67. Schwetzinger SWR Festspiele

Tenebrae Choir © Chris O’Donovan

Die renommierten Schwetzinger SWR Festspiele gastieren auch in der Saison 2018 wieder in Speyer. Zwei Konzerte des Programms, das unter dem Motto "Übergänge" steht, finden im Kaiserdom und der Kirche St. Joseph statt.  Mit "graindelavoix" und dem "Tenebrae Choir" wurden zwei international gefragte Vokalensembles verpflichtet, die sich der geistlichen Vokalmusik widmen.

 

Künstlerische Leitung Konzerte: Heike Hoffmann 
Veranstalter: Schwetzinger SWR Festspiele gGmbH

Dienstag, 15. Mai 2018, 20 Uhr, Dom zu Speyer - Krypta

Das belgische Ensemble graindelavoix © Koen Broosgraindelavoix

Vokalensemble graindelavoix
Leitung: Björn Schmelzer

Sie nennen sich nach einem philosophischen Essay: "Grain de la voix", Körnung, Rauheit der Stimme, überschrieb Roland Barthes einen Text, in dem er die Körperlichkeit des Gesangs als Basis seiner Ästhetik und Wirkung hervorhob. Das belgische Ensemble macht sich diese Gedanken zu eigen. Nicht glättende Homogenisierung, sondern anregende Interaktion der Ungleichen, nicht Wiederbringen der historischen Klanggestalt, sondern die Entdeckung der Physis, zu der ein Notentext erweckt werden kann, betrachten sie als ihr Ideal. Aus dieser Perspektive nähern sie sich dem bahnbrechenden Werk moderner Mehrstimmigkeit, die ohne die Schriftgestalt, die "Textualität" der Musik nicht denkbar wäre – einer Musik, die durch ihre ungeglättete Konsequenz immer wieder aufs Neue besticht.

Programm:
Guillaume de Machaut (ca. 1300-1377) Messe de Nostre Dame


Sonntag, 20. Mai 2018, 20 Uhr, Kirche St. Joseph

Das Ensemble Tenebrae kommt zum wiederholten Male nach Speyer © Chris O’DonovanLamentationes

Tenebrae Choir
Leitung: Nigel Short

Das Ensemble wählte als Namen einen musikalischen Typus, der die kühnsten Kompositionen hervorbrachte: "Tenebrae", die Klang-Gedanken über die Leidens- und Todesnacht, in die das Licht der Hoffnung strahlt. Das Programm ergänzt dasjenige vom 1. Mai um die Tonkunst der iberischen Spätrenaissance. Alonso Lobo und Tomás Luis de Victoria wirkten am spanischen Hof; Lobo als Kapellmeister Philipps II., Victoria als geistlicher Beistand und Musiker bei dessen Schwester, Kaiserin Maria. Beide orientierten sich am Stil Palestrinas, gaben ihm jedoch eine Wendung, welche die spanische Kunstmusik weit über ihre Epoche hinaus beeinflusste. "Versa in luctum" gilt als Lobos, die Motetten für die Karwoche gelten als Victorias Hauptwerk. Dessen Requiem, auf den Tod seiner Dienstherrin geschrieben, war zugleich die letzte Komposition, die er selbst an die Öffentlichkeit gab.

Programm:
Alonso Lobo (1555-1617) Versa est in luctum
Tomás Luis de Victoria (1548-1611) Tenebrae factae sunt. | Responsoria und Lamentationes für den Karsamstag (Auswahl) | Officium defunctorum. | Missa pro defunctis (1605)

 

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