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Kaiser und Bischöfe

 

Vom Bischofssitz zur freien Reichsstadt (4. - 13. Jhd.)

Im Jahre 346 wird Speyer erstmals als Bischofssitz bezeugt. Während des 6. und 7. Jahrhunderts entstehen die ersten christlichen Kirchenbauten und Klöster, neben der frühesten nachweisbaren Anlage von St. German auch eine Bischofskirche, als deren Patrone 662/664 Maria und Stephan genannt werden.

Güter und umfangreiche Ländereien, Zolleinnahmen und die Rheinfähren bilden die wirtschaftlichen Grundlagen der Speyerer Bischöfe, die im 10. Jahrhundert auch das Münzrecht erhalten. Das von Kaiser Otto dem Großen im Jahre 969 an Kirche und Bischof verliehene und 1061 von Heinrich IV. bestätigte Immunitätsprivileg stellt die Stadt unter den Schutz, die Kontrolle und die Herrschaft der Bischöfe. Die Wahl des aus dem Speyergau stammenden Saliers Konrad II. zum deutschen König im Jahre 1024 rückt Stadt und Bistum in den Mittelpunkt der Reichspolitik. Speyer wird zum geistigen Zentrum des salischen Königtums.

Vertiefende Informationen zum Kaisergeschlecht der Salier finden sie hier.

Die Grundsteinlegung zum Neubau der Domkirche gibt auch den entscheidenden Impuls für die weitere Entwicklung der Stadt. Bereits im Jahre 1061 kann die Domweihe feierlich begangen werden, aber erst 1111 ist der Bau endgültig fertiggestellt. Ein Bau, der an Monumentalität, Größe und Bedeutung alle anderen romanischen Kirchen Deutschlands übertrifft, und der als Grabstätte von acht deutschen Kaisern und Königen und vier Königinnen stets ein Symbol für Kaisertum und Christenheit darstellt.

Eine große Reihe von Ereignissen, Entscheidungen und Begegnungen unterstreicht Speyers Rolle in der Geschichte des mittelalterlichen Europa: Heinrichs IV. Aufbruch nach Canossa im Jahre 1077, die Predigten des Bernhard von Clairvaux und der Beginn des Zweiten Kreuzzugs Weihnachten 1146, die Auslieferung Richard Löwenherz an Heinrich VI. 1193 oder Friedrichs II. erste Deutschlandreise im Jahre 1213.

1294 endet die bischöfliche Herrschaft, Speyer wird mit eigener Regierung und Verwaltung zur freien Reichsstadt. Sichtbares äußeres Zeugnis des politischen und wirtschaftlichen Gewichtes im Reich ist bis heute das aus dieser Epoche stammende Altpörtel, einer der wenigen Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

Im Schatten des großen Weltgeschehens entsteht zur gleichen Zeit an der Peripherie der Bischofsstadt eine erste jüdische Gemeinde, die, von Kaiser Heinrich IV. mit Schutzprivilegien ausgestattet, trotz Verfolgung und Vertreibung das geistige Leben Speyers durch die Jahrhunderte mit geprägt hat. Zeugniss ihres Alltags und ihrer Kultur vermitteln die Baureste der Synagoge und des Judenbades sowie die im Historischen Museum der Pfalz aufbewahrten Sakralgeräte und Grabsteine.

Fortsetzung...



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