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Speyerer Austauschschüler in Israel

 
Reut und Lina, Noa und Friederike, Ido und Tobias, Aviel und Max: sie und die anderen Jugendlichen der Austauschgruppe fieberten dem Moment entgegen, wenn sie sich am modernen Flughafen von Tel Aviv gegenüberstehen würden: Die Wiedersehensfreude war groß und unkompliziert, so als hätte der erste Besuch im letzten September in Speyer erst kurz zuvor stattgefunden. Die Kontakte waren durch die modernen Medien einfacher geworden. Sofort wurden erste Pläne für die kommenden zwei Wochen besprochen Das offizielle Programm führte die Jugendlichen in den Süden Israels, d.h. in die Wüste Juda, in ein Beduinencamp im Negev, zur Festung Massada und ans Tote Meer. Wandern in der Wüste war für die Deutschen neu, die Steinwüste des Wadi Kelt zwischen Jerusalem und Jericho war dafür ein geeigneter Ort. Im Beduinencamp ging es lustig zu: Der Ritt auf den Kamelen sorgte für viel Spaß. Erläuterungen der Beduinen zu ihrer Lebensweise und ein für sie typisches sehr geschmackvolles Abendessen rundeten den Besuch ab. Hörten die Jugendlichen den Erläuterungen des beliebten Führers Yafid auf der Festung Massada aufmerksam zu, genossen sie später das Baden im Toten Meer. Eine weitere Reise führte sie in den Norden zu den Küstenstädten Haifa und Akko, auf die Golanhöhen und an den See Genesareth. Sie begegneten dem Miteinander der friedlichen Religionen am Bahai-Garten, den Bauwerken der Kreuzfahrer, den Festungsanlagen des Sechs-Tage-Krieges und den biblischen Stätten in Tabgha und Kafarnaum. Ein Höhepunkt des Austausches war sicher der Besuch in Jerusalem. Viele hatten Zettel vorbereitet, die sie in die Klagemauer-Ritzen stecken konnten. Einer der berühmtesten Orte des Gebetes der ganzen Welt wirkte auch auf die Jugendlichen intensiv: sie waren emotional berührt und mit den Gedanken bei denen, für die sie beteten: die Freunde und Verwandten daheim, aber auch die Menschen in Japan und in den Konfliktherden Nordafrikas und des vorderen Orients. Wenige Tage zuvor war durch ein Anschlag die Neustadt Jerusalems in die Schlagzeilen der Weltpresse geraten und natürlich auch von den Verantwortlichen des Austausches besprochen worden. Die für die Sicherheit Zuständigen gaben Entwarnung. So war auch ein Besuch auf dem Tempelberg möglich, um den weltberühmten Felsendom aus der Nähe zu bewundern. Und natürlich fuhren die 40 Jugendlichen und ihre Begleiter auch nach Yad Vashem, um sich von den israelischen Fachleuten die Zeit des Holocaust erläutern zu lassen. Selbstverständlich bestand das Programm nicht nur aus Reisen: Es gab in der Partnerstadt Yavne einen Empfang des auch hier sehr bekannten Bürgermeisters Gov Ari und Besuche im Unterricht. Für sie zeigten die Schülerinnen des Leistungskurses Tanz eine eigene Darbietung. Die Ginsburg Highschool lädt jedes Jahr alle ihre Schüler zu einem Konzert, einem Theaterstück und einer Tanzveranstaltung ein. So konnten die Speyerer das berühmte Ensemble Batsheva aus Tel Aviv erleben, die in zwei Vorführungen im neuen Theatergebäude von Yavne ihr Können eindrucksvoll zeigten. Die Pfälzer lebten 2 Wochen bei Gastfamilien und nahmen so Teil am Alltag im vorderen Orient. Natürlich waren auch die Parties in den Nächten erfreuliche Erfahrungen mit den gleichaltrigen Partnern. Als die israelischen Lehrerinnen Marganit Kfir, Adi Noimark und Liora Berrebi ihre Gäste unter der Leitung von Sandra Bube, Michael Binder und Peter Sauter zum Abschiedsfest einluden, gab es eine lockere und freundschaftliche Atmosphäre. Die Eltern waren dankbar für die unkomplizierten zwei Wochen und berichteten, dass etwa die jüngeren Geschwister von Amit sich sehr an die neue Freundin Judith gewöhnt hatten und der Abschied sicher schwer fallen würde. Shir und Johannes haben fest vor, sich im kommenden Winter wieder zu treffen und gemeinsam in Europa Ski zu fahren. So waren die Verantwortlichen des Austausches froh, konkret zur guten Verständigung von Jugendlichen beigetragen zu haben, deren Geschichte früherer Generationen so sehr belastet ist. Peter Sauter betreut den Schüleraustausch Speyer-Yavne als verantwortlicher Lehrer am Kaiserdomgymnasium zusammen mit Karin Germeyer-Kihm.


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