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Dr. Bernhard Vogel freut sich, als er sich in Ruandas Hauptstadt Kigali mit Jugendlichen aus Speyer über deren Erfahrungen im afrikanischen Partnerland unterhalten kann. Der ehemalige Ministerpräsident engagiert sich nach wie vor für Ruanda und ist sich sicher, dass die Kaiserdomschüler die Erfahrungen im „Land der 1000 Hügel“ nie vergessen werden.
Knapp zwei Wochen waren sie in Schwarzafrika, um die Menschen und ihr Land am Kivusee besser kennen zu lernen. Seit 2002 besteht die Schulpartnerschaft zwischen dem Collège de Nkanka und dem Gymnasium am Kaiserdom schon. Peter Sauter und seine neunköpfige Gruppe besuchten zunächst das Centre Vision Jeunesse in Gisenyi, um sich zeigen zu lassen, wie europäische Jugendliche ein sinnvolles Jahr im Rahmen von „weltwärts“ gestalten können. Das Gesamtkonzept des von kanadischen Patres gegründeten Jugendzentrums bestaunten alle.
Anschließend erfolgte die neunstündige Busfahrt ans südliche Ende des Kivusees nach Nkanka, durch den feuchten Bergregenwald des Nyungwe mit seiner beeindruckenden Urwaldvegetation und danach vorbei an den wunderschönen saftig grünen Teeplantagen hin zur Partnerschule, wo sie eine Woche in das tägliche Leben eintauchen sollten.
Die Jugendlichen und die sie begleitenden Lehrkräfte hatten sich vielfältig vorbereitet: Max und Isabel fertigten mit 35 jungen Afrikanern aus 25 Einzelrahmen ein großes Partnerschaftsbild. Dank einer SAP-Spende waren Leinwände, Pinsel und Acrylfarben vorhanden und führten zu einem eindrucksvollen Kunstwerk. Rufus saß am Keyboard und gab den Einheimischen Tipps oder begleitete englische Songs, die weltweit bekannt sind. Janina, Maria und Philipp organisierten Englischunterricht für die siebten und achten Klassen und sprachen in kleinen Gruppen über ihre Heimat. Sie unterstützen ebenfalls Roland Kirsch, pensionierter Physiklehrer und seinen Partner Jean Germain beim Überprüfen der vorhandenen naturwissenschaftlichen Einrichtung und bei der anschließenden Vorführung verschiedener physikalischer Versuche. Mit der Biologielehrerin Elke Bartholomae und ihrer Kollegin Francine besprachen sie moderne Methoden des Fachunterrichts und zeigen das danach konkret am Beispiel der Blutgruppenbestimmung.
Der neue Direktor Charles und sein Kollegium waren dankbar für dieses vielseitige Engagement und die gute Zusammenarbeit. Die strahlenden Gesichter beim Malen mit Pinsel und Acryl oder die Nachfragen bei physikalischen Experimenten bzw. der Blutgruppenbestimmung zeigten, wie sich die jungen Afrikaner freuten, zusammen mit den weißen „Muzungus“ zu arbeiten. Besuche beim schon bekannten Bischof Damascène und beim neuen Bürgermeister Oscar Nzeyimana vertieften die bestehenden guten Kontakte von Speyer und Rusizi bzw. Cyangugu auf verschiedenen Ebenen.
Am Ende besuchten die Speyerer in Kigali die Gedenkstätte des Genozids, Gisozi. Sie setzten sich mit der traurigen Vergangenheit des Völkermords 1994 auseinander und ließen sich ansprechen von den Bildern, Filmen und Gegenständen aus jener Zeit. Anschließend besprachen sie mit der Leitung des Partnerschaftsvereins die guten Erfahrungen des Jugendaustausches und begegneten Dr. Bernhard Vogel, dem Begründer der fast 30-jährigen guten Beziehungen zu dem kleinen afrikanischen Land. Peter Sauter, Leiter der Jugendbegegnung, konnte vom bevorstehenden Besuch von 14 ruandischen Jugendlichen und den sie betreuenden Erwachsenen berichten, die im August in Speyerer Familien zwei Wochen leben werden.
Am Flughafen gab die lange Wartezeit auf den nächtlichen Rückflug der Gruppe die Gelegenheit, über die abwechslungsreichen zurückliegenden zwei Wochen zu reden. Alle waren tief beeindruckt von der landschaftlichen Schönheit und erzählten dankbar von den vielen Begegnungen mit den offenen und freundlichen ruandesischen Jugendlichen.
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