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Größtes und wichtigstes Exponat im Salierjahr
Nach über dreißigjähriger Bauzeit war im Jahr 1061 der Dom zu Speyer in seiner frühromanischen Form fertig gestellt worden. Am 4. Oktober erhielt die damals größte Kirche des Abendlandes durch den Eichstätter Bischof Gundekar, vermutlich ein Angehöriger des salischen Kaiserhauses, ihre Weihe - zu Ehren der in den Himmel aufgenommenen Gottesmutter Maria. Bei der Feier anwesend waren der erst elfjährige König Heinrich IV. und seine Mutter Agnes, die Witwe Kaiser Heinrichs III., die damit die enge Verbundenheit des Herscherhauses mit „ihrer Kirche“ zum Ausdruck brachten. Zuvor hatten schon zwei salische Kaiser in dem noch unvollendeten Gotteshaus ihre letzte Ruhestätte gefunden: Konrad II., der um 1030 mit dem Bau begonnen hatte, und sein Sohn Heinrich III. Da Heinrich IV. selbst im Kirchenbann starb, konnte er zunächst nur in der noch ungeweihten Afrakapelle des Domes beigesetzt werden. Als 1111 der gerade zum Kaiser gekrönte Heinrich V. vom Papst die Lösung seines Vaters vom Bann erreichte, gewährte er der Stadt Speyer bedeutende Freiheitsprivilegien, die er in goldenen Lettern über dem Portal des Domes anbringen ließ.
Bis heute zählt der salische Kaiserdom zu den bedeutendsten Zeugnissen der europäischen Architektur und wurde aus diesem Grund 1981 in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen. In seiner unter Heinrich IV. Ende des 11. Jahrhunderts noch einmal veränderten Form ist er eines der reifsten und eindrucksvollsten Beispiele romanischer Baukunst und darüber hinaus die größte erhaltene romanische Kirche überhaupt. Als Grabstätte auch der nachfolgenden staufischen und habsburgischen Herrscher gilt der Dom geradezu als Symbol des mittelalterlichen Kaisertums. In den 950 Jahren seines Bestehens hat er die großen Zeiten einer gemeinsamen europäischen Kultur im Bereich des Glaubens, der Wissenschaft und der Kunst miterlebt, ebenso aber auch Zeiten konfessioneller Spaltungen und endloser Kriege zwischen den Völkern des Kontinents. Papst Johannes Paul II. hat ihn deshalb 1987 bei seinem Besuch in Speyer als Zeugen der Größe des christlichen Europas wie seines selbstverschuldeten Niedergangs und damit „als mahnende Botschaft an uns Europäer von heute und von morgen“ bezeichnet.
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