
|
|
|
Geschichte braucht Gesichter
Johannes Bruno portraitiert Speyerer Juden
„Geschichte braucht Gesichter, um greifbar zu werden“, sagte sich Johannes Bruno und begann mit den Nachforschungen über all jene, die auf dem jüdischen Friedhof in Speyer begraben liegen. Im Band 12 der Schriftenreihe der Stadt Speyer bringt er jetzt die Grabsteine zum Reden. Unter dem Titel: „Schicksale Speyerer Juden 1800 bis 1980“ wird jüdisches Leben in der Domstadt anhand von Einzelportraits und Kurzbiografien dokumentiert.
Bei der heutigen Buchvorstellung dankten Oberbürgermeister Werner Schineller und Volksbankdirektor Wolfgang Noe, die die Finanzierung des Buchprojektes ermöglichten, dem Autor für sein großes Engagement. Er sei weder vor mühevollen Nachforschungen in Archiven und Standesämtern zurückgeschreckt, noch habe er die Korrespondenz mit Nachkommen in aller Welt gescheut.
Der Leser erfährt von Bürgern jüdischen Glaubens, die das gesellschaftliche Leben in Speyer und die kulturelle Tradition in erheblichem Maße mitgeprägt haben, sei es im industriell-gewerblichen Unternehmertum, im Mittelstand oder in akademischen Kreisen. Das ist die Rede vom Notar Dr. Karl Adler, vom Textilfabrikant Ferdinand Dreyfuß, vom Synagogendiener Israel Schatz oder von Betty Blum, die in der Städtischen Höheren Töchterschule gerne als Lehrerin wirkte.
Ein Stück Stadtgeschichte habe Johannes Bruno geschrieben, indem er der Frage nachging, welchen Beitrag die Porträtierten zur Entwicklung von Speyer geleistet haben, betonte der OB. „Im Gemeindeleben, in der Stadtpolitik, in wirtschaftlichen Verbänden und kulturellen Vereinigungen nahmen jüdische Honoratioren eine stabile Position ein.“
Um das Gesamtbild jüdischen Lebens in Speyer zu vergegenwärtigen, hat Johannes Bruno das Augenmerk nicht ausschließlich auf die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen gerichtet, sondern die Zeitspanne von 1800 bis 1980 gewählt. Sein Mosaik der deutsch-jüdischen Geschichte der Stadt Speyer ruft die Zeit des in weiten Bereichen geglückten Miteinanders von Juden und Nichtjuden in unserer Stadt bis in die Jahre der Verfolgung, der Flucht, des Exils und der Deportation in das Gedächtnis zurück.
Die von Johannes Bruno skizzierten Lebensgeschichten, die stellvertretend für die Schicksale vieler Juden stehen, ergänzt der Autor mit einer Namensliste, der auf dem jüdischen Friedhof Speyer bestatteten Juden. Darüber hinaus ist jedem Buchexemplar ein Übersichtsplan beigelegt, auf dem die Grabfelder namentlich gekennzeichnet sind.
Band 12 der Schriftenreihe der Stadt Speyer ist im Speyerer Buchhandel, in der Tourist-Information und im Judenbad für 15 Mark erhältlich.
Folgende Bilder stehen zur Verfügung (für größeres
Bild klicken):
|
|
SERVICE
DER SPEYER TIPP!
MEDIEN
PARTNER
|