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Große Politik- und Glaubensfragen im 16. Jahrhundert
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts steht Speyer wieder im Mittelpunkt deutscher Geschichte. Ehre und Stolz erfüllen die Bürger der Stadt, die zum Schauplatz großer Politik wird.
Glauben und Reformation sind seit Luthers Thesenanschlag und dem Wormser Reichstag von 1521 die Themen der Innenpolitik. Auf diesem Hintergrund versammelt sich der Reichstag des Jahres 1526 in Speyer. Unterbringung und Verköstigung mehrerer tausender Gäste - allein der Kurfürst von Sachsen reist mit 700 Personen und 400 Pferden an - stellen eine Herausforderung an Rat, Einwohner und Wirte dar, bringen aber der Stadt beträchtliche Einnahmen.
Der prunkvollen Eröffnung am 25. Juni 1526 mit Prozession der Fürsten und Abgesandten zum Dom und feierlichem Hochamt folgen zwei Monate mit Beratungen und Disputen, die auch einen für die Reichsstadt wichtigen Beschluss enthalten: Reichsregiment und Reichskammergericht, neben dem Kaiser die ersten Repräsentanten staatlicher Macht, werden 1527 nach Speyer verlegt.
Ungelöst dagegen bleibt die Glaubensfrage. Die unklare Resolution des Reichstages, dass jeder Stand sich so verhalten solle, wie er es vor Gott und dem Kaiser verantworten könne, begünstigt die Ausbreitung von Luthers Lehren. 1529 tagt der Reichtstag erneut mit glänzender Hofhaltung in Speyer. Der Streit um Glauben, Gewissen und Gehorsam entzweit die Reichsstände. Mehrheitlich fällt der Entscheid, den Reichstagsbeschluss von 1526 aufzuheben und die Gültigkeit des Wormser Ediktes von 1521 zu bestätigen, das über Luther und seine Anhänger die Reichsacht verhängt.
Mit der gegen diese Resolution gerichteten Protestation der evangelischen Fürsten am 19. April 1529 geht ein weltgeschichtlich bedeutsames Ereignis von Speyer aus: die Trennung der christlichen Kirche Europas ist besiegelt.
Fortsetzung...
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