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Mit der Gründung des Freundeskreises Speyer - Kursk im Juni 1991 begann auf Initiative von Verwaltungsdirektor Ernst Franck ein neues Zeitalter in der Städtepartnerschaftsbewegung in Speyer.
Neben der Förderung des kulturellen und sportlichen Austausches, liegt den Mitgliedern und Unterstützern des Freundeskreises vor allem die Förderung karitativer und sozialer Einrichtungen in Kursk am Herzen. Seit der Einstellung der Hilfstransporte vor drei Jahren konzentriert man seine Bemühungen auf verschiedene soziale Projekte, die von Mitgliedern des Freundeskreises vor Ort besucht und begleitet werden.
Die Städtepartnerschaft Speyer-Kursk gilt mittlerweile nicht nur in Rheinland-Pfalz als vorbildlich, sondern sie ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Zahlreiche nationale und internationale Preise und Auszeichnungen dokumentieren die herausragende Bedeutung dieser deutsch-russischen Städtefreundschaft. Ein wichtiges Moment in der Beziehung beider Städte war auch immer die Aufarbeitung der wechsel- und oft unheilvollen Geschichte zwischen der deutschen und russischen Nation.
Beim Besuch in Kursk mit der Bürgerreise zum 15jährigen Jubiläum der Partnerschaft konnten sich die Teilnehmer vom erstaunlichen Wandel in der russischen Gesellschaft und der Partnerstadt selbst ein Bild machen. Die bedeutende Snamenski-Kathedrale von Kursk, die zu sozialistischen Zeiten als Kino genutzt wurde, erstrahlt neu renoviert in altem Glanz. Modisch gekleidete Jugendliche, teure Luxuslimousinen, zahlreiche neue Geschäfte und Supermärkte zeugen vom Einzug der Marktwirtschaft über die russische Gesellschaft. Das es neben den Gewinnern aber auch viele Verlierer im neuen Russland gibt, davon konnten sich einige Speyerer bei Besuchen in den Heimen für Waisen und behinderte Kinder selbst überzeugen. Vertreter des Freundeskreises Speyer-Kursk besuchten zwei soziale Einrichtungen, wo sie materielle Hilfe zur Deckung notwendiger Bedürfnisse überreichten. Stadtrat Hans-Peter Rottmann übergab in einem Krankenhaus dringend benötigte Medikamente aus Deutschland.
Neben diesen wichtigen karitativen Anliegen stand aber die Begegnung mit alten und neuen Freunden und das gemeinsame Erlebnis der Partnerschaft im Vordergrund des Besuchs in Kursk. Nach der Ankunft in Moskau und einer anstrengenden nächtlichen Busfahrt ereichte die Gruppe aus Speyer am frühen Morgen des 25. September Kursk, wo sie vom dortigen Freundeskreis unter der Leitung von Organisator und Dolmetscher Alexander Sudow herzlich willkommen geheißen wurde. Nach einer kurzen Erholungsphase in den Gastfamilien oder im Hotel begann das umfangreiche Programm mit einer Begrüßung der Speyerer Delegation im Rathaus der Stadt Kursk durch den stellvertretenden Bürgermeister Jurij Ivanow. Im Anschluss daran besuchte man die G. Swiridow Kunstschule Nr. 1, wo die Kinder und Jugendlichen den Gästen aus Deutschland ein breites Spektrum ihres bereits beachtlichen Könnens vorführten. An diesem Tag wurde in Kursk das Fest der Kasaner Gottesmutter durch eine Kreuzprozession mit der Gottesmutterikone zur Snamenski-Kathedrale durch die Stadt gefeiert. Zahlreiche Speyerer bestaunten am Nachmittag das eindrucksvolle Schauspiel der wiedererstarkten russischen Frömmigkeit.
Noch am gleichen Abend fand die offizielle Feier zum 15jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Kursk-Speyer in der Aula der Universität statt. Umrahmt vom Kursker Kammerorchester unter der Leitung von Sergej Proskurin, nahmen viele Freunde der Partnerschaft aus Kursk, Speyer und Moskau die Gelegenheit wahr, ihre Glückwünsche zu diesem Jahrestag zum Ausdruck zu bringen. Im Anschluss an die würdevolle aber zugleich herzliche Feierstunde waren alle Speyerer mit ihren Gastgebern zu einem festlichen Abendessen in das Haus des Wissens eingeladen. An der dortigen Tafel hatte dann jeder die Gelegenheit, die Freundschaft zwischen Kursk und Speyer in einem Trinkspruch noch mal hochleben zu lassen. Viele Freundschaften wurden an diesem Abend geschlossen, Bekanntschaften erneuert und Neuigkeiten zwischen alten Freunden ausgetauscht. |