Portraitfoto Arno Reinfrank, © Mischa Erben, Wien

Arno-Reinfrank-Literaturpreis

Portraitfoto Arno Reinfrank, © Mischa Erben, Wien

Im dreijährigen Rhythmus verleiht die Stadt Speyer den mit 5.000 € dotierten Arno-Reinfrank-Literaturpreis in Erinnerung an den 2001 in London verstorben Schriftstelle Arno Reinfrank. Preisträger sind bis datoSvenja Leiber (2015),Daniela Dröscher (2012),Monika Rinck (2009) und Jan Wagner (2006)

 

Das Preisgeld stiftet die in London lebende Witwe Reinfranks, Jeanette Koch. Mit dem Arno-Reinfrank-Literaturpreis sollen deutschsprachige SchriftstellerInnen für herausragende literarische Leistungen in Lyrik oder Prosa ausgezeichnet werden, die im Sinne des Werkes von Arno Reinfrank den Idealen des Humanismus und der Aufklärung verpflichtet sind beziehungsweise sich literarisch mit den Prozessen und Phänomenen von Wissenschaft und Technik auseinandersetzen.

Arno Reinfrank und Speyer

Der 1934 in Mannheim geborene, in Ludwigshafen aufgewachsene und seit 1955 in London lebende Schriftsteller hielt zeitlebens Kontakt zu seiner Pfälzer Heimat. Die Kontakte zur Stadt Speyer, einer Hochburg der Reinfrank-Verehrer, sind vielfältig. Die Pfälzische Landesbibliothek, seit 2004 Teil des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz, beherbergt den schriftstellerischen Nachlass von Arno Reinfrank und ehrte ihn mit einer Ausstellung 2004 und 2015. Darüber hinaus pflegte Arno Reinfrank eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Speyerer Verlag Marsilius. Dieser publizierte u.a. das 1000-seitige Millenniumsprojekt „Fin de Siècle– Die letzten 1000 Tage“, ein Tagebuchprojekt, in dem er zusammen mit dem Speyerer Künstler Klaus Fresenius den Ausgang des vergangenen Jahrtausends reflektierte sowie das Musikhörbuch mit und über Arno-Reinfrank „Das ferne Blau“ und in Reinfranks Todesjahr den bibliographischer Bericht „Arno Reinfrank-Zeitzeuge, Lyriker, Querdenker“, in der die Publikationen aus 40 Jahren zusammengefasst sind.

    Zeitzeuge, Lyriker, Querdenker

Reinfrank war Generalsekretär des P.E.N.-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland und ist Träger zahlreicher Ehrungen und Literaturpreise. Sein vielgestaltiges und umfangreiches Werk umfasst publizistische Arbeiten, Prosa, Theaterstücke, Mundartgeschichten und Lyrik. Im Zentrum seines lyrischen Schaffens steht sein dichterisches Hauptprogramm, die zehnbändige Poesie der Fakten, in der er sich zu den Fragen einer industrialisierten Welt äußert und auf symbolische Weise wissenschaftliche Fakten der modernen Welt auf den schriftstellerisch-ästhetischen. Bereich überträgt.
In den letzten Jahren seiner unermüdlichen schriftstellerischen Tätigkeit widmete er sich vor allem dem 1000 seitigen Millenniumsprojekt „Fin de Siècle - Die letzten tausend Tage“, einem Tagebuchprojekt, in dem er zusammen mit dem Künstler Klaus Fresenius den Ausgang des vergangenen Jahrtausends reflektierte, erschienen in dem Speyerer Verlag Marsilius. Darüber hinaus verlegte dieser unter dem Titel: "Arno Reinfrank- Zeitzeuge, Lyriker, Querdenker" einen ausführlichen bibliographischenr Bericht über die von Arno Reinfrank verfassten Einzelpublikationen nebst Beispielstexten in Auswahl sowie Kommentaren zur Entstehungs-, Werk- und Wirkungsgeschichte seiner Bücher.

Auszeichnungen

- Kurt-Tucholsky-Buchpreis Hamburg 1957
- Kurt-Tucholsky-Prämie Kiel 1964
- Förderpreis der Stadt Ludwigshafen 1964
- Förderstipendium des Kultusministeriums Rheinland-Pfalz für 
  Arbeitsaufenthalt in Paris1967
- Fördergabe des Pfalzpreises für Literatur 1968
- Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz 1973
- Villa-Massimo-Stipendium 1978/79
- Robert-Blum-Preis 2001 (posthum)