Gleichstellungspolitik 3.0

Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Rostock, © Gleichberechtigung und Vernetzung e.V., 2015

Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten
Flüchtlingsfrauen, Kita-Ausbau und bessere Rahmenbedingungen für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte - Topthemen der Konferenz in Rostock und Warnemünde


 

Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Rostock, © Gleichberechtigung und Vernetzung e.V., 2015Vom 6. bis 8. September 2015 fand in Rostock und Warnemünde die 23. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten statt. Gleichstellungsbeauftragte Inge Trageser-Glaser nahm an dem Treffen teil.
Knapp 370 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland haben unter dem Motto „Gleichstellungspolitik 3.0“  über die Zukunft der Gleichstellungspolitik diskutiert. Darunter auch Vertreterinnen rheinlandpfälzischer Kommunen.
Die Top-Themen: Flüchtlingsfrauen, Kita-Ausbau und bessere Rahmenbedingungen für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte.

 Wichtigste gemeinsame Forderungen:

        - Flüchtlingsfrauen brauchen besondere Unterstützung
        - Freigewordene Bundesmittel für Kita-Ausbau
        - Bessere Rahmenbedingungen für Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte

        Teilnehmerinnen der Bundeskonferenz, © Gleichberechtigung und Vernetzung e.V., 2015Diesen Forderungen  schließt sich Gleichstellungsbeauftragte Inge Trageser-Glaser nach der Teilnahme an der  Bundeskonferenz  an.

        Zu Gast waren unter anderem die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, sowie Birgit Hesse, Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

        Auszug aus der Presseerklärung der Bundessprecherinnen

        Gleichstellungspolitik 3.0 und Flüchtlingsfrauen:
        Frauen und Mädchen fliehen u. a., weil sie in vielen Ländern als Teil der Kriegsführung vergewaltigt werden. Auch auf der Flucht werden sie häufig  Opfer sexueller Gewalt. Sie brauchen in Deutschland besondere Hilfesysteme,  um die erlebten Traumata zu bewältigen. Sie brauchen Schutz vor Gewalt und vor sexuellen Übergriffen in Gemeinschaftsunterkünften und sie brauchen Bildungsangebote, die u. a. berücksichtigen, dass viele von ihnen nicht lesen und schreiben können. Und sie brauchen niedrigschwellige Angebote zur Gesundheitsversorgung. 

        Gleichstellungspolitik 3.0 und Bundesfinanzminister

        Die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld müssen in den Ausbau der Kindertagesstätten fließen. Fehlende Kinderbetreuung führt dazu, dass vor allem Mütter beruflich zurückstecken. Die Folgen: Fachkräftemangel, schlecht bezahlte Minijobs, niedrige Renten, Altersarmut. Das kann nur durch mehr Kitaplätze und eine gerechtere Arbeitsteilung zwischen Männer und Frauen verhindert werden. 

        Gleichstellungspolitik 3.0 = Verantwortung der Politik

        Die Politik hat es immer noch nicht geschafft, Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes einzulösen „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Aber bei uns verdienen Frauen immer noch weniger als Männer. Frauen fehlen in Führungsetagen und im Stadtrat.
        39 % der Alleinerziehenden und ihre Kinder sind von Armut bedroht. 
        Die Politik muss mehr für Geschlechtergerechtigkeit und eine gute Zukunft von Frauen und Männern sorgen.
        Fazit der Gleichstellungsbeauftragten: es bleibt viel zu tun! 

        Ministerin Schwesig sprach sich für eine gute Ausstattung der Frauen- und Gleichstellungsstellen aus „sie sollen die ganze Palette der gesamtgesellschaftlich wichtigen gleichstellungspolitischen Themen abdecken, dabei fachlich immer auf dem neuesten Stand sein und nachhaltig dafür sorgen, dass Gleichberechtigung vor Ort umgesetzt wird.“

        Weitere Informationen zur Bundeskonferenz finden Sie hier