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Jüdisches Ritualbad (Mikwe)

 

Öffnungszeiten Sommer (Mai bis Oktober):

täglich 10:00 bis 17:00 Uhr

Öffnungszeiten Winter (November bis April):

Di-So 10:00 bis 16:00 Uhr, Mo geschlossen

Eintritt: 3 €, Gruppen 2 €, Ermäßigt 1,50 €, Familien 7,50€ kostenfreier Eintritt mit der SpeyerCARD

Besichtigungen, Anmeldungen für Führungen: Tourist-Information

Standort: Kleine Pfaffengasse 20/21, Telefon: (0 62 32) 29 19 71

Panoramaaufnahmen vom Judenbad
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Nahezu gleichzeitig mit der Synagoge wurde das Ritualbad der jüdischen Gemeinde errichtet. Es befindet sich im jüdischen Viertel nur wenige Meter weiter östlich von Synagoge und Frauenbetraum. Es ist die älteste Anlage ihrer Art in Mitteleuropa.

Da in den mittelalterlichen Städten die natürlichen Wasserläufe wegen ihrer Verunreinigung nicht den Ansprüchen eines Ritualbades genügten, wurden tiefe Schächte gegraben, um den Grundwasserspiegel zu erreichen. Das Grundwasser wurde in einem Becken gefaßt. Da diese Fassung nicht wasserdicht erbaut wurde, erfolgte eine ständige Frischwasserzufuhr. 

Das jüdische Ritualbad von Speyer besteht aus einem ca. 10 m tiefen Badschacht mit gefaßtem Tauchbecken. Der Zugang erfolgt eine obere Treppenanlage, die in zwei Abschnitten vom Eingang in den Vorraum zum Badeschacht führt. Der Eingang war durch eine zweiflüglige Tür verschlossen. Er wird von zwei Halbsäulen mit Würfelkapitellen flankiert. Über dem Sturz ist das Mauerwerk netzförmig mit quadratischen, auf die Spitze gestellten, quadratischen Sandsteinquadern verkleidet nach der Art des römischen „opus reticulatum“.

Im oberen Teil des Treppenbaus befinden sich auf der Westseite eine Nische zur Aufnahme der Bauinschrift und auf beiden Seiten Sitznischen. Der zweite Teil der oberen Treppenanlage war ebenfalls durch eine Tür verschließbar. Der Durchgang wird von zwei Halbsäulenpaaren flankiert. Von dort gelangt man in den Vorraum zum Badeschacht, der von einem Kreuzgratgewölbe überspannt wird. In den Ecken stützten vier Säulen das Gewölbe. Die Säule der Nordostecke ist stark verwittert. Von der Säule der Südostecke ist noch der obere Teil des Säulenschafts mit Kapitell und Kämpferplatte zu sehen. Von den Säulen der Westseite blieben nur die Kämpferplatten und ein Kapitell erhalten.

Kapitelle und Kämpferplatten sind mit reichen romanischen Ornamenten verziert, die im Mittelalter farbig gefaßt waren. Durch eine zweiteilige Fensterzone öffnet sich nach Süden der Blick in den Badeschacht. Im unteren Teil befinden sich zwei rechteckige Fenster, im oberen ein romanisches Bogenfenster und ein mit pflanzlichen Motiven verziertes Doppelbogenfenster. Letzteres entspricht in der Form den beiden erhaltenen Fenstern aus der Westwand der Synagoge.



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