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Meilenstein in Purrmann-Forschung

 

Erstmals Werkverzeichnis der Ölgemälde von Hans Purrmann vorgelegt

„Mit ein paar Kilo Buch“ Speyer beim kunstinteressierten Publikum positionieren ist die begründete Hoffnung, die Bürgermeister Hanspeter Brohm und Dr. Adolf Leisen, Kustos des Purrmann-Hauses, an die Neuerscheinung des renommierten Münchner Verlages Hirmer knüpfen. Die Rede ist von dem zweibändigen Werkverzeichnis: „Hans Purrmann. Die Gemälde“, das vergangene Woche im Geburtshaus des berühmten Speyerer Malers vorgestellt wurde.

Nachdem bereits 1981 ein Werkverzeichnis des graphischen Werkes von Angelika Heilmann vorgelegt wurde, erscheint rechtzeitig zum 125. Geburtstag von Hans Purrmann erstmals ein komplettes Werkverzeichnis von rund 1350 Ölgemälden. Der gebotene Überblick von Landschaften, Stilleben, Interieurs, Akte und Porträts des Schülers und späteren Freundes Henri Matisse sei eine Glanzleistung, lobte Kunsthistoriker Clemens Jöckle (Leiter der Städtischen Galerie), der die Buchvorstellung im Purrmann-Haus übernommen hatte.

„Werksverzeichnisse sind Höhepunkte der kunsthistorischen Arbeit, deren Publikation oft jahrzehntelange Recherche vorausgeht“, unterstrich Jöckle die wissenschaftliche Bedeutung des knapp 800-seitigen Werkes. Doch bei aller Monumentalität könne auch ein Werksverzeichnis nur eine Momentaufnahme sein, verwies Jöckle auf das „lebendige Prozedere“. Ein Beleg dafür, sei die im Purrmann-Haus Speyer ausgestellte Arbeit „Johanneshütte Duisburg Hochfeld“ von 1903, deren Verbleib erst nach Redaktionsschluss im Juli 2004 bekannt wurde.

Die Monografie bietet erstaunlich Neues wie die Erkenntnis, dass Purrmann in kleinen Werkserien gearbeitet hat. In diesem Zusammenhang verwies Jöckle auf das Blatt „Sitzender Akt“ aus dem Jahre 1918. Anhand von fünf Beispielen wird dessen relativ lange Entstehungszeit im Werkverzeichnis minutiös aufgelistet. Deutlich nachgewiesen wird im Werkverzeichnis wie stark Purrmann beim Malen vom Licht abhängig war. So ließ Purrmann gemalte Ansichten in Gluthitze ein Jahr ruhen, um das Werk zur gleichen Jahreszeit unter identischen Lichtverhältnissen zu vollenden.

Neben den Farbtafeln, die das umfangreiche, vielfältige und farbenprächtige Oeuvre Purrmanns dokumentieren, bietet das Werkverzeichnis kunsthistorische Erläuterungen in deutscher und englischer Sprache. Zu jedem abgebildeten Werk erhält man Auskünfte zu Titel, exakter Datierung, Maß, Archivnummer, Besitzer, Ausstellungsgeschichte, Erwähnung in der kunsthistorischen Literatur und die für die Echtheit wichtigen Angaben zur Provenienz, d.h. welchen Weg das Werk vom Atelier Purrmanns bis zum heutigen Besitzer genommen hat. Ergänzend zu der Monografie, die letzte erschien 1950 von Dr. Edmund Hauser, bietet das Werk eine umfassende Bibliographie.



 
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