehr deutlich geworden: Im 13.452 km² großen Verwaltungsbezirk der Präfektur Ningde leben rund 3,4 Millionen Menschen, die Kernstadt von Ningde zählt rund 420.000 Einwohner.

Partnerschaftsvertrag unterzeichnet

Die Partnerschaftsurkunde mit Ningde ist unterzeichnet und damit sind die Voraussetzungen geschaffen, die Kontakte mit unserem neuen Partner enger zu knüpfen. Die Stadt Worms ist mit im Boot und wird voraussichtlich im nächsten Jahr in den Dreierbund einsteigen. 

Ningde ist eine aufstrebende Wirtschaftsmetropole im Südosten von China, geprägt durch den riesigen Naturhafen der Sandu-Bucht, der mittlerweile zu den größten Handelshäfen Fujians zählt. Die Präfektur ist über eine Küstenautobahn mit den anderen Wirtschaftszentren der Provinz verbunden und seit 2010 an die neue Hochgeschwindigkeitstrasse der Bahn von Shanghai nach Fuzhou und Xiamen angeschlossen.

Austausch soll intensiviert werden

Die Stadtregierung in Ningde ist sehr daran interessiert, den Bildungs- und Wissenschaftsaustausch voranzutreiben, also chinesische Lehrkräfte und Studenten nach Deutschland zu schicken und deutsche Lehrer und Studierende in China zu empfangen. Ähnliches gilt für den Austausch in den Bereichen Tourismus und Kultur.  Außerdem ist man an wirtschaftlichen Kontakten und Umweltschutz weit mehr interessiert, als sich das aus der Ferne vermuten lässt. Und genauso steht es auch im gerade unterzeichneten Partnerschaftsvertrag: Kontakte sollen „in den Bereichen Kultur und Wissenschaft, Wirtschaft und Handel, Klimaschutz und Erziehung sowie dem Tourismus und dem Gesundheitswesen auf der Basis des freundschaftlichen Austausches, dem Prinzip der Gleichberechtigung und des gegenseitigen Nutzens geschehen, auch um die Entwicklung und den Wohlstand der drei Städte Ningde, Worms und Speyer zu fördern.“

Ningde – Kleines Stadtporträt

Die Präfektur Ningde liegt nördlich der Provinzhauptstadt Fuzhou, grenzt an die Nachbarprovinz Zhejiang und hat über die Taiwanstraße Zugang zum Pazifik.

Trotz dieser mittlerweile guten verkehrstechnischen Anbindung zählt Ningde noch zu den weniger entwickelten und ursprünglicheren Städten Fujians. Das warme subtropische Klima und der fruchtbare Boden schaffen gute Bedingungen für die Landwirtschaft. Früchte, essbare Pilze und Tee zählen zu den Exportschlagern aus der Präfektur Ningde. Besondere Tradition hat der Teeanbau, etwa 10% des Grünen Tees in China kommen aus der Region. Die riesigen Wasserflächen der Sandu-Bucht eignen sich darüber hinaus für eine ganze Reihe von Aqua-Kulturen. Längst prägt jedoch auch der industrielle Sektor die Wirtschaftskraft von Ningde.  Schwerindustrie, Maschinenbau und der Schiffbau sind Schlüsselindustrien in der Präfektur. 

Sandu-Bucht und Taimu-Berge

Was die künftige Erschließung der Sandu-Bucht angeht, verfolgt die Verwaltung von Ningde ehrgeizige Pläne für die Zukunft, die versuchen Lebensqualität und wirtschaftliche Dynamik zu kombinieren. Mit Milliarden-Investitionen sollen dort innerhalb der nächsten Jahrzehnte Werft- und Industrieanlagen, aber auch touristische Nutzungen entstehen.

Ein besonders reizvolles Ziel in der Präfektur Ningde sind die Taimu-Berge. Der verkarstete Gebirgszug mit teilweise skurrilen Felsformationen hat eine Fläche von 60 km² und ist auf zwei Seiten vom Meer umgeben. Das Gebirgsmassiv in einem Nationalpark besteht aus 54 Gipfeln und lädt zu ausgiebigen Wanderungen ein.

Das Kurzporträt der südostchinesischen Küstenstadt macht deutlich, dass es für Wormser und Speyerer viel zu entdecken gibt in der Präfektur Ningde. Für den Herbst 2014 plant die Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft Speyer (GDCF) eine Bürgerreise zu den neuen chinesischen Partnern. Ich würde mich sehr freuen, wenn diese neue Partnerschaft von Speyer auch in der Bürgerschaft so gelebt wird, wie wir das von unseren anderen Städtepartnern kennen.

Ihr

Hansjörg Eger

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