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Chinesische Sprache
Die chinesische Sprache wird von über 1,3 Mrd. Menschen verwendet, vor allem im Festland China, Taiwan, Singapur, Malaysia. Die Sprache weist mehr Sprecher auf als jede andere Sprache der Welt. An zweiter Stelle folgt Englisch, an dritter Spanisch. Historisch gesehen hat die chinesische Sprache auch andere, eigentlich nicht verwandte ostasiatische Sprachen sehr stark beeinflusst, vor allem Koreanisch, Japanisch und Vietnamesisch. In diesen Ländern war die chinesische Schrift als Bildungs- und Literatursprache verbreitet, im Japanischen und in Südkorea werden die chinesischen Schriftzeichen neben der eigenen Schrift noch heute verwendet. Man schätzt, dass bis zum 18. Jahrhundert mehr als die Hälfte aller gedruckten Bücher in chinesischer Sprache verfasst waren.
Wenn man von „der chinesischen Sprache“ redet, ist üblicherweise das Hochchinesisch (Putonghua, früher auch Mandarin) gemeint. In der Tat unterteilt sich das Chinesische neben der Standardsprache in zahlreiche Dialekte, die sich pauschal in nordchinesische und südchinesische Dialekte einteilen lassen. Die südchinesischen Dialekte sind dabei näher am klassischen Chinesisch, die nördlichen näher am modernen Hochchinesisch. Die vielen Dialekte unterscheiden sich erheblich voneinander. Da das Chinesische über eine logographische Schrift (nicht über ein Alphabet) verfügt, die in allen Dialekten gleich ist, ist eine schriftliche Verständigung zwischen Menschen wenig problematisch, die mündlich nicht miteinander kommunizieren können. Diese Dialekt-Übergreifende Schrift stellt damit ein großes kulturell bedeutendes Moment der Einheit Chinas dar.
Sprachtypologisch wird die chinesische Sprache als isolierende Sprache betrachtet. Isolierend bedeutet, dass die Wörter anders als bei flektierenden Sprachen unveränderlich sind, das heißt, keine morphologische Beugungsform am Wort erfolgt. Vielmehr werden grammatische Beziehungen im Satz bei isolierenden Sprachen durch das Hinzufügen selbständiger Wörter mit grammatischer Bedeutung oder durch die Wortstellung ausgedrückt. Zum Beispiel: Durch Hinzufügen eines Partikels „guo“ hinter einem Verb wird dann das Präteritum formuliert. Das Pauken von unregelmäßigen Verben und unzähligen Deklinationen, das manch einen in der Schulzeit geplagt hat, entfällt somit. Man kann schon sagen, dass sich das grammatische Regelwerk der chinesischen Sprache auf ein Minimum reduziert.
Im Gegensatz zur Einfachheit der Grammatik weisen die Schriftzeichen ihre Komplexität auf, die sich auf Piktogrammen basieren, die zunächst zur Shang-Zeit (16.-11. Jh. v. Chr.) zur Wahrsagerei und Orakelbefragung auf Schildkrötenpanzer und Tierknochen eingeritzt wurden. Aber das Chinesische kennt insgesamt nur etwas über 400 verschiedene Silben. Eine Silbe entspricht in der chinesischen Schrift einem Schriftzeichen und circa 10000 Zeichen sind im Inventar. Man muss 2000 bis 3000 Zeichen kennen, um Zeitungen zu lesen. Es ist einleuchtend, dass hier viele verschiedene Zeichen eine derselben Silbe teilen. Durch 4 Töne werden dann e Zeichen eine der n, um Zeitungen zu lesen. Es ist einleuchtend, dass hier viele verschiedenen Zeichen mit verschiedener Bedeutung weiter differenziert, z. B. die Silbe ma kann folgende Bedeutungen haben:
1. Ton (hoch und eben): Mutter
2. Ton (steigend): Hanf
3. Ton (fallend und steigend): Pferd
4. Ton (fallend): schimpfen
Als Hilfestellung eine Tabelle aus dem Wörterbuch von Langenscheidt:

Aus Erfahrung würde man schon behaupten können, dass Chinesisch entgegen Vorurteilen durchaus erlernbar und mündlich sogar wegen seiner simplen grammatischen Konstruktion einfacher bzw. leichter als beispielsweise Deutsch für Chinesen ausfällt. Allerdings erfordert das Erlernen der Schriftzeichen viel Zeit und Stehvermögen. Ein Tipp: Sie werden nicht mehr als Chinesisch-Analphabet bezeichnet, falls Sie mindestens 500 Schriftzeichen kennen.
Fei Zhang
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