Ohne Ehrenamt wäre das Leben ärmer

41 Prozent der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen und Initiativen. Dies hat der landesweite Ehrenamtstag am letzten Septemberwochenende eindrucksvoll gezeigt.
 


Oberbürgermeister Hansjörg EgerZwischen Altpörtel und Dom präsentierten sich auf einem Markt der Möglichkeiten rund 90 ehrenamtliche Projekte, Initiativen und Vereine. Die Stadt Speyer hat in diesem Rahmen die Anerkennung als Faire Trade Stadt erhalten. Auch an dieser Initiative haben eine ganze Reihe von Ehrenamtlichen mitgewirkt und Speyer in einem nachhaltigen Sinne „fair-wandelt“.

Der Stadtsportverband hat kürzlich errechnet, dass Ehrenamtler in 30 Speyerer Sportvereinen im Jahr 2011 insgesamt 336.852 Stunden freiwillig im Einsatz waren. Eine bemerkenswerte Zahl, die auch deutlich macht, wie intensiv und nachhaltig ehrenamtliches Engagement sein kann!

Ohne das Ehrenamt wäre das Leben in der Domstadt kaum vorstellbar. Ehrenamtliche leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu unserem Gemeinwesen, Sie sind eine große Bereicherung für diese Stadt, denn Sie machen Speyer zu dem von mir geschätzten lebens- und liebenswerten Ort. Gerade junge Menschen lernen im Ehrenamt Verantwortung zu übernehmen und können ihre Persönlichkeit weiter entwickeln.  

Ehrenamt heißt auch Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Solidarität

Gelegentlich ist die Auffassung zu hören, die ehrenamtlich und freiwillig Engagierten seien die Lückenbüßer eines sich zurückziehenden Sozialstaates. Beim Ehrenamt geht es aber nicht darum, dass sich die Kommune aus ihrer Verantwortung für gleiche Lebenschancen und soziale Gerechtigkeit zurückzieht. Denn Ehrenamtliche übernehmen mitunter Dienste, die man weder kaufen noch bezahlen kann, die aber geleistet werden müssen, wenn unsere Gesellschaft nicht erfrieren soll. Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Solidarität sind unbezahlbare Werte, die weder durch Gesetz noch durch Verordnungen erzwungen werden können. Sie müssen praktisch gelebt werden. In Speyer werden sie von vielen gelebt, die anderen das Wertvollste schenken, über das sie verfügen: ihre Zeit. Bürgerliches Engagement, meine Damen und Herren, kann auf Ressourcen zurückgreifen, die dem Staat nicht zur Verfügung stehen: Flexible Zeiteinteilung, lokale Netzwerke, vertrauensvolle Beziehungen und nicht zuletzt der Idealismus der Engagierten.

Ehrenamtspreis im Dezember

Um dieses ehrenamtliche Engagement weiter zu würdigen, habe ich mich entschlossen, in diesem Jahr zum ersten Mal einen „Ehrenamtspreis der Stadt Speyer“ auszuloben. Er wird kurz vor dem Internationalen Tag des Ehrenamtes, am 3. Dezember 2013, im Rathaus verliehen an Personen aus Speyer, die sich im Verlauf dieses Jahres in herausragendem Maße im Ehrenamt verdient gemacht haben. In der Jury zur Vergabe dieses Preises werden Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Kirchenpräsident Christian Schad und die Präsidentin des Sozialgerichtes Speyer, Anette Schmidt, mitwirken.

Mit Aktionen wie dem „Landesehrenamtstag“ oder auch dem „Ehrenamtspreis der Stadt Speyer“ wollen wir immer wieder ins Bewusstsein rücken, dass ohne ehrenamtliches Engagement das gesellschaftliche Leben unserer Stadt nicht funktionieren kann. Wenn wir über die Vielfalt des freiwilligen, bürgerschaftlichen Engagements in Speyer informieren, gelingt es uns vielleicht, auch andere Menschen in unseren Reihen zu motivieren, selbst eine freiwillige Aufgabe zu übernehmen. 

Ihr
Hansjörg Eger