Portrait Svenja Leiber, © Stefan Klüter

Preisträgerin 2015

Kurzvita

Svenja Leiber wurde 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und lebte einige Zeit in Saudi-Arabien. Heute wohnt sie in Berlin. 2005 erschien ihr Erzählungsband Büchsenlicht, 2010 der Roman Schipino und 2014 der Bildungsroman Das letzte Land. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Werner Bergengruen-Preis (2009), der Kranichsteiner Literaturförderpreis (2007) und 2014 den Kulturpreis Schleswig-Holstein "Neue Prosa".

Juryentscheid

Die Jury zeichnet mit Svenja Leiber eine Autorin für ihre herausragende Prosakunst vor allem in ihrem "dystopischen" Bildungsroman „Das letzte Land“ aus, der von Stärke und Würde im Scheitern handelt. Die Juroren hat der politische, „welthaltige“ Text, sowohl in dem, was er erzählt, als auch in seiner Sprache überzeugt: Die regional gefärbte Sprache, aus einem vergangenen Jahrhundert kommend, wirkt nie antiquiert; in lakonischer, oft karger Ausdrucksweise werden selbst aufwühlende Ereignisse im Präsens in einer nüchternen Sprache geschildert. „Die Symbolik, die Svenja Leiber durch die Genauigkeit ihrer Details ganz klar vermittelt, passt sowohl auf das verfehlte Leben des Helden als auch auf den Werdegang Deutschlands während der Zeit des Nationalsozialismus“, heißt es im Juryentscheid. Auch sei es der Autorin trefflich gelungen, die Psychologie der Mitläufer nachzuzeichnen: nicht nur Ideologen, sondern auch wohl intentionierte Personen werden durch die toxische Mischung aus Propaganda und Zwang aus der Bahn geworfen. Ein Thema, das auch Arno Reinfrank nicht fremd war.