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Erste Begegnungen mit afrikanischem Leben 
"Das Trommeln war cool!" "Die Gespräche mit Claudia waren toll!" "Mir hat das Geländespiel mit den afrikanischen Stationen am meisten Spaß gemacht!" Solche Äußerungen waren der Haupttenor bei der Schlußbetrachtung des Ruanda-Wochenendes. 45 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Kaiserdom hatten sich ein von Freitag bis Sonntag in Rauenberg erstmals intensiv mit dem Thema "Kinder in Ruanda" auseinandergesetzt.
Vorbereitung und Durchführung lagen in den Händen von 15 Jugendlichen der Oberstufe unter der Leitung von Religionslehrer Peter Sauter. In kleinen Gruppen wurden zunächst unterschiedliche afrikanische Alltagssituationen besprochen (Schule, Ernährung, Wohnen, Märchen, ...) und danach als kleine Theaterstücke präsentiert. Ein Kreuworträtsel konnte anschließend in Kleingruppen nur gelöst werden, wenn man vorher verschiedene Informationstexte durchgearbeitet hatte. Am Ende des Tages wurde mit der Geschichte "Hunger" ermöglicht, sich in die Rolle eines afrikanischen Straßenkindes zu versetzen.
Der Samstag stand ganz unter dem Klang der Trommeln. Mit Vava Amorin hatte die Gruppe einen authentischen - in Speyer wohlbekannten - Gast aus Schwarzafrika, der wie schon im letzten Jahr, vielen erste Erfahrungen im Umgang mit Trommeln ermöglichte. Andere Rhythmusinstrumente, die selbst gebastelt wurden, ließen Lieder wie "Asante sana" oder "Bawa gbe" unter Vavas Leitung entsprechend afrikanisch klingen. Während am Nachmittag die einen ruandische Alltagsbeschäftigungen nachspielten (Wasser transportieren, Eimer auf dem Kopf jonglieren, ...) setzten die anderen ein afrikanisches Märchen ("die dicke Frau") in ein Theaterstück um, das sie am Abend vorspielten.
Am Sonntag standen Krieg und Gewalt im Mittelpunkt der Gespräche. Eine ehemalige Schülerin des Kaiserdomgymnasiums berichtete von ihren Erfahrungen mit traumatisierten Jugendlichen, die sie bei längeren Aufenthalten in Irland, Uganda und Ruanda nach ihren Studien in den USA selbst gewonnen hat. Es gelang ihr in den kleinen Gruppen eindrucksvoll, die Vielschichtigkeit von Gewalt zu verdeutlichen und Impulse zu geben, darüber auch im eigenen Umfeld nachzudenken. Pfarrer Hubert Ehrmantraut rundete das Wochenende mit einem Gottesdienst ab. Der beliebte Speyerer Pfarrer, der die religiösen Wochenenden dieser Schule seit mehr als 20 Jahren treu begleitet und unterstützt, stellte die Werke der Barmherzigkeit in den Mittelpunkt seiner Predigt, umrahmt von afrikanischen Liedern und Rhythmen. Bei der abschließenden Besprechung wurde deutlich, daß die jungen Menschen froh und dankbar sind, dass sie die Gelegenheit hatten, sich so intensiv mit diesem Thema drei Tage lang zu beschäftigen und dass sie besonders die Begegnungen mit Vava und der ehemaligen Gymnasiastin schätzten.
Peter Sauter
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