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Zusammen kochen mit Klaus Walter
Die „Gnocchi mit Entenbolognese und lackierter Entenbrust auf karamellisiertem Chicorèe“ serviert normalerweise nur das Edel-Bistro an der Ecke. Auch die „Sepia-Lasagne mit Meeresfrüchten und Saubohnen in Hummernage“ kennen wir nur aus jenen Restaurants, die im Guide Michelin ihre höheren Weihen, die deftigen Preise und den entsprechenden Sternen-Regen erfahren.
Um die Geheimnisse der gehobenen Küche in lockerer und sympathischer Atmosphäre zu erkunden und zu genießen, gibt es in Speyer einen ganz besonderen Ort: In einer ehemaligen Zwiebackfabrick in der Paulstraße hat sich ein begabter Küchenmeister einen Lebenstraum erfüllt und eine kleine Kochschule eröffnet. „ConCoquo – zusammen kochen mit Klaus Walter“. Unter diesem Motto kann man dem Meister nicht nur ein paar Tipps, Tricks und Geheimnisse der „Haute Cuisine“ entlocken. Es geht bei „ConCoquo“ in erster Linie um die gemeinsame Erfahrung: Zusammen kochen, essen, trinken und genießen in einer lockeren und entspannten Atmosphäre, so heißt die Devise dieses schicken Kochstudios im alten Fabrikgemäuer. Selbst ausgesprochene Küchenmuffel sollten sich nicht scheuen, diesen besonderen kulinarischen Tempel zu betreten. Küchenchef Walter wird auch jene zu bekehren wissen, die im Alltag Küche und Kochlöffel meiden.
Liebeserklärungen aus der Pfanne
Sechs bis zehn Neugierige, oft bunt zusammengewürfelt, versammeln sich pro Schnupperabend an des Meisters großzügiger Küchen-Arbeitsfläche, um ihm im wahrsten Sinne des Wortes in die Töpfe und Pfannen zu greifen. Gemeinsam wird unter Anleitung von Klaus Walter ein mehrgängiges Menü vorbereitet und verköstigt, die passenden Weine inklusive. Die Abende sind themenorientiert: Im Halbjahresprogramm findet sich Bekanntes und weniger Bekanntes, zum Beispiel auch eine „Liebeserklärung aus der Pfanne“, im angekündigten Falle mit Wachtel-, Kalb- oder Lammkotelett. Wer möchte damit nicht seine Liebsten verwöhnen? Gekocht wird aus aller Länder Küchen, natürlich auch Regionales. Mit dabei sind „Knödel rundum lecker“ oder „Suppen! Jetzt gibt´s was auf die Löffel!“
Wer einen Abend mit dem „Küchenmeister aus Leidenschaft“ bucht, muss Zeit mitbringen. Das mehrgängige Menü will erarbeitet sein. Schnippeln, schneiden, kneten und rühren. Alles wird frisch zubereitet, natürlich werden auch die „Nudeln hausgemacht“, so ein weiteres Angebot seines originellen Kochprogrammes. Walter hat sich in bekannten Häusern seine Meriten erkocht (Hotel Binshof, Schlosshotel Lerbach, Tantris München, Giardino Ascona, Deidesheimer Hof etc.) und will im „ConCoquo“ mit außergewöhnlichen Rezepten jenen eine kulinarische Freude bereiten, die an gutem Essen interessiert sind. Er erzählt beim Werkeln gerne von den eigenen Lehrjahren in der Küche: „Bis ich mal ein Stück Fleisch in die Pfanne legen durfte, stand ich schon kurz vor der Gesellenprüfung“. Die eiserne Disziplin seiner Ausbildung lässt er seine Gäste in der Küche freilich nicht mehr spüren. Spaß und Genießen bleiben wichtigster Leitfaden für den Abend. Aber: Gutes Essen will erarbeitet sein! Haben Sie schon einmal eine Ente entbeint oder die Sepia-Lasagne mit schwarzer Tintenfischfarbe eingefärbt? Schon mal eine Orange filettiert, um daraus eine „Blut-Orangen-Grütze“ zu zaubern? Exotisches wird Sie erwarten, neue Welten werden sich erschließen.
Ein kleines kulinarisches Feuerwerk kreieren
Zwei Stunden mit Vorbereitungen vergehen wie im Fluge, bis die Vorspeise aufgetischt ist und gute Geister den passenden Wein entkorkt haben. Plaudernd sitzt der Küchenmeister mit am reich gedeckten Tisch, setzt gezielt genießerische Pausen, um dann die Mannschaft zu weiteren kulinarischen Kreationen an den Herd zu locken. Da wird es schon mal kurz vor Mitternacht, bis auch die „Quark-Cannelloni mit Kumquatskompott und Blutorangen-Grütze“ verspeist sind und ein Espresso samt Grappa die Verdauung befördern.
Zurück bleibt nicht nur das wohlige Völlegefühl, ein erstklassiges Menü verköstigt zu haben. Bleiben wird auch die Gewissheit, an einem kleinen kulinarischen Feuerwerk mitgewirkt zu haben. Das hätte man sich selbst nie zugetraut! Wenn dann in den darauffolgenden Tagen noch der Mut wächst, am heimischen Herd kleine Experimente zu wagen, dann hat das Kochen mit Klaus Walter richtig Spaß gemacht …
Matthias Nowack
Kurzbewertung: Nicht ganz billig, aber jeden Euro wert.
Infoleiste: Kochschule Klaus Walter, Paulstraße 15-21, www.concoquo.de
Fotos: Frank Joachim Grossmann
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