China: führende Wirtschaftsmacht des 21. Jahrhunderts – Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland (von Dirk Waldow)
Sicherlich haben einige von Ihnen China als die am stärksten wachsende Wirtschaftsmacht kennen gelernt. Andere fragen sich, welche Auswirkungen hat dies auf Deutschland und das globale Wirtschaftsumfeld.
Im Folgenden möchte ich Ihnen einen kleinen Einblick in diese Themen geben:
Chinas wirtschaftlicher Aufschwung ist ungebrochen. Bei einer Einwohnerzahl von über 1,3 Mrd. Menschen auf einer Fläche von über 9,5 Mio. km² liegt das Wirtschaftswachstum bei durchschnittlich über 9% jährlich. Das Land belegt weltweit den zweiten Rang bei den ausländischen Direktinvestitionen und hat Japan als drittgrößte Handelsnation der Welt abgelöst.
Der berühmte Spruch des langjährigen Parteichefs und Staatslenkers Deng Xiaoping »Reichwerden ist glorreich« scheint schrittweise umgesetzt zu werden.
Der Ursprung liegt einige Jahrhunderte zurück, wobei die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen und dessen Warenaustausch der Volksrepublik China erst nach 1850 beginnt. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs rückte Deutschland jedoch wieder zu einem der wichtigsten Handelspartner Chinas auf. Aufgrund der immensen Zerstörungen, die der Krieg in beiden Ländern verursachte, kam der gegenseitige Warenaustausch relativ schnell wieder in Gang.
Das erste deutsch-chinesische Handelsabkommen der Nachkriegszeit wurde 1957 in Peking unterzeichnet. Die Zeit ab Anfang der sechziger Jahre war geprägt von einem Auf und Ab im deutsch-chinesischen Handel. Der deutsche Export litt unter den wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Veränderungen in China wie z.B. 1968 im Zuge der Kulturrevolution in China.
Nach dem Tode Mao Zedongs 1976 und dem offiziellen Ende der Kulturrevolution bemühte sich die neue chinesische Führung schon bald um die Verwirklichung einer Modernisierungspolitik, mit der die Stagnation der maoistischen Jahre überwunden werden sollte. Bis zur Jahrtausendwende sollte sich China durch die „Vier Modernisierungen“ (Landwirtschaft, Industrie, Landesverteidigung, Wissenschaft und Technik) in ein entwickeltes Land verwandeln. Da erkannt wurde, dass dies nur mit Hilfe des Auslands verwirklicht werden konnte, musste die von Mao Zedong diktierte Politik des „Vertrauens auf die eigene Kraft“ einer Politik der Öffnung weichen.
Somit verkündete Peking 1980, dass im Zuge der „Open Door Policy“ vier, acht Jahre später sogar fünf Gebiete, im südlichen Teil Chinas gelegen, zu „Special Economic Zones (SEZ)“ erklärt werden. Diese „SEZ’s“ sollten durch äußerst günstige Investitionsbedingungen – Steuervorteile, frei gestaltbare Verträge, niedrige Produktionskosten, Konvertierung der Gewinne in Devisen u.a. – ausländisches Kapital, westliche Technologie und Know-how ins Land bringen. Im Jahre 1988 wurde diese „Open Door Policy“ revidiert und korrigiert, um den wirtschaftlichen Folgen der unbalancierten Aufblähung der Inlandsinvestitionen und des rapide ansteigenden Handelsdefizits Einhalt zu gebieten.
Der im Mai 1993 beendete Nationale Volkskongress der VR China hat den Begriff „Planwirtschaft“ zugunsten des Begriffs „Sozialistische Marktwirtschaft“ aus der Verfassung gestrichen.
Leitthema des Nationalen Volkskongresses (NVK), des gesetzgebenden Organs der Volksrepublik China im Oktober 2006 war die Modifizierung der Wachstumsstrategie, welche sich nun im neuen Fünfjahresplan (2006–2010) niederschlägt. Dieser Plan unterscheidet sich von den früheren Fünfjahresplänen durch seinen makroökonomischen Richtliniencharakter statt der Vorgabe zentralwirtschaftlicher Feinplanung. Somit zielen die neuen Vorgaben zur wirtschaftlichen Entwicklung auf die Herstellung von »fünf Gleichgewichten«: den Ausgleich zwischen sozialem und wirtschaftlichem Sektor, externem und internem Sektor, Land und Stadt, zwischen den Regionen sowie zwischen menschlichem Fortschritt und Erhaltung der Umwelt.
Auf Basis dieser Entwicklung China’s bietet sich für Deutschland ein enormes Potential für jegliche Wirtschaftsbeziehungen. Daher lade ich Sie ein, an dem Bestreben des GDCF e.v. Speyer, die deutsch-chinesischen Beziehungen und den Austausch in den Bereichen Umwelt, Politik, Kultur und Reisen auszubauen, teilzunehmen.
Dirk Waldow
Kurz-Vita
Dirk Waldow, geboren im Jahre 1969 in Speyer, bereist seit nahzu zwei Jahrzehnten die asiatische Region. Seit 10 Jahren ist Herr Waldow bei der Firma Kärcher Futuretech GmbH für den Vertrieb von erklärungsbedürftigen Investitionsgütern aus dem Bereich Wassseraufbereitungsanlagen, mobile Verpflegungssysteme, Reinigungssystemen in Asien-Pazifik tätig.
Zu seinen Hauptkunden zählen Regierungsstellen, NGOs wie auch Industrieunternehmen.
Neben seinem bestehenden Netzwerk ist Herr Waldow Mitglied beim Ostasiatischen Verein e.V. (OAV) und im regulären Kontakt und Informationsaustausch mit dem Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsverein e.V. (DCW), Bundesagentur für Aussenwirtschaft (BfAi), den entsprechenden Industrie- und Handelskammern (IHK) / Auslandshandelskammern (AHK) und den deutschen Botschaften vor Ort wie auch den asiatischen Botschaften in Deutschland.