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Partnerschaft von ganz besonderer Bedeutung

 

45 Jahre Spalding-Speyer

Speyers älteste Partnerstadt heißt Spalding (District South Holland): Seit fünfundvierzig Jahren trifft man sich in alternierendem Rhythmus auf beiden Seiten des Kanals. Aber die fünf Tage in und um Spalding, die rund siebzig Speyerer vom 2. bis 7. August 2001 auf die Insel lockten, standen unter einem ganz besonderen Stern. Schließlich galt es in diesem Jahr, 45 Jahre Städtepartnerschaft Speyer-Spalding zu begehen.

Gefeiert wurde dieses Jubiläum unter Freunden in lockerer Atmosphäre an einem ungewöhnlichem Ort: Nicht das "South Holland Center", das üblicherweise für solche Festivitäten dient, sondern die "Burtey Fen Collection" in Pinchbeck, eine Musikhalle im Stil der 50er Jahre mit einer liebevoll restaurierten und voll funktionsfähigen Kinoorgel aus dem Jahr 1934, bildete den originellen Rahmen für den offiziellen Teil dieses Partnerschaftsbesuches.

Bild: Dr. Hans-Jürgen Reiter, Alan Biggadike, Chairman Colin Fisher, Bürgermeister Hanspeter Brohm (von links nach rechts) bei der Besichtigung der Elgoods Brauerei in Wisbech

Es war aber nicht nur die Kinoorgel aus der Stummfilmzeit, der Besitzer Nicolas Pitts eine Reihe vertrauter Melodien entlockte und sie in allen Regenbogenfarben zum Leuchten brachte, die allen Teilnehmern dieser Jubiläumsreise in bester Erinnerung bleiben wird. Es waren auch die wunderschönen Ausflüge nach Rutland Water, dem größten künstlich angelegten Wasserreservoir Englands, ins samstägliche Marktgeschehen von Melton Mowbray oder auch die Besichtigung der Elgoods-Brauerei in Wisbech, die den Speyerern auf überzeugende Art und Weise die Vorteile naturbelassener englischer Biere schmackhaft machte. Organisiert wurden diese Ausflüge mit großer Hingabe von den "Friends of Speyer" aus Spalding unter ihrem rührigen Vorsitzenden Alan Biggadike, der alle Details fest im Griff hatte. Besonders wichtig dabei: Die intensiven privaten Begegnungen bei gemeinsamen Ausflügen und in den Gastfamilien, die ihre Besucher aus der Domstadt wie immer sehr herzlich empfingen.

Längst ist diese älteste Städtepartnerschaft Speyers über die offiziellen Begegnungen hinausgewachsen, hat sich in unzähligen persönlichen Freundschaften verfestigt. Und hat dabei auch eine ganze Reihe von dauerhaften Verbindungen geschaffen, die bereits über zwanzig, dreißig Jahre hinweg tragen.

Bild rechts: Erster Besuch einer Speyerer Delegation in Spalding 1957, Oberbürgermeister Dr. Paulus Skopp überreicht an Bürgermeister Ernest Dryden ein Gemälde von Günther Zeuner

"Die Normalität in den Beziehungen zwischen unseren Städten und Völkern ist inzwischen zu einer Selbstverständlichkeit geworden", stellte Bürgermeister Hanspeter Brohm in seiner Ansprache im Beisein seines Spaldinger Amtskollegen Colin Fisher fest. Er erinnerte an die Anfänge, als am 10. Oktober 1956 erstmals eine Delegation aus Lincolnshire Speyer besucht hatte. Die Partnerschaft, die daraus entstanden sei, habe für die Domstadt eine ganz besondere Bedeutung gehabt. Spalding sei nach dem Krieg und nach den schwierigen Jahren des Wiederaufbaus die erste Brücke ins europäische Ausland gewesen. Es war der Beginn einer neuen Ära, so Brohm, in der sich die deutschen Kommunen nach Europa hin öffneten.

Heute gibt es eine ganze Reihe von festen Konstanten, die diese Städtepartnerschaft prägen, den Schüleraustausch zum Beispiel, die enge Verbindung zwischen Mozartchor und den South Holland Singers, die Kontakte der Christuskirche mit der United Reformed Church, die vielfältigen Beziehungen auf Sport- und Vereinsebene und nicht zuletzt die vielen freundschaftlichen Beziehungen zwischen einzelnen Bürgern, die über die Jahrzehnte hinweg das Rückgrat der Begegnungen bildeten.

Den "Friends of Speyer" in Spalding unter Alan Biggadike und dem Freundeskreis Speyer-Spalding in der Domstadt unter der Führung von Dr. Hans-Jürgen Reiter fällt dabei eine wesentliche Rolle zu: Sie haben in den letzten Jahren intensiv daran gearbeitet, die Städtepartnerschaft auf eine breite bürgerschaftliche Basis zu stellen und für den Austausch unermüdlich zu werben.

"Ein Europa der Bürger lässt sich nur an der Basis in unseren Städten bauen, nicht in London, nicht in Berlin und auch nicht in Brüssel." Mit diesem Satz ermunterte Hanspeter Brohm alle Freunde der Städteverbindung Spalding-Speyer, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen und vor allem die Jugend dazu zu motivieren, den Partnerschaftsgedanken weiter zu pflegen. Dass die Speyerer diese Aufforderung ernst nehmen, zeigten mehrere jüngere Teilnehmer an dieser Jubiläumsreise und die Speyerer Band "Saxshop", die ihrem englischen Publikum gleich in mehreren Konzerten einheizte.

Matthias Nowack



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