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Hintergrund-Informationen
Als Feinstaub PM10 (PM= particulate matter) werden Partikel mit einer Größe <10µm bezeichnet. Nach Untersuchungen, deren Ergebnisse die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zusammengestellt hat, zeigen sich Zusammenhänge zwischen Atemwegs- und Herz/Kreislauferkrankungen und der Feinstaubbelastung der Luft. Vor diesem Hintergrund wurde die EU-Richtlinie 1999/30/EG betreffend Feinstaub mit der 22. BImSchV in deutsches Recht umgesetzt. Die Grenzwerte der Konzentrationen für PM10 werden darin auf einen Tagesmittelwert von 50 µg/cbm festgelegt, der an maximal 35 Tagen pro Jahr überschritten werden darf. Der maximale Jahresmittelwert beträgt 40 µg/cbm.
Für die Messung unterschiedlichster Luftschadstoffe, betreibt das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht seit 1978 das Zentrale Immissionsmessnetz - ZIMEN -. Es besteht aus 33 Luftmessstationen, die von einer Messnetzzentrale in Mainz aus telemetrisch betreut werden. In Speyer befindet sich die Messstation am St. Guido-Stifts-Platz, die als verkehrsnahe Messstelle gilt.
Feinstaub in Speyer
Die Auswertung der Messergebnisse der letzten Jahre ergab, daß für die Stadt Speyer zeitweise die Gefahr einer Überschreitung der zulässigen Grenzwerte für Feinstaub besteht. Unter diesem Aspekt erarbeitete die Abteilung Umwelt und Forsten der Stadtverwaltung Speyer gemeinsam mit dem Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht und der Bürgerschaft, den Aktionsplan zur Minderung der Feinstaubbelastung. Im Aktionsplan sollen kurzfristig wirksame Maßnahmen dargestellt werden, die geeignet sind, die Gefahr der Überschreitung der Grenzwerte zu verringern oder den Zeitraum, während dessen die Werte überschritten werden, zu verkürzen.
Der Vergleich zwischen PM10 Messwerten am St. Guido-Stifts-Platz und denen eines Reinluftgebietes (Pfälzer Hortenkopf) zeigt, dass 54% der Feinstaubgehalte, die in Speyer gemessen werden, der überregionalen Hintergrundbelastung zuzuordnen sind. Weitere 34% können der, für den Oberrheingraben typischen, regionalen d.h. gesamtstädtischen Hintergrundbelastung angelastet werden. Somit bleiben 12% der PM10-Belastung, deren Ursprung in lokalen Quellen zu suchen ist.
Aufgrund fehlender Daten für Speyer, lassen sich hier die Quellen im Einzelnen zwar nennen, sie lassen sich aber nicht exakt quantifizieren. Für Feinstaub verantwortlich ist in erster Linie der Straßenverkehr, gefolgt von industriellen Prozesse, Heizkraftwerken und kleinen Heizungsanlagen. Die Auswertung der Überschreitungstage im Zeitraum 2002 bis 2006 zeigt, dass insbesondere im Winterhalbjahr, bei kalter, trockener und stabiler Hochdruckwetterlage, mit Grenzwertüberschreitungen gerechnet werden muss. Während dieser austauscharmen Wetterlage, reichern sich die Staubpartikel in der Luft an, da sie weder durch Wind abtransportiert, noch durch Regen ausgewaschen werden.
Die Messstation in Speyer verzeichnete in den letzten Jahren keinerlei Überschreitung des erlaubten Jahresmittelwertes von 40 µg/cbm. Allerdings kam es zu Überschreitungen des erlaubten Tagesmittelwert von 50 µg/cbm. Die Jahre 2002 bis 2007 stellen sich wie folgt dar:
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2002: 28 Überschreitungstage
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2003: 40 Überschreitungstage
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2004: 28 Überschreitungstage
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2005: 18 Überschreitungstage
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2006: 34 Überschreitungstage
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2007: 15 Überschreitungstage
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2008: 8 Überschreitungstage
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2009: 22 Überschreitungstage
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