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Das 20. Jahrhundert

 

Von der Wilheminischen Zeit zur Bundesrepublik 

Die Wilheminische Ära beschert dem Speyerer Stadtbild eine Vielzahl repräsentativer Neubauten: Zur Erinnerung an die Protestation des Jahres 1529 wird 1904 mit finanzieller Unterstützung Kaiser Wilhelms II. der bereits 1890 begonnene Bau der Gedächtniskirche eingeweiht. Ein Ereignis, das in der durch Dom und Bischof katholisch geprägten Stadt Anlass zu heftiger Kritik gibt.

Zwischen 1906 und 1910 wird das Historische Museum der Pfalz eingerichtet, das mit den zeitgleichen Bauten Kreisarchiv, Protestantischem Konsistorium, Humanistischem Gymnasium und Bischöflichem Ordinariat die Bebauung des Domplatzes bis heute prägt.

Mit dem verlorenen Krieg zieht 1918 erneut eine französische Besatzungsarmee in die Stadt ein. Rufe nach einer freien Pfalz werden auch im Speyer der 20er Jahre immer wieder laut. Im November 1923 verkünden Separatisten eine autonome Regierung, doch ohne ausreichende Unterstützung aus der Bevölkerung war der Versuch zur Erfolgslosigkeit verurteilt. Noch unter französischer Besatzung feiert die Stadt 1929 die 400-Jahrfeier der Protestation, bei der 900. Wiederkehr der Domgründung im folgenden Jahr ist Speyer wieder unter bayerischer Regierung.

Machtergreifung und Gleichschaltung finden 1933 auch in der Domstadt statt. Mit dem nun beginnenden „Tausendjährigen Reich“ enden mehr als 800 Jahre jüdischer Geschichte in Speyer, signalisiert im Brand der Synagoge in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938. 1945 kommen die Franzosen wieder in die Stadt. General Charles de Gaulle nimmt vor dem Dom eine Truppenparade ab. - Erneut Sieger und Besiegte.

Im wirtschaftlichen Aufschwung der 50er und 60er Jahre vergrößert sich Speyer erheblich: neue Wohngebiete, Industrieansiedlungen, Schulen und Krankenhäuser werden errichtet. Fußgängerzonen helfen mit, das Zentrum attraktiver zu gestalten.

Seit dem 2000-jährigen Stadtjubiläum 1990 wird die touristische Infrastruktur kontinuierlich ausgebaut. Mit dem Technik Museum und dem Sea Life Aquarium entstehen zwei Besucher-Attraktionen, die neben dem Historischen Museum der Pfalz alljährlich hunderttausende von Besuchern in die Domstadt locken.   



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