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Biographie
1730: Am 6. 12. wird Marie
Sophie in Kaufbeuren/Allgäu als erstes von 13 Kindern geboren. Eltern
sind der Stadtphysikus Dr. med. Georg F. Gutermann von Gutershofen
(1705-1784) aus Biberach u. seine Frau Regina B., geb. Unold
(1711-1748) aus Memmingen. Die Eltern erziehen die Kinder in
pietistisch-aufgeklärter Haltung.
1747: Verlobung Sophies mit dem italienischen Arzt Giovanni L. Bianconi. Die Verlobung wird 1749 vom Vater wieder gelöst.
1750: Sophie bei den Großeltern in Biberach an der Riß, wo sie ihre Jugendliebe Christoph M. Wieland kennen lernt.
1753: Auf
familiären Druck wird die Verlobung mit Wieland gelöst. Die
Freundschaft hält bis ins hohe Alter an. Am 27. 12. heiratet Sophie in
Konvenienzehe Georg M. Frank, genannt La Roche, kurmainzischer Hofrat.
Die Tochter Maximiliane wird ein Vorbild für Lotte in Goethes Werther u. Mutter der Brentano-Kinder Bettina u. Clemens sein.
1754-68: Die La
Roches am Hof in Mainz bei Graf Stadion. Ihr Haus ist
gesellschaftlicher Mittelpunkt. Sophie ist Gesellschaftsdame, ihr Mann
engster Vertrauter des Grafen. Nach dessen Verabschiedung ist Sophie
Gesellschafterin für Graf Stadion auf dessen Alterssitz, am Musenhof in
Schloss Warthausen bei Biberach. Nach dem Tod Graf Stadions gerät G. M.
F. La Roche bei den Nachkommen in Misskredit u. muss eine
untergeordnete Stellung als Amtmann in Bönnigheim bei Heilbronn
annehmen. Sophie La Roche beschäftigt sich mit ihrem ersten Roman.
1771: Wieland veröffentlicht Sophie La Roches Erstlingswerk Geschichte des Fräuleins von Sternheim
anonym mit seinem Vorwort. La Roche hat als Staatsrat, später Kanzler
des Erzbischofs von Trier, eine neue Stellung gefunden. Die Familie
zieht nach Koblenz-Ehrenbreitstein. Im literarischen Salon der Sophie
La Roche treffen sich die Geistesgrößen der Zeit, u. a. der junge
Goethe.
1780: La Roche wird von
Kurfürst Clemens Wenzeslaus wegen Religionsstreitigkeiten im
Zusammenhang mit einer ihm zugeschriebenen Fortsetzung seiner Briefe über das Mönchswesen des
Amtes enthoben. Auf Einladung des ebenfalls zurück getretenen Kollegen
Christoph W. von Hohenfeld übersiedelt die Familie nach Speyer. Sophie
beginnt, ihre schriftstellerischen Aktivitäten zu verstärken u.
verfasst ein umfangreiches, stark frauenerzieherisch geprägtes Werk. In
Speyer führen die La Roches ein offenes Haus, in dem sich wieder viele
Größen der Zeit einfinden, u. a. Friedrich Schiller. Sie haben eine
Zweitwohnung in Mannheim.
1783-84: Sophie von La Roche publiziert in Speyer im Selbstverlag eine der ersten Frauenzeitschriften, die Pomona für Teutschlands Töchter.
1784-86: Erste Reise in
die Schweiz (1784) mit einer spektakulären Montblanc-Besteigung, dann
Reise nach Frankreich mit Aufenthalten in Paris u. Bordeaux (1785),
schließlich Reise durch Holland u. nach England (1786). Sophie von La
Roche überall gefeiert. In den Folgejahren erscheinen ihre
Reisetagebücher (1787-88). Nach Abschluss der Englandreise plötzlicher
Umzug nach Offenbach/Main. Sophie wird vom Entschluss des Mannes, in
die Nähe der Tochter Brentano umzuziehen, überrascht u. bedauert den
Wegzug aus Speyer in Briefen.
1788: Tod Georg M. Frank La Roches. Sophie schreibt ihre Memoirenwerke.
1791: Tod des Sohnes Franz u. der Tochter Maximiliane. Die Enkelkinder werden zeitweise bei der Großmutter erzogen. Die Briefe über Mannheim erscheinen. Zunehmende Resignation der vom Schicksal geprüften Sophie.
1799: Letzte größere Reise mit der Enkelin Sophie Brentano zu Wieland nach Ossmannstedt bei Weimar. Die Schattenrisse abgeschiedener Stunden u. Mein Schreibetisch in 2 Bänden erscheinen. In den Folgejahren noch zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Schönes Bild der Resignation (1801), Liebe-Hütten (1803), Herbsttage (1805) u. das von Wieland mit einem Lebensabriß edierte Werk Melusinens Sommer-Abende (1806).
1807: Im letzten Lebensjahr erscheinen die Erinnerungen aus meinem Leben.
Sophie von La Roche stirbt im Alter von 76 Jahren am 18. Februar u.
wird auf dem Friedhof in Bürgel bei Offenbach beigesetzt. Bettina
Brentano, spätere von Arnim, die Enkelin, setzt der Großmutter in Die Günderode ein literarisches Denkmal.
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