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Zukunft Rhein-Neckar-Dreieck
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Buergerreise 2010

 

Kurzer Bericht über die Bürgerreise von Speyer in unsere Partnerstadt nach Kursk

Bitte geben Sie hier einen bildbeschreibenden Kurztext ein.Am 16. Juli starteten wir unter Leitung des Vorsitzenden unseres Freundeskreises Paul Neumann zum Besuch nach Kursk. Bei noch nachtschlafender Zeit brachte uns ein Kleinbus zum Flughafen Frankfurt, wo die LUFTHANSA unsere kleine Gruppe von nur 8 Personen um 7.55 nach Moskau, zum Domodewodo Flughafen brachte. Der Flug verlief reibungslos und ein kleiner Imbiß sowie reichlich angebotene Getränke weckten unsere Lebensgeister. Gegen 13.00 Moskauer Zeit - wir flogen ja „gegen die Zeit“, verloren also 2 Stunden - landeten wir wohlbehalten in Moskau. Die Einreiseformalitäten gehen jetzt recht zügig vor sich, nicht wie früher, als sie oft mehrere Stunden dauerten und sehr genaue Kontrollen erfolgten.

Wir wurden von einem sehr jungen, hübschen und äußerst hilfsbereiten Oleg mit einem klimatisierten Kleinbus (Daimler Sprinter) abgeholt, der uns ins Zentrum, zum Roten Platz und Kreml brachte. Zum Glück konnten wir alles Gepäck im Bus lassen - denn Moskau empfing uns mit 38° oder mehr, und da war auch das kleinste Gepäck und die Kleidung zu viel. Da wir alle Moskau kannten, war bei dieser Hitze unsere Unternehmungslust stark eingeschränkt, so daß wir uns nur am Manegeplatz in dem riesigen Shopping Centre und im berühmten Kaufhaus GUM auf- und mit Getränken am Leben hielten. Und das über einen langen heißen Nachmittag hin, denn unsere „Kursker Nachtigall“ fuhr erst um 10.00 abends vom Kurskaja Bahnhof. Wir wurden zwar rechtzeitig von Oleg eingesammelt und mit unserem Gepäck dorthin gebracht, mußten aber im heißen Bahnhof ohne Sitzmöglichkeit noch lange warten, weil die Bahnsteige erst kurz vor Abfahrt der Züge angezeigt werden. Nur mit einer kümmerlichen Rolltreppe und zahlreichen nicht automatischen Treppen machten wir uns endlich zur „Kursker Nachtigall“, Waggon No. 17 auf.

Dieser Zug war schon moderner als das, was ich früher erlebt hatte, er war klimatisiert, aber die air condition wurde erst nach Abfahrt eingeschaltet, so daß es noch eine Stunde dauerte, bis das Klima erträglich wurde. Die schneeweiße Bettwäsche gab es jetzt in Plastiktüten und ist heute im Fahrpreis eingeschlossen. Das Gepäck wird immer noch praktischerweise unter den Sitzbänken verstaut. Auch die WC-Anlage ist moderner und wird nicht mehr 30 Minuten vor und nach jedem Halt verschlossen. Ein sonniger Morgen empfing uns, Birkenwälder huschten am Fenster vorbei bis wir endlich um 6.45 in Kursk ankamen und von unseren Gastgebern mit Jubel empfangen wurden.

Bitte geben Sie hier einen bildbeschreibenden Kurztext ein.Abends trafen wir uns auf Einladung des HAUSES DES WISSENS zu einem Abendessen mit den Gastgebern und Mitgliedern des Freundeskreises Speyer, der von Sascha Sudow geleitet wird, zu einem bunten Abend mit vielen Trinksprüchen, Gesangseinlagen und sogar Tanz - und natürlich wie in Rußland immer üblich, einer überreichgedeckten Tafel mit Leckerbissen. Wir unsererseits hatten 1.500 Euro für ein Alters-/Behinderten-Heim und 500 Euro für den Ferienaufenthalt von Kindern aus sozial schwachen Familien mitgebracht und übergeben, abgesehen natürlich von Geschenken für unsere jeweiligen Gastgeber.

