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Die Familie Feuerbach

 

Anselm Feuerbach, der Maler

Er wird in diesem Haus am 12.9. 1829 geboren. Schon früh zeigt sich seine künstlerische Begabung: mit sechzehn Jahren geht er zu ihrer Ausbildung an die Akademie nach Düsseldorf, danach nach München, Antwerpen und schließlich 1851 nach Paris. Nach einem kurzen Aufenthalt in Karlsruhe, wo er sich erstmals als selbstständiger Künstler fühlt, erhält er vom dortigen Hof ein Stipendium nach Venedig. Von dort wendet er sich 1856 nach Rom, wo er - mit Unterbrechungen - siebzehn Jahre bleibt.
Die Ewige Stadt mit ihren Kunstschätzen aus Antike und Renaissance fordert ihn zu höchstem Anspruch an sich selbst heraus. Hier schafft er seine bedeutendsten Werke, die versuchen, den Klassizismus mit einem neuen Realismus zu verschmelzen. Anna Risi ("Nanna") und Lucia Brunacci sind ihm die Modelle für seine monumental-elegischen Iphigenien- und Medeenbilder.
1873 folgt er einem Ruf als Lehrer an die Akademie in Wien, die er aber, enttäuscht und krank, bald wieder verlässt. Er zieht sich schließlich nach Venedig zurück, wo er am 4.1.1880 einem Herzversagen erliegt. Nach Nürnberg überführt, wird er auf dem dortigen St. Johannesfriedhof begraben.
Anselm Feuerbach zählt mit den beiden anderen "Deutschrömern" Arnold Böcklin und Hans von Marées zu den hervorragendsten deutschen Malern des vorigen Jahrhunderts.

Anselm Feuerbach, der Archäologe
Der Maler ist der Sohn des angesehenen Philologen und Archäologen Anselm Feuerbach, der, von Ansbach kommend, über ein Jahrzehnt (1825-1836) am kgl. bayerischen Gymnasium zu Speyer lehrt. In diesem Haus schreibt er sein wissenschafliches Hauptwerk "Der Vaticanische Apollo". Seine junge Frau Amalie geb. Keerl bringt hier, zwei Jahre nach der Tochter Emilie, den Sohn Anselm, den späteren großen Maler, zur Welt, stirbt aber bereits 1830 und wird in Speyer begraben.
Der Witwer heiratet vier Jahre später Henriette Heydenreich und verläßt 1836 das Haus und die Stadt, um eine ihm angebotene Professur an der Universität Freiburg anzutreten. Mit zunehmendem Alter zu depressiven Zuständen neigend, verspinnt er sich immer mehr in sein Forschungs- und Lehrgebiet, in die antike Welt, deren Wesen nach seiner Auffassung ist "das materielle Leben zu einem idealen zu verklären".   

Anselm Ritter von Feuerbach, der Kriminologe
ist der Stammvater dieser "geistigen Dynastie". Von ihm stammt der Entwurf zum bayerischen Strafgesetzbuch von 1813, das für die deutsche Gesetzgebung im 19. Jhdt. vorbildlich wird. Über öffentliche Angelegenheiten selbstständig und freimütig urteilend, schiebt ihn der Münchener Hof in die Provinz nach Franken ab, wo er 1817 in Ansbach Präsident des Appellationsgerichtes wird.
Er verfaßt mehrere bedeutende rechtsphilosophische Werke. Seine Schrift "Kaspar Hauser, Beispiel eines Verbrechens am Seelenleben des Menschen" (1832) bekundet seine Anteilnahme an dem ganz Europa bewegenden Fall und die Kenntnis seiner Hintergründe.
Seine fünf Söhne werden durchweg Professoren, einer von ihnen hervorragender Mathematiker, ein anderer,

 
Ludwig Feuerbach, der Philosoph
übt mit seiner die Zeitgenossen provozierenden Lehre eines sensualistischen Materialismus großen Einfluß auf Marx und Engels, aber auch auf Künstler wie Gottfried Keller und Richard Wagner aus. Als einer der bedeutendsten Philosophen des 19. Jahrhunderts anerkannt, reicht seine Wirkung bis in unsere Gegenwart, in der sein Werk in wachsendem Maße diskutiert wird.



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