Am Sonntag war nach einem katholischen Gottesdienst in der Römisch Katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt mit dem polnischen Pater Jan ein gemeinsamer Ausflug zum Deutschen Kriegsgräber-Friedhof in Besedino vorgesehen, den ich schon vor 2 Jahren kennen gelernt hatte. Inzwischen sind unzählige Stelen mit den Namen der Gefallenen, ihrem Geburts- und Todesdatum aufgestellt worden. Man kann nur erschüttert sein von den vielen jungen Menschen, die oft gerade 20/22 Jahre alt waren und die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Es sollen jetzt über 21.000 Soldaten hier ruhen, die z.T. von Orel und anderen Orten nach hier überführt wurden. Platz gibt es dort noch für bis zu 40.000 Gefallenen.

Weiter ging es zu einem kleinen Museum, das Nadeschda Pereslavskaja, einem Bauernmädchen von hier, gewidmet ist, die zuerst als Nonne lebte, dann aber ein musikalisches Talent entwickelte, später auch tanzte, auf vielen Bühnen in Westeuropa stand und Erfolge im Vaudeville Bereich feierte. Sie ist mehrfach verheiratet gewesen, offensichtlich immer mit den richtigen Männern, die ihre Karriere förderten. Das Museum ist mit Unterstützung von Alexander Ruzkoi eingerichtet worden, der am August- Putsch in Moskau beteiligt war, verurteilt wurde, später aber von 1996-2000 doch Gouverneur vom Kurker Oblast wurde und auch den Triumphbogen in Kursk errichtete.

Von hier ging es nach Korenaja Pustin, einem berühmten Wallfahrtsort in Rußland, wo wir zunächst zu einem Mittagessen von der Verwalterin des Priesterseminars eingeladen waren. Bei ihr und ihrer Familie hatte ich vor 4 Jahren bei meinem ersten Aufenthalt in Kursk gewohnt und war zur Hochzeit des ältesten Sohnes spontan eingeladen worden. Es gab die Möglichkeit in dem kleinen Fluß, im „heiligen Wasser“ zu baden, dafür gab es lange blaue Hemden für Frauen die man kaufen konnte. Männer und Kinder sprangen nach meiner Beobachtung in Badehosen in das heilige Wasser. Viele Gläubige füllten sich „heiliges Wasser“ aus einem Brunnen in mitgebrachte Kanister. Natürlich gibt es auch die Legende von einem Einsiedler und warum das Wasser dieses Flußes heute heilig ist. Von solchen heiligen Einsiedlern hörten wir auch auf unserer späteren Rundreise zu den altrussischen Städten des „Goldenen Rings“ immer wieder; sie waren meistens für ihre Gründungen der Anlass gewesen. Aber es gibt solche Wallfahrtsorte mit entsprechenden Legenden überall auf der Welt, für uns näher sind Lourdes in Frankreich und Fatima in Portugal, man muß eben nur daran glauben.

Die nächsten beiden Tage verbrachten wir bei anhaltender Hitze ohne Lufthauch oder einen Tropfen Regen erschöpft bei unseren jeweiligen Gastgebern, so gut es eben unter diesen anstrengenden und für Rußland ungewöhnlichen Umständen ging. Natürlich überboten sich unsere Freunde wie hier üblich, um uns die Tage trotz der Hitze so angenehm und schön wie möglich zu machen. - Am 21.7. bestiegen wir abends um 10.15 wieder die „Kursker Nachtigal“ mit air condition, die uns gut schlafen ließ und um 7.05 wieder in Moskau „ausspuckte“, wo uns Oleg erneut mit seinem klimatisierten Sprinter erwartete und uns mit dem bei einigen immer noch umfangreichen Gepäck aufnahm, um zum „Goldenen Ring“ zu starten.

Bericht von Doris Andrés



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